Cantare et Sonare – ein Konzert von besonderem Reiz

Die Akteure der Matinee: Hannah Liebhart, Klara Wetzel, Uli Wetzel, Sabine Sommer und Irmingard Rothe ( v.l.). RS-Foto: Chauvin

Drei Stimmen und zwei Celli im Wechsel

Es waren mehr interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer gekommen, als es Stühle in der Seitenkirche der Pfarrkirche in Breitenwang gab. So mussten etliche Besucher das abwechslungsreiche, fast eineinhalbstündige Konzert im Stehen hören.

Dieses große Interesse an Musik aus vielen Epochen, von der Renaissance über Barock und Klassik bis in die Neuzeit erfreute die Aufführenden sehr.
Das Vokalensemble „Vokalisa“ mit Sabine Sommer (Sopran), Uli Wetzel (Mezzosopran) und Irmingard Rothe (Alt) entführte die Gäste in das Elisabethanische Zeitalter, also in die Zeit um 1600, als die Musik in England eine richtige Blütezeit erlebte.
Da war zum Beispiel der Komponist Thomas Morley (1557-1602). Er war Organist in der Chapel Royal, der königlichen Hofkapelle, was ein sehr begehrter und gut bezahlter Posten in London war. Von ihm sang das Trio „Love learns by laughing” und „It was a lover and his lass”. Der zweite englische Komponist, John Dowland (1563-1626), ein ausgezeichneter Lautenist, hat ebenfalls am Königshof gearbeitet. „Come again“, eines seiner bekanntesten Lieder, hatte „Vokalisa“ für die Matinée einstudiert.
Hannah Liebhart und Klara Wetzel nennen sich „Die Außensaiter“, zwei Cellistinnen, die in der Landesmusikschule Reutte ihre „Karriere“ begannen und sich nach getrennten Wegen beim Cello-Studium in Wien wiederfanden. Nun konzertierten sie vor heimischem Publikum, das ihnen herzlichen Beifall spendete. Die jungen Damen spielten Stücke von Georg Philipp Telemann (1681-1767) bis Paul Hindemith (1895-1963), darunter auch ein Werk von Joseph Haydn (1732-1809), das er für zwei Barytone, das sind celloartige Streichinstrumente mit zahlreichen Resonanzsaiten an der Rückseite des Halses, schrieb. Konzentriert und ausdrucksstark spielten die beiden. Sie zeigten auch, dass nicht nur klassische Musik, sondern auch Polka, Zwiefacher und Tango zu den Celli passen.
Besonders reizvoll war noch die Zugabe, die die fünf Damen zusammenbrachte. Vom Nürnberger Komponisten Hans Leo Haßler (1564-1612) spielten und sangen sie das bekannte Madrigal „Tanzen und Springen“, was bei der Zuhörerschaft Lächeln auf die Gesichter zauberte und zum Mitbewegen einlud. Langer Beifall war der Dank der Zuhörerschaft an die Künstlerinnen.

Von Claudia Chauvin

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