Den Menschen ernst nehmen

Im Bild: VBgm. Thomas Hittler, Dietmar Königsecker (Stationsleiter), Landtagsvizepräsident Anton Mattle, Heimleiter Reinhard Scheiber, Vizekanzler und Justizminis-ter Wolfgang Brandstetter, Bgm. Wolfgang Jörg, Viktor Zolet (Pflegedienstleiter) und ÖVP-Stadtparteiobmann Herbert Mayer (v.l.) RS-Foto: Zangerl

Vizekanzler und Justizminister Wolfgang Brandstetter zu Gast in Landeck

Im Zuge seines „Tiroltages“ besuchte Justizminister und Vizekanzler Wolfgang Brandstetter die Bezirkshauptstadt – auf dem Programm stand auch ein Besuch im Altersheim Landeck. Besonders das psychobiografische Pflegemodell nach Erwin Böhm, das an drei Stationen im Altersheim Landeck angewendet wird, wurde thematisch in den Vordergrund gerückt – auch das neue Erwachsenenschutzrecht, das mit 1. Juli 2018 in Kraft treten wird.

Von Elisabeth Zangerl

Nach Besuchen im Nachbarbundesland, konkret dem Bezirksgericht Bludenz, das nach der Angliederung des Bezirksgerichts Montafon neu eröffnet wurde, und dem Landesgericht Feldkirch, führte Vizekanzler und Justizminister Wolfgang Brandstetter sein Westösterreich-Besuch am 18. August in die Bezirkshauptstadt. „Sie verfügen hier über eine Einrichtung, die mich besonders interessiert – Ihr Altersheim stellt eine Besonderheit dar“, ließ Brandstetter bereits beim Empfang im Rathaus durchblicken. Empfangen durch den Bürgermeister Wolfgang Jörg, seinen Vizebürgermeister Thomas Hittler, Stadtparteiobmann Herbert Mayer und Stadtrat Johannes Schönherr führte der Besuch vom Rathaus zum Altersheim der Stadt Landeck – hier orientiert sich das fachpflegerische Handeln im psychischen Bereich an der psychobiografischen Pflegetheorie von Erwin Böhm. Speziell geht es darum, die Selbstachtung, die Eigenverantwortung sowie die Selbst-ständigkeit und persönliche Freiheit der Bewohner zu stärken: „Im Mittelpunkt steht der Bewohner als einmalige Persönlichkeit, geprägt durch seine individuelle Lebensgeschichte“, erläutert Stationsleiter Dietmar Königsecker dieses besondere Pflegemodell.

„Pflege darf nicht abhängig machen.“

„Diese Pflegegrundsätze unterstützen wir mit der Reform“, so Brandstetter. Konkret gemeint ist damit das neue Erwachsenenschutzrecht, das mit 1. Juli 2018 in Kraft treten wird – damit geht eine umfassende Neuerung einher, welche einen Paradigmenwechsel zum Wohle der Betroffenen darstellt. Bei Pflegeeinrichtungen appelliert Brandstetter in Richtung einer größtmöglichen Autonomie, Selbstbestimmung und: „Pflege darf nicht abhängig machen – es sollte nur das Maß an Fremdbestimmung einfließen, das notwendig ist“, fordert Brandstetter, der abschließend appelliert: „Menschen sollen in ihrer Individualität und Persönlichkeit ernst genommen werden.“

Vorzeigebeispiel.

Im Rahmen seines Landeck-Besuchs ist der Vizekanzler eben genau auf eine solche Einrichtung gestoßen, die diese Grundsätze lebt: „Wir setzen Impulse, um seelische Schmerzen zu lindern, ohne gleich zu Medikamenten zu greifen“, erläutert Stationsleiter Königsecker. 1997 startete man, als Vorreiter in Tirol, im Altersheim Landeck mit diesem Pflegemodell– österreichweit wird dieses an ca. 10–15 Altersheimen angewandt. Beeindruckt von der Führung im Altersheim Landeck durch Heimleiter Reinhard Scheiber, Pflegedienstleiter Viktor Zolet und Stationsleiter Dietmar Königsecker zeigten sich neben dem Vizekanzler Wolfgang Brandstetter auch Landtagsvizepräsident Anton Mattle sowie Landecks Stadtpolitiker.

Die Bewohner des Altersheimes Landeck freuten sich sichtlich über den hohen Besuch von Bürgermeister Wolfgang Jörg, Landtagsvizepräsident Anton Mattle und Vizekanzler und
Justizminister Wolfgang Brandstetter. RS-Foto: Zangerl

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