Beschwerde erfolglos

Bgm. Wilfried Fink verteidigt den Gemeinderatsbeschluss. RS-Foto: Tiefenbacher

Jagdvergabe in Schönwies: Vertragsabschluss mit dem Jagdverein Schönwies steht nichts mehr im Wege

 

Die Aufsichtsbeschwerden bei der Agrarbehörde und Gemeindeaufsicht gegen die Vergabe der beiden Jagden Alpe Larsenn und Schönwies Nordseite an den Jagdverein Schönwies durch den Schönwieser Gemeinderat wurden erfolglos eingebracht. Beide Behörden erklärten sich für nicht befugt, diesen Gemeinderatsbeschluss zu beheben.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Wie berichtet gab es im Rahmen der Ausschreibung dieser beiden Jagden sieben Angebote. Nach einer emotionalen Debatte entschied der Schönwieser Gemeinderat mit 8:5 Stimmen, die Jagden an den Jagdverein Schönwies zu vergeben. Bgm. Wilfried Fink und seine Fraktion sowie die Bürgerliste favorisierten den Jagdverein Schönwies, die Liste „Für Schönwies“ mit Dr. Peter Raggl warf sich für den langjährgen Pächter Erwin Bouvier sen. in die Bresche. Bouvier stellte das dritthöchste Angebot (18.200 Euro) und der Jagdverein Schönwies gab das sechsthöchste Angebot (13.000 Euro) ab. Das Angebot mit dem höchsten Preis (23.700 Euro) stammt von Dominik Plank und Franz Höllwarth aus Stumm im Zillertal.

 

AUFSICHTSBESCHWERDEN ERFOLGLOS. Zwei Aufsichtsbeschwerden gingen nach dem Gemeinderatsbeschluss bei den Aufsichtsbehörden ein. Darunter war auch die von vielen erwartete Beschwerde von Gemeindevorstand Peter Raggl, die von weiteren Gemeindebürgern von Schönwies unterfertigt ist. Die Gemeindeaufsicht (BH Landeck) stellte fest, dass ihrerseits nur die Rechtmäßigkeit des Gemeinderatsbeschlusses über den Auftrag an den Substanzverwalter geprüft werden könne. Und dazu heißt es in dem Schreiben: „Nachdem die Gesetzmäßigkeit des Beschlusses gegeben ist und dies eine Angelegenheit des eigenen Wirkungsbereiches darstellt, besteht somit seitens der Aufsichtsbehörde keine Eingriffsmöglichkeit in die inhaltliche Entscheidung des Gemeinderates“. Und auch die Agrarbehörde in Innsbruck sieht ihre Rolle in diesem Fall ähnlich. Sie formuliert es so: „Es sei betont, dass die Agrarbehörde nicht befugt ist, diesen Gemeinderatsbeschluss als Folge dieser Aufsichtsbeschwerde zu beheben“. Das bedeutet, dass dem Vertragsabschluss mit dem Jagdverein Schönwies nichts mehr im Wege steht. Der Jagdpachtvertrag hat eine Dauer von 10 Jahren.

 

KRITISCHE ANMERKUNG. Eine kritische Anmerkung machte sowohl die Gemeindeaufsicht als auch die Agrarbehörde, weil nicht der Höchstbieter zum Zug kam. Im Schreiben der Agrarbehörde etwa ist zu lesen: „Die Einnahmen der Agrargemeinschaft resultieren mehrheitlich aus den beiden Jagdpachten sowie aus Beihilfen und Förderungen. Ausgehend von den nunmehr zu erwartenden Mindereinnahmen wird seitens der Agrarbehörde auf den satzungsgemäßen Zweck der Agrargemeinschaft verwiesen, welcher die Erhaltung bzw. Verbesserung des Gemeinschaftsvermögens umfasst. Die Verminderung der Haupteinnahme der Gemeindegutsagrargemeinschaft wird daher kritisch gesehen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese Einnahmen für die nächsten zehn Jahre fortwirken“.

 

FINK VERTEIDIGT BESCHLUSS. Bgm. Wilfried Fink sieht trotz der Mindereinnahmen die Leistungsfähigkeit der angesprochenen kleinen Agrargemeinschaft (AGM Larsenn-Langesbergalpe) nicht gefährdet: „Im Gegenteil: Sie wird gegenüber früher mehr Einnahmen haben. Es wird nämlich der Jagdpacht-Schilling nicht mehr zwischen der Haupt-Agrargemeinschaft Schönwies und der kleinen Agrargemeinschaft im Verhältnis 60/40 aufgeteilt. Er wird zur Gänze der kleinen Agrargemeinschaft zur Verfügung gestellt“, erklärte Bgm. Fink. Dann verteidigte der Dorfchef mit ein paar hinzugefügten Sätzen den Gemeinderatsbeschluss: „Für die Gemeinderatsmehrheit ist der Jagdverein Schönwies der Bestbieter, weil dadurch die Jagd für die breite Masse der Jäger in Schönwies geöffnet wird. Zukünftig haben 25 statt bisher fünf interessierte Einheimische die Möglichkeit auf die Jagd zu gehen“. Zudem habe der Jagdverein im Rahmen einer Arbeitsvereinbarung zugesagt, freiwillige Leistungen im Jung- und Schutzwald, der ein Teil des Substanzvermögens der Agrargemeinschaft ist, zu erbringen. „Dadurch soll der Wildverbiss so gering wie möglich gehalten werden. Ein gesunder und gepflegter Jung- und Schutzwald ist der Gemeinde Schönwies ein großes Anliegen“, betonte Bgm. Fink und führte einen weiteren Punkt an: Der Jagdverein wird den Erlös aus den Abschussversteigerungen für den Sozialtopf der Gemeinde Schönwies zur Verfügung stellen. Fink: „Dies alles sind bewertbare Leistungen. Rechnet man diese hinzu, ist die Grundpacht von 13.000 Euro um einiges höher“. Unbestreitbar sei auch, dass der Jagdverein im Dorf voll integriert sei und sich aktiv in das Gemeinschaftsleben einbringe.

 

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.