Auf Kandarhar wurde Traum vom Stockerl wahr

Hatten ihren Spaß beim ORF-Interview: Stephanie Venier (l.) und Anna Veit. Bild rechts: Stephanie Venier freute sich sichtlich über ihren ersten Stockerlplatz. Fotos: Dagmar Abfalterer

Oberperferin Stephanie Venier fährt im Super-G von Garmisch/Partenkirchen zu ihrem ersten Podestplatz

Was war das für ein von Ups & Downs geprägtes Speed-Wochenende für Stephanie Venier. Unter der Woche krankheitsbedingt noch mehr Zeit im Bett als auf der Piste verbracht, raste die „wilde Henne vom Ranggerköpfl“ im Super-G sensationell auf Rang zwei. Geschlagen nur von der Schweizerin Lara Gut.

Dabei standen die „Kandahar-Rennen“ von Garmisch/Partenkirchen anfangs unter gar keinem guten Stern. „Ich bin von Sonntag bis Mittwoch mit Fieber und allem Drum und Dran gelegen und hab in der Abfahrt einfach nur versucht, das Beste draus zu machen“, gelang Venier vor allem im oberen Streckenteil ein sehr gutes Rennen. Ein Patzer nach der dritten Zwischenzeit kostete letztlich einen durchaus möglichen Top-Ten-Platz. „Vielleicht habe ich ein wenig zu viel riskiert. Aber bis zu diesem Fehler war es ganz gut. Danach ist mir einfach auch die Kraft ausgegangen“, liest sich der 17. Platz ob der körperlichen Verfassung dennoch sehr beachtlich.

Ganz zu schweigen vom Auftritt im sonntägigen Super-G. Mit Startnummer zwei ins Rennen gegangen, zauberte die 23-Jährige eine nahezu perfekte Fahrt in den Garmischer Schnee. Am Ende stand, sehr zur Freude des zahlreich angereisten Oberperfer Anhangs, mit Rang zwei – 67 Hundertstel fehlten auf Siegerin Lara Gut – der erste Podestplatz ihrer  Karriere. „Das ist richtig cool. Ich kann es immer noch nicht ganz glauben. Ich bin einfach nur megahappy“, fand Venier auf der selektiven „Kandahar“ die richtige Mischung aus „volle Attacke“ und „kühlen Kopf bewahren“. „Ich habe mir vorgenommen, Vollgas zu geben oder mit grün auszuscheiden. Und das ist mir gut gelungen. Man hat einfach mit Kopf fahren müssen. An gewissen Stellen Gas geben und an anderen Stellen wieder dosieren.“

Mit diesem zweiten Platz löste Venier nun wohl auch endgültig das Ticket für die alpine Ski-WM in St. Moritz. In der Disziplinen-Wertung liegt die Oberperferin nach drei von sieben Bewerben mit 125 Punkten als beste Österreicherin auf Rang drei. Und vor dem Saisonhighlight im Schweizer Nobelskiort stehen nur noch zwei Speed-Bewerbe – kommendes Wochenende in Cortina d` Ampezzo – am Programm.

Von Alex Dosch

Familie und Freunde stießen auf den Podestplatz an. Foto: Dagmar Abfalterer