Dorfzentrum umgestalten

Bgm. Heinz Kofler verspricht sich von einer Begegnungszone nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch einen flüssigeren Verkehrsablauf. RS-Foto: Archiv

Prutz soll eine attraktive Begegnungszone bekommen

 

Prutz soll eine Begegnungszone bekommen. Der Gemeinderat fasste hierzu bereits den entsprechenden Grundsatzbeschluss. Es wurden auch bereits verschiedene Anstrengungen unternommen, um das Projekt auf Schiene zu bringen.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Text Bgm. Heinz Kofler ist motiviert und voller Tatendrang. Das kommt nicht von ungefähr, denn das Land Tirol gab grünes Licht für die Begegnungszone. „Das habe ich nicht geglaubt, dass man uns die Erlaubnis gibt, die Begegnungszone zu machen, nachdem anfangs seitens des Landes ziemlich viel dagegen gesprochen wurde“, sagt Kofler. Einen Wandel brachte offensichtlich der Begegnungszonen-Check für Prutz. „Dieser ist positiv ausgefallen“, freut sich der Prutzer Bürgermeister. Jetzt braucht es nur noch Überzeugungsarbeit bei der Bezirksverwaltungsbehörde, denn diese sagte beim ersten Kontaktgespräch nein. „Wenn wir von der Bezirksverwaltungsbehörde ein positives Signal bekommen, können wir mit der Umsetzung starten“, erklärt Bgm. Kofler.

 

MEHR SICHERHEIT. Die Gemeinde Prutz beschäftigte sich mit dem Verkehr im Ort sehr intensiv. Zwei Verkehrszählungen ergaben, dass täglich durchschnittlich 4.000 Autos durch das Dorfzentrum fahren. „Trotz Zebrastreifen ist es vor allem für Kinder, die zur Schule gehen, gefährlich, hier die Straße zu überqueren“, betont Kofler. Schon aus diesem Grund soll eine Begegnungszone her. Hier stehen sich alle Verkehrsteilnehmer, egal ob Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer oder Fahrzeuglenker, gleichberechtigt gegenüber und dadurch wird das Miteinander im Straßenverkehr sowie das gegenseitig Rücksichtnehmen gefördert. Bgm. Kofler verspricht sich nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch einen flüssigeren Verkehrsablauf. Er verweist auf Studien zu Begegnungszonen in der Schweiz und in Holland, die derartig positive Effekte belegen. Nicht zuletzt, so Kofler, würde eine Begegnungszone auch gestalterisch die Entwicklung des Dorfzentrums unterstützen und dieses würde dadurch an Attraktivität gewinnen.

 

BÜRGERBETEILIGUNG. Angedacht ist das gesamte Dorfzentrum zur Begegnungszone zu machen. Das heißt: Umgestaltet werden soll der Dorfplatz, ein Stück der Dorfstraße und die Landesstraße zwischen dem Greif-Haus und dem ersten sogenannten Bremshügel in Richtung Kaunertal. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Die Bevölkerung soll laut Bgm. Kofler auf jeden Fall bei der Umgestaltung eingebunden werden. Ziel ist es, die bei einem Bürgerbeteiligungsprozess geäußerten Wünsche aufzubereiten und einzuarbeiten. Ein Beispiel ist das Festlegen der Höchstgeschwindigkeit in der Begegnungszone: Zur Auswahl steht hier der Geschwindigkeitsbereich zwischen 20 und 30 km/h. Begleitet und koordiniert wird dieser Prozess von einem in dieser Sache erfahrenen Architekten. Hier wurde bereits Vorarbeit geleistet. Fünf vom Land Tirol empfohlene Architekten wurden eingeladen sich für die Prozessbegleitung zu bewerben. Derzeit befinden sich zwei Bewerber in der engeren Auswahl, die endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Die Planungsarbeiten zur Gestaltung der Begegnungszone werden danach im Wege einer Ausschreibung vergeben.

 

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