Auf den Spuren Johann Jakob Herkommers

Referent Klaus Wankmiller bei der PowerPoint Präsentation der Außenansicht des Klosters St. Mang – Herkomers Lebenswerk. RS-Foto: Claus

Klaus Wankmiller referierte am Nationalfeiertag über den großen BarockbaumeisterAuf Spurensuche begab sich Referent Klaus Wankmiller zusammen mit seinen Zuhörern, um ihnen das Leben und Werk des Barockbaumeisters Johann Jakob Herkomer näherzubringen. Am Vorabend des 300. Sterbetages sagte Wankmiller im Museum im Grünen Haus in Reutte, dass die Spuren nicht ganz einfach zu verfolgen sind, da viele Nachweise fehlen.

Herkomer wurde vermutlich am 3. Juli 1652 in Sameister bei Roßhaupten (Ostallgäu) geboren, zählt zu den großen Architekten seiner Zeit und war auch als Maler, Stuckateur und Bildhauer tätig. Sein Berufsweg ist in vielen Phasen nicht nachvollziehbar, aber es gibt mehrere Hinweise darauf, dass sich der Baumeister nach seiner Lehrzeit rund zehn Jahre (1675-1685) in Italien aufhielt. Von dort brachte er viele Denkanstöße mit, die er in seine späteren Werke im Allgäu und im Außerfern einbrachte.
Die wohl bekanntesten Bauwerke, die in unserer Region nach seinen Plänen erstellt wurden, waren das Kloster St. Mang und die Krippkirche in Füssen, die Pfarrkirche in Vils sowie einige An- und Umbauten an bestehenden Gotteshäusern im gesamten Allgäu. Die Innsbrucker Stadtpfarrkirche St. Jakob (heute Dom) wurde 1717 nach den Plänen von Herkomer begonnen und von seinem Neffen Johann Georg Fischer vollendet. Ein besonderes Schmuckstück ist die Familienkapelle in Sameister, für die er nicht nur als Architekt, sondern auch als Maler, Freskant, Bildhauer und Stuckateur wirkte. Die Weihe fand am 10. Juni 1688 durch den Augsburger Weihbischof Egolf von Westernach statt. 1694 und 1698 reiste er nochmals nach Italien, um beim Papst in Rom die Ablassurkunde für seine Kapelle in Sameister zu erwerben. Nachweise über von ihm geplante Werke in Italien gibt es nicht. Seine Spuren im Allgäu tauchen immer wieder auf, jedoch steht hinter manchem der ihm zugeschriebene Werke ein Fragezeichen. Erwähnt seien als nachgewiesene Spuren im Außerfern noch die Planung der Zunftkirche in Bichlbach, die jedoch von Andreas Hafenegger aus Tannheim in abgewandelter Form umgesetzt wurde sowie der Entwurf und die Ausführung des Altars in der Hüttkapelle in Pflach.

Von Uwe Claus

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