Basti und Bumsti

Liebe Freunde der kabarettistischen Betrachtung von Politikern!

Kaum sind neue Regierungen gebildet und andere Gesichter installiert, schlagen die Humoristen gnadenlos zu. In Zeiten von Facebook, Twitter, Instagram und anderen sozialen Medien ist der Witz schneller als so mancher Sager unserer Volksvertreter. Von witzig, frech und originell bis hin zu plump und herabwürdigend reicht die Palette der Sprüche und auch der bildlichen Darstellungen in Grafiken und Cartoons. Wer im Netz surft, wird rasch fündig. Insiderkreise bezeichnen Kanzler Kurz und dessen Vize Strache bereits wie Comicfiguren „Basti & Bumsti“. Solche Namensverleihungen kommen übrigens nicht nur von politischen Gegnern. Den neuen Innenminister Herbert Kickl von der FPÖ hat seine eigene Cousine auf dem Kieker. Die renommierte IT-Spezialistin Daniela Kickl betreibt Vergangenheitsbewältigung in der eigenen Familie. Ihren Vetter erinnert sie an seine einstigen Wahlslogans wie „Daham statt Islam“ oder „Glockenklang statt Muezzingesang“ und kommentiert angekündigte Sozialkürzungen mit Sprüchen wie „Lieber Marx statt Hartz“. Ihren Spruch „Lieber schlau als blau“ relativiert sie mit den Worten: „Das reimt sich schön und polarisiert gelungen. Aber irgendwie gefällt es mir dennoch nicht, weil es implizieren würde, dass alle FPÖ-Wähler unschlau seien, was ja so nicht stimmt.“

Bumsti und Basti – das sitzt! Nun lernen wir daraus gleich mehrerlei. Erstens ist die Mehrheit der Stimmen ein Geschenk auf Zeit. Zweitens wollen Wähler nach Sprüchen Taten sehen. Drittens ist der Weg von der Opposition in die Regierung ein Bohren an harten Brettern. Und viertens ergänzen die Humoristen ständig altbekanntes Spruchgut. Nach Freund, Feind und Parteifreund erweiterte die Cousine des Ministers den Begriff „Vetternwirtschaft“ um eine weitere tiefsinnige Bedeutung. Wie heißt es da so schön? „Gott erhalte mir die Landschaft – zwischen mir und meiner Verwandtschaft!“

Meinhard Eiter


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