Bienvenidos in Imst

Der 13-jährige Iker (2.v.l.) und die 11-jährige Gala (r.) mit Ihren Gastmüttern Beatrix Raggl-Schäuble (l.) und ihren Zwillingen Alexander und Michael und Margit Palmetshofer-Fillafer (r.) beim Besuch im Haus der Fåsnåcht in Imst. RS-Fotos: Burger

AustauschschülerInnen aus Mexiko besuchten Bezirk Imst

Robert Rundl, der Direktor und Gründer der österreichischen Schule Colegio Austriaco Mexicano in Mexiko verbrachte mit 20 Schülern drei Wochen in seiner ehemaligen Heimat in Tirol. Die Jugendlichen wurden nach einer kurzen Rundreise durch Österreich beginnend in Wien bei Gastfamilien in Imst und Umgebung untergebracht.

von Mel Burger

Schon vor drei Jahren fingen die Planungen und Vorbereitungen für die Reise an der Privatschule an. Auch die Eltern und Kinder, die an dieser Möglichkeit teilnehmen wollten und in ihrer Heimat eigentlich gut situiert sind, begannen schon damals mit dem Sparen auf diese Wunschreise. Als letzter wichtiger Organisationspunkt galt es, für alle Kinder eine Gastfamilie zu finden. Herr Rundel und sein Vater, die selbst im Bezirk Imst Lehrer waren, baten ihre Lehrerkollegen des Imster Gymnasiums, der Neuen Mittelschule Imst und der Neuen Mittelschule Wenns um Hilfe bei der Suche nach Familien, die jeweils ein Kind aufnehmen könnten. Da leider nach einem ersten Nachfragen nicht alle Kinder unterkamen, wurde auch in der Neuen Mittelschule in Oetz nachgefragt.

Entstehen.

Direktor Robert Rundl, der selbst aus Wenns stammt, war immer sehr gerne Pädagoge in Tirol, wollte aber auch in anderen Ländern Erfahrungen sammeln und kam vor zwölf Jahren als Lehrperson nach Guatemala an eine österreichische Schule, wo er auch seine Frau traf. Nach einigen erfolgreichen Jahren schlug ihm sein damaliger Direktor vor, sich mit dessen Hilfe bei der Gründung einer weiteren österreichischen Privatschule in Mexiko zu beteiligen. Als neuer Direktor eröffnete er dann 2011 die neue Schule in Mexiko, die dann sehr rasch von 15 Kindern in zwei Klassen zu heute 240 SchülerInnen bis zur Maturareife heranwuchs. Für nächstes Jahr ist der Anbau eines Kindergartens und ebenso die langsame und unterstützte Übergabe der Schule an einen neuen Direktor geplant, da Herr Rundl nach Österreich zurückkehren möchte, damit seine beiden Kinder (6 und 4 Jahre) hier mit der Schulausbildung starten können.

Gastfamilien.

Die kleine Gruppe der mexikanischen Kinder zwischen 11 und 13 Jahren, kam am 6. April in Wien an und begann ihr Abenteuer. Nach den üblichen Sehenswürdigkeiten unserer Landeshauptstadt traten sie ihre Reise nach Salzburg, Hallein, Wattens, Innsbruck und zum Schluss nach Imst an. Sie wurden sehr freundlich von den Gastfamilien aufgenommen. Die Kinder, die schon sehr gut Deutsch sprachen, konnten sich schnell integrieren und, wie von Gastmüttern bestätigt, waren sie auch sehr interessiert am Ablauf in einer österreichischen Familie und offen für die neuen kulinarischen Herausforderungen, wie Kasspatzen, Kaiserschmarrn und Gröstl. Die elfjährige Gala, untergebracht bei Familie Palmetshofer-Fillafer in Imst, besuchte auch ein Konzert mit ihrer Gastmutter und freute sich über den engen Anschluss in der Familie, zu der auch ihre eigene Mutter telefonisch immer Kontakt hatte, da die Eltern zuhause doch sehr unsicher wegen der großen Entfernung waren. Iker, ein 13-jähriger junger Mann, war froh, in der Familie Raggl-Schäuble Unterkunft gefunden zu haben und sich mit den Zwillingen der Familie beschäftigen zu können.

Integration.

Alle mexikanischen SchülerInnen gingen mit den Kindern der Gastfamilien in deren Schulen zum normalen Unterricht und lernten dadurch noch mehr über das Leben bei uns kennen und durften auch verschiedene Aktivitäten mit ihren Klassen oder mit der Familie Rundl erleben. Alle zusammen durften auf den Pitztaler Gletscher fahren und wurden zum Glück mit Winterkleidung von ihren Gasteltern und Geschwistern ausgestattet. Bei einem Besuch im Haus der Fasnacht konnten die Kinder auch etwas österreichische Tradition schnuppern, was ihnen sichtlich Spaß machte. Fast allen fällt die Heimreise nicht leicht, da sie gern noch etwas länger geblieben wären. Direktor Robert Rundl und sein Vater, ehemaliger Direktor der Schule Wenns, möchten sich bei den Gastfamilien herzlich bedanken und hoffen, dass es noch mehr solcher Projekte geben wird und etwaige Berührungsängste anderer beseitigt wurden.

In dem Imster Gymnasium wurden zehn SchülerInnen herzlich aufgenommen, wie auch von Frau Prof. Ortner.
Einige Kinder besuchten zusammen mit ihren Gastfamilien und deren Kindern das Haus der Fåsnåcht in Imst.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.