Das Triple zum Annatag

Kaisers feiert die Einweihung der Hängebrücke, den neuen Wertstoffhof und das 50-jährige Pristerjubiläum

Das diesjährige Patroziniumsfest in Kaisers am 23. Juli, dem Annatag, war ein ganz besonderes für die kleine Lechtaler Gemeinde. Gleich drei besondere Anlässe holten Einheimische, Gäste und Besucher aus nah und fern zum Festplatz, um den Anlässen den gebührenden Rahmen zu verleihen und Anerkennung zu zollen.

Kaisers ist mit gerade 75 Einwohnern eine der kleinsten Gemeinden des Außerferns, blickt auf eine lange Geschichte zurück, gehört aber erst seit 1938 zum politischen Bezirk Reutte. Gegründet wurde der Ort von Auswanderern aus dem Stanzertal im 14. Jahrhundert und gehörte zur Gemeinde Pettneu im Bezirk Landeck. Noch heute erinnert das verbliebene Pettneuer Almrecht in Kaisers an diese Zeit.

Drei Anlässe, eine große Feier. Am Annatag weihte Kaisers nicht nur die neue Hängebrücke und den Recyclinghof ein, sondern feierte auch das 50-jährige Priesterjubiläum von Pfarrer Karlheinz Baumgartner. Mit der Hängebrücke über den Kaiserbach gibt es nun fünf größere Brücken dieser Art im Außerfern. Wie die große Schwester, die Highline 179, im Tibet Style erbaut, überspannt die Brücke auf 76 m Länge in 30 m Höhe die Schlucht des Kaiserbachs. Die Hängebrücke über den Kaiserbach verbindet zwei politische Gemeinden – Steeg und Kaisers – miteinander. Damit ergibt sich eine weitere Schleife für den Lechwanderweg,  die Schleife Steeg – Kaisers. Auf bequemen Wegen lässt sich über 200 Höhenmetern von Steeg aus Kienberg/Kaisers erreichen. Diese Lechschleife beeindruckt nicht nur mit spektakulären Ausblicken, sondern führt auch mitten durch die reiche Lechtaler Bergpflanzen- und Kräuterwelt. Dem ehemaligen Bürgermeister Markus Lorenz, der Wirtin und Brückenpatin Ilse Lorenz und dem amtierenden Bürgermeister Norbert Lorenz ist es zu verdanken, dass die Hängebrücke trotz einiger anfänglicher Widerstände realisiert wurde.
Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann war bei der Eröffnungswanderung anwesend und zeigte sich beeindruckt. Für nicht weniger wichtig erachtete sie aber auch die Errichtung eines modernen Wertstoffhofes. Ohne Unterstützung und die Fördermittel des Landes Tirol – jeweils rund eine Viertelmillion Euro für beide Projekte – wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen.

Seit 50 Jahren für Seelenheil und Umwelt. Karlheinz Baumgartner, ein wahres Lechtaler Original, setzte am Annatag den Meilenstein Nummer drei. Er feierte sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Seit 1975 betreut Pfarrer Baumgartner die Gemeinden Steeg und Kaisers, seit 1985 Hägerau und seit 2012 auch Holzgau.  Aber nicht nur seine Pfarrkinder liegen ihm am Herzen, Karlheinz Baumgartner setzt sich auch leidenschafltich für Umweltthemen ein. Er gehört dem Arbeitskreis für Schöpfungsverantwortung an, kämpfte seinerzeit gegen das Kraftwerk Streimbach und und bemühte sich mit viel Herzblut für die Unterschutzstellung des Lechs. Seine drei dankbaren Gemeinden zeigten sich erkenntlich und überreichten ihrem Pfarrer einen Reisegutschein als Geschenk.
Der Steeger Bürgermeister, Günther Walch attestierte dann Pfarrer Baumgartner – trotz Ökoseite – doch sehr pflegeleicht zu sein und für die Wünsche der Menschen immer ein offenes Ohr zu haben.