10. Frauenfrühstück – ein voller Erfolg

Referentin Mag. Vera Wimmer wusste die Zuhörerinnen in ihren Bann zu ziehen. RS-Foto: Chauvin

Kräftigendes für Leib und Seele

Seit nunmehr fünf Jahren findet das ökumenische Frauenfrühstück statt. Angefangen hat es im Gemeindesaal in Pflach, doch bald wurde dieser Platz zu klein und die Veranstaltungen, die im Frühjahr und Herbst stattfinden sollten, konnten ins Veranstaltungszentrum Breitenwang verlegt werden.

Hier nun kann weiterhin mit einem Wachstum der Teilnehmerzahlen geplant werden.
Was ist „verrückt“ und was ist „normal“? Davon zu erfahren, sind diesmal 110 Frauen, sogar bis aus Imst, aus verschiedenen Glaubensgemeinschaften zusammengekommen. Gemeinsames Singen mit fünf Musikerinnen, die sich ganz speziell für diesen Termin zur Verfügung stellen – und ein Bibelwort – eröffneten den Vormittag.

Verrücktsein erlaubt. Rege Gespräche entwickelten sich bei der Frühstücksrunde an den vielen Tischen, sicherlich auch schon in Anbetracht des Vortragthemas „Wie verrückt sollte eine Frau sein“.
Die Referentin, Mag. Vera Wimmer, unter anderem elementarpädagogische Assistentin, Kinderbuchautorin und Musikpädagogin aus Salzburg, begann ihren sehr lebendigen, kurzweiligen und auch sehr tiefgehenden Vortrag mit dem Satz: „Ich stamme ja aus dem letzten Jahrhundert…“– was ihr schon gleich viel Sympathie entgegenbrachte. Es gebe bei dem Wort „verrückt” erst mal den unerwünschten Zustand von gestört, krank oder unnormal. Doch gibt es bei allem ziemlich unterschiedliche Sichtweisen. Mit vielen Beispielen machte Wimmer die einzelnen Lebenssituationen deutlich. Das Unnormale könne normal und das Verrückte völlig logisch sein.
Zu Tischgesprächen untereinander lud sie die Zuhörerinnen ein, bei denen jede Frau erklären sollte, was sie persönlich verrückt macht. Es könne das schlechte Gewissen, Scham, Einsamkeit, Orientierungslosigkeit oder auch Angst, Sorgen und vieles mehr sein. Während großer Teile ihres Vortrags herrschte völlig gespannte Stille, doch diese wurde immer wieder durch fröhliches Lachen bei unterschiedlichster Situationskomik unterbrochen. „Wir können auch unseren alten Standpunkt „verrücken“, um damit neue Einsichten zu gewinnen. Lassen auch Sie sich mal verrücken und sehen Sie dann, was passiert“, so die Referentin. Verrückte Frauen verwirklichen ihre Träume, sie haben Zukunft, sind kreativ, sind nicht allein. „Ich möchte niemand zu unverantwortlichem Leichtsinn anstiften, doch mit Gottvertrauen und etwas Verrücktheit sieht die Welt ganz gut aus.“
Die Begeisterung im Saal für diesen großartigen Vortrag spiegelte sich in lang anhaltendem Beifall wider. Im Anschluss stand Vera Wimmer noch für kurze Einzelgespräche zur Verfügung.
Der nächste Frauenfrühstück -Termin findet am 21. April 2018, ebenfalls wieder im VZ, statt.

Von Claudia Chauvin

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