Disziplin und Engagement

Angy Eiter in einer ihrer Lieblingswände, dem „Psychowandl“ unterhalb vom Hahntennjoch. Foto: Bernie Ruech

Angela Eiter – eine Frau mit Zielen und Visionen

Trotz etlicher Siege, Rückschläge und Erfolge verlor Angela Eiter ihre Leidenschaft zum eigentlichen Klettern nie. Die heimatverbundene Imsterin kehrt immer noch nach jeder neuen Herausforderung und nach jedem Projekt in ferneren Ländern gern zu ihren Wurzeln und ihren Anfängen zurück. Der neue Lebensabschnitt von Frau Eiter bedeutet, immer noch größere Ziele für sich selbst zu finden, wie auch die Unterstützung von Jugendlichen, die ihre Faszination zum Klettern teilen.

Von Mel Burger

Schon in jungen Jahren begann Angela „Angy“ Eiter mit der Unterstützung ihrer Eltern mit dem Klettern. Ihr Vater führte sie an die Wand heran und schon mit elf Jahren bestritt sie ihren ersten großen Wettkampf bei den Westtiroler Meisterschaften in Landeck. Damit war der Grundstein für eine raketenartige Wettkampfkarriere gelegt. 2001 wurde sie Staatsmeisterin, Tiroler Meisterin, Vizejugendweltmeisterin und Europacupgesamtsiegerin in der Kategorie Jugend.

Nie aufgeben.

Trotz ihrer schweren Verletzung an der Schulter, nach der ihr ein Karriereende prognostiziert wurde, kämpft sie sich verbissen und unter starken Schmerzen zurück in den Wettkampf. Nach unglaublichen sechs Siegen des Rock Masters, was derzeit absoluter Rekord ist, dreimaligem Sieg in der Weltcupgesamtwertung, dem Europameistertitel 2010, der Ehrung zur Gewinnerin der World Games 2005 und ihren gewaltigen viermaligen Weltmeistertiteln in der Disziplin Lead beendet Angy 2013 ihre Wettkampfkarriere. Sie ändert aber nicht ihre Leidenschaft und widmet sich seither intensiv und abermals erfolgreich dem Felsklettern. Nicht nur im Wettkampf auch im Fels wird sie auch von ihren männlichen Kollegen mit Bewunderung akzeptiert. Der Alltag der Extremsportlerin ist natürlich täglich mit gesunder Ernährung und Training verbunden. Sie versucht jedoch auch kleine Ruhephasen zu genießen, die für uns wahrscheinlich als viel zu wenig angesehen werden würden.

Engagement.

Auch wenn nur wenig Zeit für Privates bleibt – zwischen Training, Unterrichten, Planen und Sponsorenverpflichtungen –, lebt Angela in einer Partnerschaft mit Bernhard Ruech, der die Leidenschaft zum Klettern mit ihr teilt und sie so oft wie irgend möglich auf ihren Reisen begleitet, sie stärkt und unterstützt. Gemeinsam gründen sie K3-Climbing, was für Ruech hauptsächlich die Planung und den Bau von Kletterrouten, für Angela Eiter hingegen eine andere Leidenschaft, das Unterrichten und Fördern der kletterbegeisterten Jugend, bedeutet. Ebenso wie sie früh von ihren Eltern und Trainern gefördert wurde, liegt ihr die Arbeit mit ihren jungen Freunden und auch Bewunderern am Herzen und sie verbringt gerne Zeit mit ihnen, motiviert sie mit Herz und Seele und das nicht nur in den Kletterhallen wie dem Kletterzentrum Imst, sondern auch an den Felswänden der Umgebung.

Zukunft.

In ihren bisherigen und aktuellen Projekten wird Eiter von ihren Sponsoren wie zum Beispiel Red Bull und dem Imster Tourismus unterstützt. Sie beschreibt alle als sehr familiär und aufgeschlossen, wenn sie mit einer neuen Idee für‘s nächste Jahr auftaucht. Sie sucht sich immer neue Herausforderungen und war schon die erste Frau, die über drei Routen im Schwierigkeitsgrad elf gelangte. Trotz ihrer kleineren Spannbreite als ihre männlichen und auch manche weiblichen Kollegen versucht sie weiter, noch größere Grenzen zu überwinden und dies mit ihren Stärken wie dem besseren Schwingen auszubauen und zu überwinden. Nicht nur ferne Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien reizen die junge Sportlerin, auch das „Götterwandl“ in Nassereith mit der klangvollen Wand „Hades“ im Schwierigkeitsgrad elf war ein wichtiges Ziel für sie. Die Länder, die sie während ihren Projekten bereist und die vielen Menschen, die sie kennenlernt, haben einen großen Reiz, jedoch kommt Angy immer wieder gern nach Hause – und genießt auch hier das abwechslungsreiche Angebot der Tiroler Bergwelt.

Angy Eiter – eine Frau, die trotz enormer Erfolge immer weitere Herausforderungen sucht. Fotos: Bernie Ruech
Ihre Projekte bringen sie auch in andere Länder, wie hier in eine Wand auf der griechischen Peloponnes.
Die Arbeit mit der Jugend ist Angy Eiter sehr wichtig, wie man hier bei einem Kurs für Einsteiger und leicht Fortgeschrittene sieht.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.