Aus Landeck in die Welt

Michael Tiefenbacher: aus Landeck stammender Dozent und vielfaches Bandmitglied mit dem Ö1-Prädikat „Ausnahme-Pianist“ RS-Foto: Tiefenbacher

Pianist Michael Tiefenbacher auf Amerika-Tour

 

Der aus Landeck stammende Michael Tiefenbacher tourt dieser Tage mit „Studio Dan“ durch Nordamerika. Im kommenden Jahr tritt er z.B. als Ensemblemitglied in der Elbphilharmonie in Hamburg auf. Der Pianist ist ein im Jazz und auch in zeitgenössischer Musik vielbeschäftigter Mann.

 

Von Daniel Haueis

 

Michael Tiefenbacher, Jahrgang 1982 und ein echter „Eader“, ist Dozent für Klavier am Vienna Music Institute. Nach dem Jazzklavierstudium am Landeskonservatorium und am Gustav-Mahler-Konservatorium in Wien unterrichtet er seit 2009 in der Bundeshauptstadt Klavier, Ensemble/Live Performance sowie Musiktheoretische Praxis. Seine musikalische Bandbreite ist eine beachtliche, wovon auch seine Aktivitäten zeugen – zusammengearbeitet hat er etwa mit Billy Cobham, Wolfgang Puschnig, Zipflo Weinrich oder Florian Bramböck, um ein paar auch jenseits der Jazzszene bekannte Namen zu nennen. Mit der Band „Cafe Drechsler“ ist er in Afrika und Amerika aufgetreten und mit „Studio Dan“ war er auf Europatour, mitgewirkt hat er auch an der Oper „Schneewittchen“ von Wolfgang Mitterer oder an den Aufführungen von Karlheinz Stockhausens „Der kleine Harlekin“ in Wien, Graz und München. Und: In der mittlerweile wohl weltbekannten Elbphilharmonie in Hamburg ist der „Harlekin“ im kommenden Jahr zu erleben (18. bis 20. Mai).

 

LIVE UND AUF CD. Tonträger und Rundfunkaufzeichnungen mit Michael Tiefenbacher an den Tasten gibt’s u.a. von Studio Dan, Barry Good, dem Duo Mayr/Tiefenbacher oder Wolfgang Mitterer. Im Jahr 2018 dürften zwei CDs hinzukommen: Tiefenbacher, Georg Kostron und Mathias Koch waren bereits im Studio und bringen als Trio eine Aufnahme heraus, die möglicherweise auch in Landeck vorgestellt wird. Eine weitere Band mit Tiefenbacher an den Keyboards ist „Means of Polarity“ – Demos wurden bereits eingespielt, die CD sollte 2018 folgen. Im Herbst eventuell auch eine Tour, die sie wiederum u.a. nach Tirol führen könnte. Live zu hören war Tiefenbacher im Oktober in Wien bei „A house full of music“ – die abenteuerliche Hör-Reise durch den Alltag für junges Publikum mit Musik von John Cage wird 2018 beim Carinthischen Sommer nochmals zu erleben sein. Mit „Songs I Like“ trat Tiefenbacher am 28. Oktober im Rahmen von „Jazz & The City Salzburg“ mit Christoph Pepe Auer auf – Tiefenbacher wird mit diesem Projekt im kommenden Jahr mehrmals auf Deutschland-Tournee gehen. Allein die bisher genannten Namen der Musiker lassen erahnen, welche musikalische Bandbreite, welches Potenzial und welche Qualität der Landecker zu bieten hat. Man kann es auch mit Andreas Felber, Ö1, sagen: „Michael Tiefenbacher, ein Ausnahme-Pianist aus Tirol. Ein Name, den man sich merken sollte.“ Tiefenbacher selbst ist es „sehr wichtig, einen intuitiven Zugang zur Musik zu vermitteln. Das bedeutet, sein Instrument gut zu kennen und zu beherrschen, das Gehör so gut als möglich zu entwickeln und die musikalische Vorstellungskraft weiterzubilden“.

 

TORONTO BIS NEW YORK. „Studio Dan“ hat in Tiefenbachers musikalischem Leben aktuell große Bedeutung. Die von Daniel Riegler gegründete und derzeit neunköpfige Band spielt alles, was zeitgenössische klassische Musik und Jazz zu bieten haben. Uraufführungen des Avantgarde-Jazz-Posaunisten George Lewis und der Komponistin Oxana Omelchuk mit Tiefenbacher waren heuer beim Steirischen Herbst (und auf Ö1) zu hören.
Und mit „Studio Dan“ tourt er nun durch Nordamerika – übrigens auch die Zammerin Sophia Goidinger-Koch (Jahrgang 1987, sie arbeitet in Wien als freischaffende Violinistin für zeitgenössische und improvisierte Musik). Neun Musiker und auch zwei Komponisten sind dabei, wenn es von 26. November bis 1. Dezember von Toronto über Ottawa und Montreal bis ins Austrian Cultural Forum in New York City geht. „Es ist etwas Besonderes, weil Komponisten dabei sind. Und die Musik wurde für uns geschrieben“, sagt Tiefenbacher – und es sind Kompositionen für die Band, oft Welturaufführungen, jedenfalls stets nordamerikanische Erstaufführungen. Bei seinem ersten Auftritt in Kanada und den USA präsentiert das Ensemble „Studio Dan“ österreichische Komponisten wie Daniel Riegler, Caitlin Smith oder Christoph Walder, weitere junge europäische Komponisten wie Oxana Omelchuk sind ebenfalls vertreten. Ein filmischer Vorgeschmack samt Einladung findet sich auf startnext.com (https://www.startnext.com/studio-dan-on-tour), wo man sich für einen finanziellen Beitrag „Dankeschöns“ sichern kann – vom „Studio Dan“-Kalender um 10 Euro über den exklusiv komponierten Klingelton um 50 Euro oder die Unterrichtsstunde um 80 Euro bis zum Privatkonzert um 1.176 Euro.