„Da muss man einfach Geduld haben“

Marco Fehr, Wolfgang Jörg, Siegmund Geiger, Wolfgang Hechenberger und Otmar Ladner (v.l.) RS-Foto: Haueis

Unternehmer im Talkessel suchen Fachkräfte, auch Breitband und Betriebsgrundstücke sind Thema

 

Das „Standortzentrum Landeck Zams“ hat eine Unternehmerumfrage durchgeführt. Ergebnis: Fachkräfte zu finden ist schwierig, und fast ein Viertel verfügt derzeit nicht über die in Zukunft nötigen Räumlichkeiten.

 

Von Daniel Haueis

 

Das „Standortzentrum Landeck Zams“ (SLZ) hat mit Unterstützung der WK Landeck unter Mag. Otmar Ladner erhoben, wie’s den Unternehmen im Talkessel geht und was sie erwarten bzw. benötigen. 108 der 403 ausgesendeten Fragebögen kamen ausgefüllt retour. Geantwortet haben großteils Dienstleistungs- (31%), Handels- (29%), Handwerks-/Gewerbe- (26%) und Gastronomie-/Tourismusbetriebe (10%). Sie beschäftigen 1050 Mitarbeiter, wobei ein gutes Viertel den Personalstand in den kommenden zwei Jahren erhöhen will (4% wollen reduzieren) – dies sollen zusätzliche 90 Arbeitsplätze sein.

 

PERSONAL UND RÄUMLICHKEITEN. Bedarf an zusätzlichen Fachkräften haben schon jetzt 38 Prozent. Aber: 71 Prozent finden es eher/sehr schwierig, Fachkräfte zu finden – 126 Fachkräfte werden von den befragten Betrieben in den kommenden zwei Jahren gesucht. Zudem haben 67% Schwierigkeiten, geeignete Lehrlinge zu finden. Dennoch zeigt das Stimmungsbarometer bei 75% der befragten Unternehmen auf sehr/eher gut. Bei der Frage nach der Auftragslage stimmen sogar 87 für diese Bewertungen. Dementsprechend sind 38 Prozent bereit zu investieren – 13 Millionen Euro sollen es allein in den nächsten zwei bis drei Jahren sein. Mit ihrem Standort sind 80% eher/sehr zufrieden, 20% sehr/eher unzufrieden (besonders wichtig sind den Unternehmern Straßenanbindung und Breitbandversorgung). 24% geben an, dass die derzeitigen Räumlichkeiten nicht den zukünftigen betrieblichen Anforderungen entsprechen.

 

PSG HAT EIN GRUNDSTÜCK GEKAUFT. Mag. Marco Fehr, Geschäftsführer des Standortzentrums Landeck Zams und der Projekt- und Strukturgenossenschaft (PSG), schließt aus den Ergebnissen der Befragung: Breitbandinfrastruktur sei flächendeckend auszubauen. Und natürlich sind kostengünstiger Grund und Boden für die Entwicklung von Betrieben wichtig. „Mit Eigentum ist man handlungsfähig“, sagt auch Bgm. Dr. Wolfgang Jörg aus Landeck. Die PSG konnte bisher aber lediglich ein Grundstück ankaufen – das ehemalige Billa-Areal in Bruggen (plus eine Option für eine Gewerbefläche). „Wir hätten schon gerne mehr solche Transaktionen abgewickelt“, sagt RBO-Chef Mag. Wolfgang Hechenberger. Das benötige aber Zeit: Um den Talkessel langfristig weiterzuentwickeln, „muss man einfach Geduld haben“. Bgm. Mag. Siegmund Geiger aus Zams sieht den Talkessel mit dem SLZ und der PSG jedenfalls „auf dem richtigen Weg“ – es gehe um die Betreuung bestehender Betriebe und auch Ansiedlungen. Apropos Grundstücke: Die Perjener und die Zammer Felder anzutasten, sei kein Thema, sagen die Bürgermeister.