Denken und umsetzen

Prutz (M.) mit dem Gewerbegebiet im Vordergrund RS-Foto: Archiv

Leitbild der Gemeinde Prutz bald beschlussreif

 

Der Prutzer Gemeinderat unter Bgm. Heinz Kofler beschließt demnächst ein Leitbild. Einige konkrete Maßnahmen im Sinne der gewünschten Entwicklung sind bereits „auf dem Weg“.

 

Von Daniel Haueis

 

„Die Idee ist beim Bürgermeis-terwechsel entstanden“, erinnert sich Heinz Kofler, der vor eineinhalb Jahren zum Nachfolger Walter Gaims an die Spitze der Gemeinde Prutz gewählt wurde – die Idee eines Leitbilds. Nun liegt eine Variante vor, die bereits im Gemeinderat diskutiert wurde. Beschlossen wird das Leitbild wohl in der nächsten Sitzung. Es enthält grundsätzliche Aussagen zur künftigen Entwicklung, die mit konkretem Leben erfüllt werden. Betont wird die zentralörtliche Bedeutung von Prutz, die beibehalten werden soll: „Die Gemeinde Prutz will sich auch zukünftig als attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort im Oberen Gericht positionieren. Die zentralörtliche Bedeutung und Funktion der Gemeinde soll erhalten und gestärkt werden.“ Hierfür seien die günstigen Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung zu erhalten und die Entwicklungsmöglichkeiten der Gewerbebetriebe einerseits sowie der Handels- und Dienstleistungsbetriebe andererseits zu sichern und zu verbessern sowie die raumordnerischen Voraussetzungen zu schaffen, dass der Wohnraumbedarf der ortsansässigen Bevölkerung zu vertretbaren Preisen gedeckt werden kann. Und: „Aufgrund der großflächigen Baulandreserven ist ein vorrangiges Ziel, die bestehenden Baulandreserven zu mobilisieren und nutzbar zu machen.“

 

MOTORISIERTEN VERKEHR LENKEN. Konkrete Zielsetzungen sind etwa die Erhaltung der guten Erreichbarkeit des Zentrums bei Geringhaltung der Belastungen für die Bevölkerung – anders gesagt: „Der Autoanteil im Zentrum soll jedenfalls nicht mehr erhöht werden“, so Bgm. Kofler. Er will z.B. die sogenannte Schwerverkehrsstraße, die mittlerweile in Besitz der Gemeinde ist, als Umfahrungsstraße freigeben, wenn der Baustellenverkehr nicht mehr nötig ist. Kofler will mit einigen guten Argumenten auch Frächter animieren, diese Straße zu benutzen.

 

STARTERBÜROS UND GEWERBEFLÄCHEN. In wirtschaftlicher Hinsicht will der Dorfchef weitere Gründe für das Gewerbegebiet ankaufen, genannt: „Bedarfsgemäße Erweiterung des Gewerbegebiets Faggenreith zur Ansiedlung neuer Betriebe und Aussiedlung bestehender Betriebe aus Ungunst-lagen“. Das letzte in Gemeindebesitz befindliche Grundstück wurde gerade vergeben, nun werden Gespräche mit den Besitzern (teilweise aktive Bauern) geführt. Ein wirtschaftlicher Impuls (und gleichzeitig auch Grund, in Prutz zu bleiben) wird gerade gesetzt: Die Gemeinde kauft von der RBO deren Gebäude samt Dorfplatz und Parkplatz hinterm Haus. „Da kommen Starterbüros rein“, sagt Kofler. Jungen, innovativen Leuten (aus der Region, nicht nur direkt aus Prutz) sollen Büro-räumlichkeiten „günstigst“ angeboten werden. „Ähnlich, wie das Lantech gestartet hat“, erinnert Kofler an das Innovationszentrum in Landeck.

 

WOHNUNGEN UND KINDERBETREUUNG. Die Einwohnerentwicklung von Prutz soll „primär auf Basis der natürlichen Bevölkerungsentwicklung“ stattfinden, Hintanhaltung der Abwanderung und mäßiger Zuzug werden ebenfalls genannt. Heinz Kofler will „ausreichende und leistbare Flächen zu Siedlungszwecken für die Wohnbevölkerung … schaffen“ und auch Baulandreserven mobilisieren – zweiteres wird nicht einfach, ist sich der Bürgermeister im Klaren: Vielfach besteht bei den Besitzern weder akuter Bedarf an Bauland noch die Notwendigkeit zu verkaufen. In Prutz werden heuer aber fast 60 Wohnungen fertiggestellt, in den nächsten Jahren nochmals bis zu 50 – es dürfte den Prutzern also möglich sein, in der Heimat zu bleiben. Hinzu kommt ein heutzutage wichtiger Punkt, um Abwanderung zu verhindern: Kinderbetreuung. In Prutz sind Kinder fast von 0 bis 14 „versorgt“ – die Kindergruppe Kullapup, Kindergarten und Volksschule jeweils mit Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung und dann die Neue Mittelschule mit demselben Angebot stehen zur Verfügung. „Eltern haben den Spielraum, sich beruflich zu entwickeln“, sagt Bgm. Kofler.

Bgm. Heinz Kofler: günstigste Starterbüros für junge, innovative Leute RS-Foto: Archiv