„Beim Essen und Reden kemmen d’Leit zamm“

Das Sprachencafé ist für alle Interessierten jeden ersten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Foto: Integrationsbüro

Regelmäßig wird bei einer Tasse Sprache und einem Teller Kultur in Imst Integration gelebt

In gemütlichem Ambiente, beim Kaffeetrinken oder beim kulinarischen Genuss lernt man sich leichter kennen. Das Integrationsbüro Imst veranstaltet deshalb schon seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, einer Gruppe von Asylwerbern und den Tiroler Sozialen Diensten einmal im Monat einen Restaurant Day im Flüchtlingsheim „Sonneninsel“. Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich außerdem an Sprachen interessierte Menschen im Cafè „Rosengartl“, um sich bei Kaffee (und Kuchen) miteinander in den unterschiedlichen Sprachen zu unterhalten.

Von Agnes Dorn

Jeden dritten Freitag im Monat verwandelt sich das Flüchtlingsheim Sonneninsel in eine Art „Restaurantbetrieb“, frei nach der aus Finnland stammenden Idee des „Restaurant Days“, an dem jeder überall für einen Tag ein Restaurant eröffnen kann. So bietet ein ehrenamtliches Team in Kooperation mit dem Integrationsbüro und den Tiroler Sozialen Diensten Gästen einen tollen Begegnungsabend unter dem Motto „Übern Tellerrand“. Eine Gruppe von Asylwerbern kocht Gerichte aus ihrer Heimat und in einem zum Restaurant umgewandelten Raum können sich Besucher und Bewohner an einer köstlich duftenden Küche erfreuen. Dabei kommt es zu einem gemütlichen Beisammensein und es kann ein kultureller Austausch stattfinden – wie unser altbekanntes Sprichwort so schön sagt: „Beim Essen kemmen d’Leit zamm“. Der nächste kulinarische Abend wird am 26. Jänner sein, da darf man sich dann an den Spezialitäten der afghanischen Küche erfreuen. Wenn jemand außerdem Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit im Bereich Migration und Integration hat oder Interesse am nächsten Restaurant Day, so kann er oder sie sich an Kirsten Mayr vom Integrationsbüro entweder unter Tel. 066460698218 oder per E-Mail an integrationsbuero@cni.at. wenden.

Eine Tasse voll Sprache.

„Sprachen sind keine Barrieren, sondern in erster Linie die Basis unserer Gesellschaft. Sich zu verständigen und miteinander zu kommunizieren, zählt seit Anfang an zu einer der wichtigsten und kulturell wertvollsten Eigenschaften des Menschen“, erläutert Mayr die Ausgangslage für die zweite regelmäßig stattfindende Veranstaltung des Integrationsbüros. Diese Botschaft zu vermitteln ist eines der Ziele der Sprachencafés. Bei gemütlicher Atmosphäre treffen sich Menschen aus verschiedenen Kulturen und sprechen gemeinsam die dargebotenen Sprachen. Die Sprachtische werden von Muttersprachlern geführt und geleitet, den Besuchern steht es frei sich für einen bestimmten Tisch zu entscheiden. „Ein paar Grundkenntnisse sollte man allerdings schon aufweisen“, bemerkt Mayr. Begonnen hat alles im Dezember des Jahres 2016, als sich eine Gruppe von Ehrenamtlichen zusammen mit der Leiterin des Integrationsbüros getroffen hat, um das bereits seit Jahrzehnten in anderen Städten erfolgreiche Projekt auch in die Bezirkshauptstadt zu holen. „Sprachencafés gibt es fast in jeder größeren Stadt, auch in Innsbruck läuft es bereits seit Jahren sehr erfolgreich. Aufgrund der fast 80 verschiedenen Kulturen, welche es bei uns hier gibt, dachten wir uns, dass es auch hier in Imst erfolgreich laufen könnte“, so Mayr. Der Startschuss für das Projekt erfolgte im Februar im Cafè „Rosengartl“ beim Pflegezentrum Gurgltal und seither werden dort jeden ersten Dienstag im Monat von 17 bis 19 Uhr viele verschieden Sprachen gesprochen. Neben Deutsch ist Englisch, Spanisch, Arabisch, Türkisch, Französisch oder Italienisch und Ungarisch an den Tischen zu vernehmen.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.