Bischof & Pommes

Liebe Freunde der Mitmenschlichkeit! Nicht nur Ratschläge, auch Schlagzeilen sind letztlich vor allem eines: Schläge! Speziell in Sachen humanitärer Hilfe haben sich zuletzt hierzulande die Meldungen regelrecht überschlagen. Die Tiroler Landesregierung hat einen Hubschrauber gekauft – damit man im Notfall so rasch wie möglich mit den richtigen Helfern am richtigen Ort ist. Gut so!

Das um nur 3,3 statt um die veranschlagten vier Millionen Euro angeschaffte Rettungsgerät ist finanziell ein Schnäppchen. Nicht die geringste Belastung für unser geliebtes Nulldefizit! Auch der Ankauf der Traglufthallen von den Tiroler Sozialen Diensten durch das Land war eine Tat, getragen von tief durchdachten ökosozialen und marktwirtschaftlichen Strategieüberlegungen der nachhaltigen Art. Die einst 6,6 Millionen Euro teuren aufblasbaren Gummiwohnungen wurden nie gebraucht. Also kaufte das Land Neuwertiges im zweiten Bezahlvorgang quasi von sich selbst günstig zurück. Die Hallen dienen jetzt uns allen, um für Notfälle gewappnet zu sein. Vielleicht sogar für einen drohenden Sozial-Krieg gegen die Landeshauptstadt. Denn dort dürfen Obdachlose nicht mehr schlafen. In Innsbruck herrscht nach Leinenzwang für Hunde und Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen jetzt auch ein Nächtigungsverbot auf Straßen. Und das in einem Land, in dem die Steigerung der Nächtigungsstatistik jahrzehntelang das wichtigste Credo darstellte.Gott sei Dank haben wir jetzt einen neuen Bischof. Und der erhebt die Stimme für Anstand und Moral: Wir müssen die Armut bekämpfen, nicht die Armen, sagt Tirols neuer Oberhirte. Bravo – gut gebrüllt, Herr Glettler!

Wir fassen zusammen: Wer Luftschutzhallen, einen Hubschrauber und einen Oberhirten mit Herzverstand hat, der lebt in einem gelobten Land. Europa als Schutzmacht komplettiert unser Glück. Eine aktuelle EU-Verordnung verbietet allzu braune Pommes frites. Damit wir nicht zu viel ungesundes Fett abkriegen!

Meinhard Eiter


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