25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Vils und Marktredwitz

Die Delegation der Stadträte aus Marktredwitz zusammen mit ihren Kollegen aus Vils. RS-Foto. Claus

„Internationale Verbindung“ bei gemeinsamer Feier bekräftigt

Die Verbindung zwischen der oberfränkischen Stadt Marktredwitz und der einzigen Stadt im Außerfern, Vils, hat einen geschichtlichen Hintergrund: erst im Jahr 1816 kam Vils für das ehemals österreichisch-böhmische Marktredwitz zu Tirol und umgekehrt Marktredwitz zum Königreich Bayern. Daraus entstand um 1960 zunächst eine Freundschaft, die vor 25 Jahren mit einer Städtepartnerschaft besiegelt wurde.

Aus diesem Anlass trafen sich am Wochenende die jeweiligen Stadträte und Vertreter von Vereinen, um dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Im Maura-Saal oberhalb der Brauerei des Vilser Bergbräus betonte der Vilser Bürgermeister und überzeugte Europäer, Günter Keller die gewachsene Freundschaft auf „internationaler“ Ebene. „Obwohl die Dimensionen sehr unterschiedlich sind (Marktredwitz hat 17.000 und Vils 1.700 Einwohner), ist das Verständnis untereinander vorbildlich“, stellte er fest. Zugleich stellte er die Frage, ob Städtepartnerschaften heute noch Sinn machen. Man müsse – um eine wirkliche Partnerschaft zu erreichen – diese leben und junge Menschen dafür begeistern. „In einer Zeit wie heute, wo Entwicklungen in Europa eher unklar sind, komme es auf Menschen an, die bereit sind, für manche Dinge die Blickrichtung zu ändern und Argumente auch von der anderen Seite zu betrachten.“ „Städtepartnerschaften sind für das Zusammenwachsen Europas wichtig und unbestritten“, erwiderte Horst Geißel, zweiter Bürgermeister von Marktredwitz. Er wies auf die vielen gegenseitigen Besuche hin, hier hätten sich über Jahrzehnte Bekanntschaften und Freundschaften entwickelt, die nach wie vor Bestand haben.
Das Entscheidende sei, miteinander ins Gespräch zu kommen, andere Sichtweisen kennenzulernen und er erinnerte an Momente, bei denen nicht unbedingt kommunale, sondern kulturelle Aspekte im Vordergrund standen.
Zu den Aktivitäten gehörten unter anderen der gegenseitige Besuch von Abordnungen der Feuerwehr, von Lehrkräften sowie von Chören aus Vils.
In seinem Rückblick erinnerte er auch an Otto Erd, der als Bürgermeister ein wichtiger Motor für die Städtepartnerschaft war und auch noch heute ein großer Freund der Gemeinschaft ist.
„Besonders hat uns gefreut, als er vor kurzem, gemeinsam mit Altbürgermeister Reinhard Walk, als Überraschungsgast unser Altstadtfest besucht hat“, sagte er.
Auf dem Programm für die Marktredwitzer Gäste stand am Samstag ein Besuch der Vilser Alm sowie am Abend die Teilnahme an der „Nacht der Blasmusik“ im Festzelt am Eisplatz.

Von Uwe Claus

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