„Der Ball liegt jetzt bei der Gemeinde“

Franz Wolf vor seinem Bild „Artist in Residence“. Seine Bilder seien eine „relativ realistische Geschichte“. Doch es drückt sich etwas Geburtshaftes in den Bildern aus, oder? Wolf lacht: „Ja, stimmt! Aber es dauert hier nicht neun Monate!“ RS-Foto: Unterpirker

Sechste Auflage von „Graffiti & Unplugged“ in Schloss Sigmundsried rockte

 

Einmal mehr gerammelt voll war der gotische Saal in Schloss Sigmundsried bei der Eröffnung der sechsten Auflage von „Graffiti & Unplugged“, jener kulturellen Vorzeigeveranstaltung, die Ried in ganz Tirol und mittlerweile darüber hinaus bekannt gemacht hat. 28 Künstler präsentierten heuer ihr Schaffen, von Malerei und Fotografie über Bildhauerei bis hin zu Installationen. An qualitativen Musikarrangements fehlte es an diesem Wochenende auch nicht. Motto des diesjährigen Events: „Grenzenlos in Terra Raetica“.

 

Von Albert Unterpirker

 

Unter den vielen Besuchern war auch LR Bernhard Tilg, der dieses grenz-überschreitende Projekt, bei dem man sich kulturell vorbildhaft austauschen kann, überaus lobte. Zudem hielt Josef Siegele, Generalsekretär der europäischen Volksanwaltschaften, die Laudatio, in der er auf den hohen Stellenwert dieses sehenswerten Kultur-Wochenendes hinwies. Der Kunst gelinge es, über die Grenzen hinweg mit Respekt gegenüber anderen Völkern umzugehen. Bgm. Elmar Handle eröffnete den Event, der im gesamten Oberland der mittlerweile wohl größte und beachtenswerteste seiner Art geworden ist. Bleibt zu hoffen, dass öffentliche Rieder Institutionen die Aktivitäten des weit über die Grenzen hinaus bekannten Tiroler „Kulturvereins Sigmundsried“ weiterhin mit aller Kraft unterstützen, wo es nur geht. Jedenfalls erhielt Ried durch die unermüdliche, vielfältige und aufopferungsvolle Arbeit des rührigen Kulturvereins eine im gesamten Land hoch geschätzte Visitenkarte samt außerordentlicher Außenwirkung, vor der viele aus Politik, Wirtschaft und Kunst – nicht nur hierzulande – den Hut ziehen. Tja, und „Graffiti & Unplugged“ macht aus, dass neben (regionalen) (Hobby)-Künstlern hochrangige Professionisten ausstellen.

 

TOLLES AMBIENTE. Wie etwa Kunst-Professor Franz Wolf, der 26 Jahre in Berlin lebte. „Das hier ist ein großes Ambiente“, nickt Wolf, der bei seinen Werken als Technik die sogenannte Graphit-Schüttung anwendete. Die Liste namhafter Künstler war lang. Da trafen sich Weltenbummler Simon „psypix“ Hafele ebenso wie Aussteller aus Usbekistan (Arnokul Boybekov & Friends), ja selbst aus Kanada und natürlich von Nord- und Südtirol sowie der Schweiz. Kulturverein-Obmann Sascha Pedrazzoli: „Ein schönes Gefühl, dass das Motto ‚grenzenlos so gut funktioniert. Die Leute kommen aus vielen Teilen der Welt – man spürt hier ein tolles Gemeinschaftsgefühl!“ Wird es „Graffiti & Unplugged“ Nummer sieben geben? Günter Patscheider, Obmann-Stellvertreter: „Der Ball liegt jetzt bei der Gemeinde. Es muss ein Konzept und die nötigen Förderanträge gestellt werden.“ Christoph Mathoy, künstlerischer Leiter, weiß jedenfalls: „Wir haben zumindest schon wieder einige Anfragen erhalten!“ PS: Verköstigt wurde bei „Graffiti & Unplugged“ ebenfalls hervorragend, zum Beispiel am Sonntag mit Stelze, Knödel, Kaffee und Kuchen.

 

TEILNEHMENDE KÜNSTLER. Reinhard Lentsch, Eli Krismer, Melanie Thöni, Alessio Nallesini, Otmar Derungs, Franz Wolf, Armin Joos, Daniela Perfler, Hansjörg Oberprantacher, Birgitt Falkeis, Iris Patsch, Lorenzo Fracchetti, Christian Waldegger, Martin Kafka, Heinrich Prokopetz, Gianfranco Bonora, Steffi Falch, Jasmin Peer, Katharina Marth, Thorik Erik, Laura Hochgrüntler, Hermann Mussak, Ingrid Raggl, Veronika Thurn, Arnokul Boybekov, Christoph Mathoy, Simon Hafele, Manfred Hellweger, Sandra Brugger. Musik u. a. von: Triple Mix – Mallets and more, TSU rock e blues rumantsch, Stephanie Federspiel & Helge Wassermann, Joseph, Marina Schneeberger.

Starke Werke gab es auch von Otmar Derungs. RS-Foto: Unterpirker
Diese Kulturverein-Mitarbeiter entsprachen dem RUNDSCHAU-Wunsch, vor dem Werk von Simon Hafele „sichtbar“ nachzudenken. RS-Foto: Unterpirker
Sascha Pedrazzoli mit den Gästen aus Usbekistan hinter usbekischen (Keramik-) Symbolen des Glücks RS-Foto: Unterpirker

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