Kommando trat ab

Sehr emotional verlief die Verabschiedung von Kommandant Reinhold Greuter (l.) und dessen Stellvertreter Felix Wolf. RS-Foto: Tiefenbacher

 

Landeck: Zum Abschied Standing Ovations für Stadt-Kdt. Greuter und dessen Stellvertreter Wolf

 

Stadtfeuerwehrkommandant Reinhold Greuter und sein Stellvertreter Felix Wolf übergaben ihre Ämter. Für sie gab es Standing Ovations und lobende Worte.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Landeck kam es am Dreikönigstag im Stadtsaal Landeck zum Wechsel an der Kommandospitze: Greuter und Wolf traten nicht mehr zur Wiederwahl an. Greuter ist seit 1993 im Kommando tätig und seit 1998 lenkt er hauptverantwortlich die Geschicke der Feuerwehr Landeck. „Nach insgesamt 25 Jahren in Führungspositionen ist es Zeit, mich zu verabschieden“, begründete Greuter seine Entscheidung. Wolf übt die Stellvertreterfunktion seit 2003 aus.

 

RÜCKSCHAU. Vor den Wahlen hielt Greuter noch einmal Rückschau über seine Amtszeit, wobei sein Führungsstil erkennbar wurde, der darauf ausgerichtet ist: Ein Kommandant alleine macht noch keine Feuerwehr. Das, was zählt, ist das Team, die gute Kameradschaft und die Kooperation innerhalb und außerhalb der Wehr. So stellte er die Dankesworte gleich an den Anfang seiner Ausführungen. „Mein besonderer Dank gilt allen Feuerwehrkameraden für die massive Unterstützung. Es hat alles wie am Schnürchen funktioniert. Ich konnte mich auf alle stets zu 100 Prozent verlassen“, so Greuter. Er bedankte sich auch bei den Blaulichtorganisationen und dem Bezirksfeuerwehrkommando „für das gute Einvernehmen, das die Grundlage für die gute Zusammenarbeit gebildet hat“.

 

ABGÄNGE KOMPENSIERT. Ein herausragendes Ereignis war 1999 das Lawinenunglück in Galtür. Dabei hatte die Stadtfeuerwehr als Drehscheibe eine wichtige Aufgabe. „Diese haben wir gut gemeistert“, meinte Greuter rückblickend. Dieses Ereignis war die Geburtsstunde der Neuorganisation der Feuerwehr im Bezirk Landeck. So wurde in der Feuerwehrhalle Landeck eine Bezirkszentrale errichtet, die alle Bezirkswehren bei Einsätzen unterstützt. Turbulent war das Jahr 2003. Der fünfte Zug (Perjen) trat aus. „Wir wollten eine gemeinsame Feuerwehr in Landeck haben. Das ist leider nicht gelungen“, bedauerte Greuter. Die Abgänge konnten inzwischen kompensiert werden. 2003 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet und bis Ende 2016 konnte ein Mannschaftsstand von 200 Mitgliedern, darunter 151 Aktive, erreicht werden.

 

WICHTIGE ROLLE. Eine wichtige Rolle spielte die Feuerwehr Landeck auch 2005 bei der Hochwasserkatastrophe im Bezirk Landeck. Da wurde alles von Landeck aus organisiert. Greuter: „Dabei haben wir wertvolle Erfahrungen gewonnen, die wir landesweit weitergegeben haben.“ Zudem erarbeitete die Feuerwehr Landeck auf Initiative von Greuter ein neues Konzept, um die Tunnelausbildung zu verbessern. Ein Musterstück wurde das neue Einsatzzentrum (bezogen 2011), das die Situation der Feuerwehr in mehreren Aspekten verbesserte: das ESZ ist eine wertvolle Drehscheibe zwischen den Feuerwehren im Bezirk, zudem konnten die Platzprobleme der Stadtfeuerwehr beseitigt werden. Eine Brandstiftungsserie im Jahre 2013 forderte der Feuerwehr Landeck alles ab: Dass nicht mehr passiert ist, sei dem hervorragenden Ausbildungs- und Ausrüstungsstand sowie der guten Kameradschaft zu verdanken, resümierte Kommandant Greuter, und er erwähnte abschließend mit Stolz, dass in seiner 20-jährigen Amtszeit „alle Kameraden gesund nach Hause gekommen sind“.

