„Das Ende ist das Beste am Buch!“

Die Dellen im Ritterhelm sind echt – als Mittelalterfan und -experte weiß Tobias Pamer, worüber er schreibt. RS-Foto: Wimmer

Tobias Pamer las in Ehrwald aus seinem zweiten Historien-Roman „Habichtskrieg – Tirols vergessene Epoche“ vor

Dass Geschichte spannend und informativ sein kann, hat der junge Tarrenzer Autor sowie Geschichts- und Germanistikstudent Tobias Pamer bereits mit seinem ersten Roman „Blutballaden“ bewiesen. Auch der zweite Teil seiner Saga rund um die Starkenberger basiert auf historischen Fakten und erzählt vom faszinierenden Ritter- und Schlachtenleben seiner fiktiven Hauptfigur Konrad von Gebratstein. Die Besucher der von Bücherei und Kulturkreis organisierten Lesung am Freitag, dem 20. Oktober lauschten begeistert.

Doch bevor Tobias Pamer mit dem Vorlesen begann, stimmte er die Menschen im Ehrwalder Gemeindesaal mit dem von Christian Peterka gedrehten Trailer (auf YouTube) zum neuen Buch ein. Starke Landschaftsaufnahmen, gepaart mit neugierig machenden Zitaten über den Roman, münden in spektakulären Schlachtenszenen, die während der Ehrenberger Ritterspiele aufgenommen wurden. Eine würdige Einleitung für die fünf folgenden, nicht minder beeindruckenden vorgelesenen Szenen. Diese beschreiben Stationen im zweiten Abenteuer von Hauptfigur Konrad von Gebratstein, der diesmal nicht nur in Tirol, sondern auch in Wien mit Verrat, Intrigen, Macht, Liebe und Krieg zu kämpfen hat. Wie der 22-jährige Autor selbst, versprüht der jugendliche Ritter viel Elan und Lebensfreude, die im klaren, packenden Schreibstil gut rübergebracht werden. Dabei wird fiktive Action sehr gut mit historischen Fakten kombiniert, sodass der Leser viel über Tirol, Anfang des 15. Jahrhunderts, lernen kann. Auch wenn es während der Kämpfe natürlich mal rauer zugeht. Zum Schluss taucht der heldenhafte Ritter in der „Schlacht bei Tratzberg“ auf. „Das Ende bzw. die Finalschlacht ist das Beste am Buch“, schloss Pamer seine Lesung. „Aber das müssen Sie nun wirklich selber lesen!“
Im gemütlichen Gespräch nach der Veranstaltung war nur Gutes vom Publikum zu hören: Der zweite Teil sei noch besser geschrieben als der erste. Beide Bücher seien von der ersten bis zur letzten Seite einfach toll. Man könne sie kaum aus der Hand legen, wenn man mal mit dem Lesen begonnen hat. „Tobias weiß, worüber er schreibt“, erklärte Kumpel Christian Peterka. „Wir sind beide in verschiedenen Mittelaltervereinen aktiv, wo wir Schlachten mit Schwert und Rüstung nachstellen. Und das macht die Romane noch authentischer.“ Auch Tobias Pamer strahlte an diesem Abend über das ganze Gesicht. Mit so großem und positivem Echo – in Österreich wie auch in Deutschland – hat er nicht gerechnet. Und der Erzählstoff geht ihm noch lange nicht aus. „Es soll ein vierteilige Buchreihe werden“, verriet er der RUNDSCHAU. Ich wünschen dem jungen Autor weiterhin viel Erfolg und mache mich nun erst einmal auf den Weg in die Buchhandlung, um mir diesen spannenden Lesestoff zu besorgen.

Von Juliane Wimmer

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