„Am 4. November ist das Rote Kreuz eingezogen!“

Das Rote Kreuz hat in Längenfeld seit 4. November eine neue Heimat. Demnächst folgen Feuerwehr und Bergrettung. RS-Foto: Parth

Atemberaubendes, topmodernes und großzügiges Einsatzzentrum in Längenfeld

Stattliche 5,2 Millionen werde es kosten, bestätigt Bürgermeister Richard Grüner und unterstreicht: „Überschreitungen wird es keine geben!“ Dass für die investierte Summe ein repräsentatives Gebäude binnen eines Jahres Bauzeit aus der Erde gestampft wurde, davon werden sich alle Schaulustigen „bei der Einweihungsfeier im Frühjahr“ selbst ein Bild machen können. Der Termin für dieses Event werde rechtzeitig bekanntgegeben, so der Gemeindechef. Vorab durfte die RUNDSCHAU schon einmal kurz durch das Schlüsselloch blicken.

Von Thomas Parth

Betritt man das neue Einsatzzentrum in Längenfeld, welches künftig neben dem Roten Kreuz auch den Feuerwehren Längenfelds (Unterried und Dorf) sowie der Bergrettung eine neue Heimat bieten wird, kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Die schiere Kubatur, die enormen Raumhöhen der Garagen, das durchdachte Gesamtkonzept und die verbindenden Elemente lassen das Herz des neugierigen Journalisten höher schlagen.

Einweihungsfeier.

„Ich war kaum im Amt, da ist diese Frage nach dem Einsatzzentrum auf meinen Schreibtisch gekommen“, erinnert sich Bürgermeister Richard Grüner. Er und der Gemeinderat überdachten den Standort neu, war doch das Zentrum doch zunächst beim Kreisverkehr in Oberlängenfeld vorgesehen. Ein Gespräch mit dem Privatgrundbesitzer und eine rasche Einigung machten die Überlegungen konkret. „Mitte, Ende Oktober 2016 war dann Baustart. Das Wetter spielte uns bis Weihnachten gut mit und auch nach dem Jahreswechsel hatten wir von Anfang Feber bis Ostern nur einen Tag Wetterschicht“, freut sich Grüner über das Wetterglück, welches eine rasche Umsetzung ermöglichte. Die beteiligten Firmen hätten allesamt gut mitgespielt „und sauber gearbeitet“, bescheinigt der Bürgermeister und versichert: „Im Frühjahr 2018 wird es eine offizielle Einweihungsfeier geben. Der Termin wird früh genug fixiert und bekanntgegeben. Das gehört auch gefeiert, weil so eine Investition auch für die zweitgrößte Gemeinde im Bezirk nicht alltäglich ist.“

Synergien.

„Wir haben 65 aktive Rettungsmitglieder“, weiß Ortsstellenleiter David Schmid: „Hinzu kommen noch 15 Jugend-Rot-Kreuzler im Nachwuchs.“ An hauptamtlichen Mitarbeitern gebe es 2,5 plus zwei ständige Zivildiener. „An einer Lösung sind wir vom Roten Kreuz schon lange dran“, bestätigt RK-Obmann Günther Kugler: „Bislang fehlte für eine gemeinsame Lösung der Platz, weshalb uns zunächst eine Adaptierung bzw. ein Abriss des Feuerwehrhauses wahrscheinlich erschienen ist.“ Der großzügige Neubau biete ungleich bessere Voraussetzungen für alle Blaulichtorganisationen: Gemeinsam genutzte Aufenthalts- oder Lagerräume, Seminar- oder Besprechungsräume, sanitäre Einrichtungen, einen behindertengerechten Eingangsbereich und eine gemeinsam genutzte Waschbox, das Katastrophenlager, ausreichend Parkplätze sowie ein Hubschraubernotlandeplatz uvm. „All das begünstigt im Einsatzfall ein Miteinander aller Organisationen“, weiß Kugler, dem auch RK-Geschäftsführer Thomas Köll beipflichtet: „Und die Kameradschaft kommt ebenfalls nicht zu kurz.“

Riesenfreude.

Der Gebäuderundgang macht deutlich: Die hohen Erwartungen werden sogar noch übertroffen. Im Kameradschaftsraum der Rot-Kreuzler wird bereits Dart gespielt. Die Küche hält Erfrischungsgetränke bereit. Immer wieder, wenn man durch die Mannschaftsräume geht, lassen Fenster nicht nur den Blick nach draußen, sondern auch in die Mega-Garage zu. Hier werden sechs Feuerwehrautos, zwei Rettungswagen plus zwei Pkw der Rettung und ein Einsatzfahrzeug der Bergrettung untergestellt. „Das ist sicherlich ein Meilenstein in der Notfallversorgung von 5000 Einwohnern bei 700000 Nächtigungen im Tourismus“, bestätigt Günther Kugler. „Wir schätzen die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Längenfeld und die Handschlagqualität“, lobt Thomas Köll und hebt hervor, dass das Rot-Kreuz-Team in Längenfeld stets hinter dem Projekt gestanden ist: „Bestes Beispiel dafür war der Tag, an dem wir übersiedelt sind. Es waren unter Dienstführer Roland Neurauter mehr Leute zum Helfen da, als es in Wahrheit gebraucht hätte. Das kommt daher, weil sich alle mit dem Projekt identifizieren. Alle haben eine Riesenfreude!“

Vom Seminarraum lässt sich ein Blick in die Feuerwehrgarage werfen. RS-Fotos: Parth
Im Aufenthaltsraum wird bereits fleißig Dart gespielt. Teamwork und Kameradschaft stehen im Vordergrund.
Ausreichend Platz für Mannschaft und Gefährt: Echt sehenswert!