Die „wilde Henne“ und ihr Hang zu Edelmetall

Stephanie Venier steht die Freude über die WM-Silbermedaille ins Gesicht geschrieben. Foto: Kronenzeitung/Christof Birbaumer

Nach Gold und Silber bei Junioren-Weltmeisterschaften kürt sich Stephanie Venier zur Abfahrts-Vize-Weltmeisterin 

 2013 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Le Massif Gold im Super-G und Silber in der Abfahrt. Ein Jahr später im Super-G von Jasna erneut Silber. Stephanie Venier hat schon früh ihr Faible für Edelmetall entdeckt. Da wollte sie sich auch bei ihrer ersten WM bei den „Großen“ nicht bremsen lassen. Die „wilde Henne vom Ranggerköpfl“ raste in der Abfahrt sensationell zum Vize-Weltmeistertitel. Der offizielle Empfang für Stephanie Venier findet am Donnerstag, dem 16. Feber, um 19 Uhr beim Liftparkplatz in Oberperfuss statt.

Dabei „roch“ es schon beim ersten WM-Einsatz ganz stark nach Edelmetall. Gerade mal 41 Hundertstel fehlten im Super-G auf die „Bronzene“ Lara Gut. Dies noch dazu mit einer nicht ganz perfekten Fahrt. „Bis auf zwei Fehler war ich extrem zufrieden. Aber lieber werde ich mit Fehlern Siebte, als ich lande ohne irgendwo hinten“, wollte sich Venier nicht lange mit einem möglichen „Hättiwari“ beschäftigen. „Viele sagen, ich hätte ohne diese Fehler neben der „Schmidi“ Platz nehmen können. Aber die Fahrt war halt nicht fehlerfrei.“ Dennoch langte es zu Rang sieben. Und dies bei ihrem WM-Debüt. Zum Vergleich: Eine Anna Veith wurde bei ihrem ersten WM-Einsatz 2009 in Val d` Isere 2009 Vierte. Lindsey Vonn kam 2004 in Santa Catarina über Rang neun nicht hinaus und Superstar Marcel Hirscher sah bei seinem ersten WM-Rennen, ebenfalls in Val d` Isere, erst gar nicht das Ziel. So wenig sich die 23-jährige über verpasstes Edelmetall ärgerte, so sehr freute sie sich mit Sensations-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer. „Mega cool. Wir verstehen uns sehr gut, sind mittlerweile gute Freundinnen. Kurzzeitig ist es mir sogar so vorgekommen, als hätte ich selbst Gold gewonnen. So gefreut hab ich mich für sie.“ Wie überhaupt sich die Oberperferin in St. Moritz pudelwohl fühlte. „Mir hat`s richtig gut gefallen. Die Atmosphäre war ganz anders als im Weltcup. Viele Leute und das ganze Drumherum… Alles ziemlich cool.“

Zum Stimmungshoch trug natürlich auch die Nominierung für die Spezial-Abfahrt und der anschließende Sensationslauf bei. Mit Nummer sechs ins Rennen gegangen, distanzierte Venier die vor ihr gestartete Geheimfavoritin und Weltcupdritte Sofia Goggia um 12 Hundertstelsekunden. Danach begann das große Zittern. Saison-Dominatorin Ilka Stuhec war um vier Zehntelsekunden schneller, die erfolgreichste Läuferin im Weltcup-Zirkus, Lindsey Vonn, um fünf Hundertstel langsamer. Spätestens als die Nummer 28, Michelle Gisin, als Achte im Ziel abschwang, war klar: Stephanie Venier darf sich ab sofort Vize-Weltmeisterin nennen. „Ich hab schon während dem Lauf gemerkt, dass ich schnell bin. Die Sprünge gingen sehr weit. Aber dass es für eine Medaille reicht…“ Entsprechend überwältigt gab sie sich beim anschließenden Interview-Marathon. „Ich bin ein bisschen sprachlos und einfach nur megahappy.“ Auf ihrem Facebook-Account postete sie ein Bild von der Flower-Zeremonie mit dem kurzen aber sehr vielsagenden Text: Danke Mama und Papa.

Doch nicht nur im Hause Venier wurde ordentlich gefeiert. Der „Wahl-Oberperfer“ Beat Feuz – der Schweizer ist mit der ehemaligen Slalom-Staatsmeisterin Katrin Triendl zusammen – fuhr wenige Stunden später zu Abfahrtsgold. Somit dürfte der 12. Februar 2017 wohl als Ski-Feiertag in die Oberperfer Geschichte eingehen.

Von Alex Dosch

Nach einer nahezu fehlerlosen Fahrt war der Jubel im Ziel bei Stephanie Venier groß. Foto: Kronenzeitung/Christof Birbaumer
Einer der ersten Gratulanten war der Liechtensteiner Ex-Skirennläufer Marco Büchel. Fotos: Venier

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