Dagegen sticht Dafür

Liebe Freunde der direkten Demokratie!

Wir haben gewählt. Nicht nur im Bund. Auch in Tirol. Olympia ist endgültig Geschichte. Das ist zu akzeptieren. Was bleibt, ist eine grundsätzliche Erkenntnis: Beim Wählen gewinnen tendenziell negative Argumente, das Dagegen sein ist für viele Menschen leichter als das Dafür.

Dies gilt nicht nur für die Austragung Olympischer Spiele. Die Nationalratswahl hat gezeigt, dass die Österreicher mehrheitlich gegen die Zuwanderung sind. Für zirka 60 Prozent der hiesigen Wählerinnen und Wähler war die Migration ein schlagkräftiges Wahlmotiv. So manch einer sieht dadurch jetzt das Land gespalten, die Trennlinien zwischen Rechts und Links zugespitzt. Doch das ist eine viel zu oberflächliche Analyse. Denn bei uns gibt es Ausgrenzung soweit das Auge reicht. Die Sozialdemokraten zum Beispiel haben neuerdings einen sogenannten Werte-Kompass erstellt. Dieser regelt, was hierzulande politisch unter Moral und Anstand zu verstehen ist.

Rot lehnt Blau ab. Und damit nicht nur deren Funktionäre, sondern auch die FPÖ-Wähler, von denen wohl mindestens die Hälfte Arbeiter sind, die einst den Sozis die Fahne hoch hielten. Auch Grün grenzt ab. Wer Dieselautos fährt, Wintersport am Gletscher betreibt, mit Öl heizt oder beim Waschen das falsche Mittel verwendet, der ist bei den Grünen außen vor. Letztlich hat sich die Umweltpartei damit selbst ausgegrenzt. Dabei bräuchten wir doch eines ganz dringend: den Klimaschutz. Und nicht nur den für unseren Erdball. Nein, auch den, der unser politisches Klima schützt. Hier ist vor allem auch Mülltrennung dringend angesagt. Wer Moral und Anstand transportieren will, der muss zuerst vor der eigenen Haustüre kehren. Oder seine Schmutzkübel auswaschen.

Zurück zur viel bejubelten direkten Demokratie. Wir haben Politiker gewählt, damit sie entscheiden. Wer laufend bei heiklen Themen das Volk befragt, der kriegt eines fix serviert: ein deutliches Nein!

Meinhard Eiter


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