Alte Fresken gerettet

Werke von Anton Christian als Geschenk an den Kulturverein LechtalSpuren

Der Kulturverein LechtalSpuren, mit Obmann Dipl.-Ing. Stefan Hanny und seinem Team setzt sich für den Erhalt von Fresken ein, die am Gemeindehaus von Bach vor 50 Jahren angebracht wurden, denn das alte Gemeindehaus wird abgerissen und Fresken an der Außenwand sollten der Spitzhacke zum Opfer fallen. 

Der Verein hat bereits im April 2016 für die Gemeinde Bach ein Standortkonzept zur Erhaltung der Fresken entwickelt und im Juli 2016 vorgelegt. Die Gemeinde hat nicht darauf reagiert. Anfang Februar 2017 wurde durch maßgebende Stellen, dem Bundesdenkmalamt und der Landeskulturabteilung festgestellt, dass die Erhaltung der Fresken im öffentlichen Interesse ist. Daraufhin wurde am 15. Februar der Beschluss gefasst, die Fresken dem Verein LechtalSpuren zu schenken.
Seitens des Kulturvereins wurden mit der Kulturabteilung des Landes, unter Führung von Landesrätin Dr. Beate Palfrader und der Landesgedächtnisstiftung, unter Vorsitz von Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa Gespräche aufgenommen. Beide Institutionen sicherten dem Verein die Finanzierung der auf 50.000 Euro geschätzten Kosten für die Abnahme, die Restaurierung und die Anbringung auf einem öffentlichen Gebäude zu. Aufgrund dieser Zusagen konnte der Kulturverein die Schenkung annehmen und die Projektträgerschaft von der Gemeinde übernehmen.
Und hierum geht es nun: Im Oberen Lechtal ist der Künstler Toni Kirchmayr (1887-1965) kein Unbekannter. Die Fassade des Gasthofs „Grüner Baum”, die Fresken am Eingang der Volksschule Bach und den Christophorus an der Außenseite der Pfarrkirche in Bach hat er gemalt. Er gründete 1919 seine Malschule im Innsbrucker Stadtturm, aus der eine Reihe namhafter Tiroler Künstler hervorgegangen ist. Sowohl als freier Künstler als auch als Meister hat er gewirkt.
Sein Sohn Anton Kirchmayr, unter dem Künstlernamen Anton Christian (1940) bekannt, ist als Künstler in die Fußstapfen des Vaters getreten. Laut Ernst Hornstein, Mitglied des Tiroler Kulturbeirates, ist Professor Anton Christian einer der profiliertesten zeitgenössischen Künstler Tirols. Von ihm stammen die beiden Fresken am Gemeindehaus, das große Gemälde „Leben und Schaffen im ländlichen Raum“ und das Bildnis des Hl. Florian. Für das Erstere wurde vom Verein LechtalSpuren der Standort „Neue Mittelschule Lechtal“ in Elbigenalp an der Hauptstraße gegenüber vom Gemeindeamt gefunden. Der Schulverband hat in seiner Sitzung vom 14. März 2017 beschlossen, dass die Fresken dort angebracht werden können. Für die Gemeinde Elbigenalp und den Schulverband fallen dabei keine Kosten an.
Seit Anfang März war die Firma „Artess“ mit Vorbereitungsarbeiten zur Abnahme der Fresken beschäftigt. Die Farbe und der Untergrund mussten fixiert werden. Dabei durfte es nicht zu kalt sein. Die Bilder sind nun abtransportiert worden und werden in der Werkstätte der Firma „Artess” restauriert, kommen dort in einen Metallrahmen, den die Firma Stocker aus Grießau konstruiert. Die Rückseite ist aus Spezialmaterial, wie es auch bei Flugzeugen für die Außenschicht verwendet wird. So können die Fresken wie Bilder auf- und umgehängt werden. Die End-restaurierung erfolgt dann vor Ort.
Als externer Betreuer des Vereines hat der gebürtige Bacher FOL.Str. Anton Walch, seines Zeichens pensionierter Vorstand der Abteilung für Kunsthandwerk, Grafik und Design der HTL-Trenkwalderstraße in Innsbruck und Ehrenzeichenträger der Gemeinde Bach, die fachliche Koordination der Erhaltung der Fresken übernommen. Die Beratung erfolgt durch Experten des Bundesdenkmalamtes.
Für das zweite Fresko, den Hl. Florian, ist der Verein noch auf der Suche nach einem öffentlichen Gebäude. Landrätin Dr. Palfrader meinte, dass die Fresken in den Bezirk gehören, am besten ins Lechtal. Auf dem Fresko ist auch die Bacher Kirche zu sehen.

Von Claudia Chauvin

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