 

LOBENDE WORTE. Lobende Worte für die Scheidenden (Greuter und Wolf) gab es von Bgm. Dr. Wolfgang Jörg: „Es ist großartig, welchen Stand die Feuerwehr Landeck erreicht hat. Das ist hochprofessionell und kann sich sehen lassen. Da fühlt man sich gut aufgehoben und sicher.“ Auch GR Manfred Jenewein richtete Lob an die Führungsspitze: Sie habe gegenüber der Stadtgemeinde immer das richtige Augenmaß bewahrt und nur das gefordert, was möglich sei. Wolfgang Büsel schilderte den Werdegang von Felix Wolf und beschrieb ihn dann mit ausführlicher Würdigung als „angenehmen und zuverlässigen Kameraden, der sich mit hoher Sachkompetenz für die Feuerwehr engagiert hat“. Franz Josef Walch wurde die Aufgabe zugeteilt ein Porträt von Reinhold Greuter zu zeichnen. Dass die Stadtfeuerwehr so gut aufgestellt ist, liege vor allem an dem nun scheidenden Kommandanten. Greuter habe sich einerseits um die Niveauanhebung der Ausbildung und die Einführung von neuer Technik gekümmert, zugleich habe er, wenn es um verschiedene Anschaffungen (Fahrzeuge, Ausrüs-tung, Gerätschaften etc.) gegangen sei, nach der Strategie „Tue Gutes und sprich darüber“ vieles erreicht. Walch glaubt, dass die Fußstapfen von Greuter für dessen Nachfolger zu groß sind, dieser müsste seine eigene Richtung verfolgen.

 

 

Führungswechsel

 

Stadtfeuerwehr: Christoph Mayer ist neuer Kommandant

 

Der Führungswechsel in der Feuerwehr Landeck wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung vollzogen: Zum neuen Kommandanten wurde Christoph Mayer gewählt, neuer Stell-vertreter ist Thomas Schönherr.

 

 

Die Wahl leitete Bgm. Dr. Wolfgang Jörg. In geheimer Abstimmung wurde Christoph Mayer mit 149 gültigen Stimmen von 153 Wahlberechtigten zum neuen Stadtkommandanten gewählt. In einem zweiten Wahlgang wurde der Stellvertreter gekürt, wofür sich Thomas Schönherr und Christoph Schrott bewarben. Von 151 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen 125 auf Schönherr und 26 Stimmen auf Schrott. Somit wurde Schönherr stellvertretender Kommandant. Christoph Mayer sprach seinem Vorgänger Lob aus: „Reinhold Greuter hat mus-tergültige Arbeit geleistet. Mir ist bewusst, dass die Latte hoch liegt“, sagte Mayer und bat die gesamte Wehr um Unterstützung. Thomas Schönherr sagte in einer ersten Reaktion, dass er das Bestmögliche geben werde, damit er den großen Fußstapfen seines Vorgängers gerecht werden könne. Bezirksfeuerwehr-Kommandant Hermann Wolf bedankte sich seinerseits bei den Scheidenden (Greuter und Wolf) für die gute Zusammenarbeit und wünschte den Neugewählten (Mayer und Schönherr) eine stets gute Hand bei den anstehenden Führungsaufgaben. In der anschließenden Wahl bestellte die Jahreshauptversammlung per Akklamation einstimmig Matthias Probst zum Kassier und Christoph Haag zum Schriftführer.

 

BILANZ. Im Vorjahr leistete die Feuerwehr Landeck mit 200 Mitgliedern (davon 151 Aktive) 87 technische Einsätze und 42 Brandeinsätze. Das sind insgesamt 129 Einsätze. Dies bedeutet eine leichte Steigerung um rund 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2017 musste die Stadtfeuerwehr zu keinem Tunneleinsatz ausrücken. Viel Eifer wurde in Übungen, Schulungen, Lehrgänge und Bewerbe investiert. Zum Beispiel wurden 790 Übungsstunden geleistet und 41 Mitglieder der Stadtfeuerwehr besuchten 52 Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Telfs. Auch die Jugendfeuerwehr (13 Burschen) hat ein aktives Jahr hinter sich: Es gab im Vorjahr 47 Zusammenkünfte.

 

EHRUNGEN. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Die Ehrenmedaille für 25-jährige Tätigkeit erhielten Bernhard Wolf, Chris-tian Buchegger und Arno Pirschner. Bereits 40 Jahre gehören Franz Graber und Gerhard Patsch der Feuerwehr an. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Erwin Hainz und Johann Grissemann ausgezeichnet.

 

Hermann Wolf, Hubert Senn, Thomas Schönherr, Felix Wolf, Christoph Mayer, Reinhold Greuter und Dr. Wolfgang Jörg (v.l.) RS-Foto: Tiefenbacher

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