Beifall für „Attraktivierung Bahnhof Seefeld“

Mehrere Monate lang wird der Bahnhof Seefeld umgebaut. Pünklich zur Nordischen WM 2019 soll er sich äußerst kundenfreundlich präsentieren. Animation: ÖBB

Bauarbeiten verlangen bis Ende Oktober 2018 viel Geduld von Seefeldern und Touristen

Trotz der angekündigten massiven Einschränkungen und Behinderungen ernteten die Referenten einer sehr gut besuchten Gemeindeversammlung im Sport- und Kongresszentrum viel Beifall und Anerkennung für ihre Ausführungen zur in Kürze  beginnenden Umgestaltung des Bahnhofsareals. Bürgermeister Werner Frießer rechnet zwar nach eigenen Angaben damit, dass in den kommenden zwei Jahren noch „viel geschimpft“ wird, versicherte aber zugleich, dass in die ganzen Planungen „viel Hirnschmalz eingeflossen“ sei.

Für die ÖBB Infra saßen Projektleiter Ing. Günter Oberhauser und Planungskoordinator Ing. Helmut Mosheimer auf dem Podium.  Wegen des „engen Terminkorsetts“ arbeite man von Beginn an „am Limit“, baten die beiden um Verständnis für Umleitungen, Sperren und Behinderungen und warnten schon jetzt, es dürfe überhaupt nichts Unvorhergesehenes passieren, wenn das 22,8 Mio teure Gemeinschaftsprojekt von Land, Gemeinde, TVB und ÖBB im angestrebten Zeitplan verwirklicht werden solle. Dieser Zeitplan beginnt mit der ersten Hauptbauphase am 13. März 2017 (Sperre der Bahnhofshalle) und endet am 31. Oktober 2018. Dann soll das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude innen völlig neu gestaltet, modernisiert und barrierefrei sein und die Fußgängerzone direkt bis zu den dann nur noch zwei Gleisen reichen. Auch der TVB findet im Bahnhof ein neues Zuhause: „Dort, wo er hin gehört“ wie TVB-Chef Elias Walser meinte. Den Beginn der Arbeiten am 13.3. werden zumindest die Anlieger kaum überhören, denn da starten die ÖBB die Rammarbeiten für die neue Oberleitung im Bahnhofsbereich. Nach und nach werden in Folge alle Gleisanlagen ausgetauscht, zusätzliche Weichen eingebaut, die Bahnübergänge im Süden und Norden teilweise verlegt und auf den neuesten technischen Stand gebracht  und die Bahnsteige überdacht und so weit verlängert, dass dort jeweils zwei komplette Zuggarnituren Platz finden. Zudem werden Personenlifte eingebaut, die Fußgängerunterführung auf fünf Meter verbreitert und vor allem das jetzige Gleis 3 entfernt, damit Platz entsteht für einen großzügigen  Ausbau des südlichen Riehlwegs mit Zugang zu den Gleisen, den Personenliften und  neuen Taxistandplätzen.

KOPFZERBRECHEN. Im nördlichen Teil hat der Riehlweg den Planern bis zuletzt großes Kopfzerbrechen gemacht, ein Treffen mit den Anliegern soll in diesen Tagen eine endgültige Entscheidung über die künftige Verkehrsführung bringen, die Varianten reichen von Einbahnregelungen bis zu Durchfahrtsperren außer für Anlieger. Kopfzerbrechen machte ihnen aber auch, dass während der gesamten Bauzeit ständig zwei Gleise zur Verfügung stehen müssen, weil Seefeld ein Begegnungsbahnhof ist, und Kopfzerbrechen machte und macht vor allem der Zeitdruck durch die WM in 2019. Nicht ganz so problematisch sehen sie dagegen den zu erwartenden Baustellenverkehr, obwohl im unmittelbaren Umfeld des Bahnhofs gleichzeitig zwei Hochbauprojekte entstehen.

OPTIK UND AKUSTIK. Wenn man in einigen Monaten einmal von der begrünten Fußgängerzone über den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz direkt zu den Gleisen oder zum neuen Busterminal kommt oder vom Zug zum Bus gelangt, ohne nass zu werden, und modernste Technik überall aktuelle Informationen optisch und akustisch bereit hält, dann dürfte jetzt hie und da aufkeimender eventueller Ärger bald verflogen sein. Hat Seefeld doch dann vermutlich einen der schönsten Bahnhöfe in ganz Tirol.

Von Gerd Harthauser

Der neue Bahnhof in Seefeld wird sich sprichwörtlich WM-reif zeigen. Animation: ÖBB

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