5-Euro-Wohnprojekt in Inzing startet

Wohnbaulandesrat Johannes Tratter, Bürgermeister Josef Walch und TIGEWOSI-Geschäftsführer Franz Mariacher sehen der Realisierung einer 5-Euro-Wohnanlage in Inzing mit Freude entgegen. Foto: Land Tirol

Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft TIGEWOSI baut Anlage mit 18 Wohnungen

Wohnbaulandesrat Johannes Tratter gab bereits vor zwei Jahren den Startschuss für das sogenannte 5-Euro-Wohnen. Nach ersten erfolgreich umgesetzten bzw. im Bau befindlichen Projekten in Schwaz  (Bauträger NHT) und in Kitzbühel (Bauträger WE) entsteht nun auch in Inzing eine derartige Wohnanlage. – Die RUNDSCHAU berichtete kürzlich bereits ausführlich, als das Projekt bei der Gemeindeversammlung der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Montag vergangener Woche stellten LR Johannes Tratter, Bürgermeister Josef Walch und TIGEWOSI-Geschäftsführer Franz Mariacher das 5-Euro-Wohnprojekt der Presse vor. 

Nach einem Bauträgerwettbewerb, zu dem der Tiroler Bodenfonds in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Inzing eingeladen hatte, geht es nun an die konkrete Umsetzung. „Die bislang gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass die Vorgabe einer 5-Euro-Bruttomiete pro Quadratmeter und Monat in der Praxis gelingen kann, wenn eine Gemeinde, ein gemeinnütziger Bauträger und die Wohnbauförderung zusammenwirken. Ich freue mich darüber, dass heuer die Gemeinde Inzing gemeinsam mit der TIGEWOSI, die sich mit ihrem Projekt im Wettbewerb behaupten konnte, eine entsprechende Anlage realisiert“, informiert Wohnbaulandesrat Johannes Tratter beim gemeinsamen Pressetermin mit Bürgermeister Josef Walch und TIGEWOSI Geschäftsführer Franz Mariacher.

ERFOLGREICHE KOOPERATION. Neben Mitteln aus der Wohnbauförderung (WBF) und Zugeständnissen im Hinblick auf eine möglichst einfache Bauausführung und Ausstattung wird das Projekt in Inzing letztlich durch die Einbindung des Tiroler Bodenfonds (TBF) möglich, der ein dem engen Kostenrahmen entsprechendes Grundstück zur Verfügung stellte. Errichtet wird die neue 5-Euro-Wohnanlage auf dem rund 2.000 Quadratmeter großen Kalkofen-Areal. Der Baubeginn soll noch im Herbst erfolgen, mit einer Fertigstellung der Anlage ist bis Spätherbst 2019 zu rechnen. Die Vergabe der insgesamt 18 Wohnungen (12 Zwei-Zimmer-Wohnungen, fünf Drei-Zimmer-Wohnungen und eine Vier-Zimmer-Wohnung) läuft über die Gemeinde Inzing, die bereits im Sommer 2017 eine Erhebung zum vorhandenen Wohnbedarf durchgeführt hatte.

WOHNBAUFÖRDERUNG FÖRDERT „BESONDEREN WOHNBAU“. Den rechtlichen Rahmen zur Umsetzung bietet die Wohnbauförderung unter Anwendung der Richtlinie zum „Besonderen Mietwohnbau“, unterstützt durch einen Beitrag aus der WBF-Impulsförderung. Künftige Nutznießer der in diesem Rahmen errichteten Wohnungen sind Personen mit geringem Einkommen (konkret: zwei Drittel der bestehenden Einkommensgrenze in der Wohnbauförderung). „Rund ein Zwölftel des  gesamten Landesbudgets fließt in die Wohnbauförderung, deren Angebote in den letzten Jahren Schritt für Schritt ausgebaut und verbessert wurden. Mit der 5-Euro-Förderschiene für besonders günstige Wohnungen werden gezielt einkommensschwache Wohnungssuchende unterstützt“, bekräftigt Wohnbaulandesrat Tratter das Bekenntnis der Landesregierung zum leistbaren und sozialen Wohnbau.

TIROLER BODENFONDS IST WICHTIGER PARTNER. Der Tiroler Bodenfonds, der seit 1994 besteht und als  Geschäftsstelle bei der Landesabteilung Bau- und Raumordnungsrecht angesiedelt ist, bewährt sich nicht nur in Inzing als praxisgerechtes Instrument, um leistbare Grundstücke für Wohnbau sowie Industrie und Gewerbe zur Verfügung zu stellen, indem er Flächen erwirbt und diese nach entsprechender Widmung durch die jeweilige Gemeinde als kostengünstige Bauplätze anbietet. Über die Einrichtung wurden bisher nach dem Erwerb großer Grundflächen 1.500 Grundstücke für den Wohnbau sowie 130 Grundstücke für die Ansiedlung von Betrieben gebildet. Für den Wohnbau wurden 1.200 Bauplätze verkauft, für Betriebsansiedlungen 100 Grundstücke.