Ehrenberg – Die Zeitreise 2017

Ehrenberg – Die Zeitreise war auch heuer wieder ein Fixpunkt in der Burgenwelt Ehrenberg. Für drei Tage hält das Mittelalter Einzug in der Klause und entführt die Besucher in die geheimnisvolle Welt der Ritter und Edeldamen. RS-Fotos: Weber

Hohes Besucheraufkommen bei der heurigen Zeitreise ins Mittelalter

Zum 14. Mal fand heuer die „Zeitreise ins Mittelalter“ auf Ehrenberg statt. Das letzte Juliwochenende haben Fans dieses Spektakels längst als jährlichen Fixpunkt vorgemerkt. Die Naturparkregion Reutte und die Füssener Firma Bavamont als Veranstalter konnten sich über ein hohes Besucheraufkommen freuen. „Nur durch das gute Miteinander aller Verantwortlichen, der Blaulichtorganisationen und auch dem tollen Engagement der einzelnen Gruppen und Aussteller ist es möglich, eine so herausragende Veranstaltung in dieser Größenordnung auszurichten“, dankte Kaiser-Maximilian-Darsteller Manfred Wagner.

Schon beim Einlass in den Burgenkomplex Ehrenberg tauchte man in eine längst vergangene Zeit ein. Das geschichtsträchtige Gemäuer und die detailgetreue Gewandung der Akteure verstärkten die Vorstellung der Zeitreise ins Mittelalter. Auf dem gut einen Kilometer langen Festgelände staunten Jung und Alt über das abwechslungsreiche Programm. An allen drei Tagen öffneten die Marktstände um zehn Uhr. Bis nach 23 Uhr wurde gefeilscht und gekauft. Das mit Muskelkraft betriebene Riesenrad war für die ganz jungen Gäste ein Magnet. Auch die Standbetreiber, die handgearbeitete Spielsachen, Instrumente, Schmuckstücke und Kleidung anboten, freuten sich über einen regen Handel. Vorgänger der heutigen Friseure und Zahnärzte boten ihre Dienstleistungen an. So hätte man sich die Haare schneiden und die Zähne ziehen lassen können, beides von einer Person und unter demselben Zeltdach!
Auf den Zuschauerrängen der Turnierarena standen dichtgedrängt die Zuschauer. Kaiser Maximilian hielt die Begrüßungsansprache und erklärte die Spiele für eröffnet. An seiner Seite verfolgten seine Gemahlin Bianca Maria Sforza und deren Tochter Margarete (Erzherzogin von Österreich) mitsamt Hofstaat den Schaukampf. Die Turnierkämpfer wurden vom Herold Michel von Aragon vorgestellt. Der Sieger erkämpfte sich, wie kann es anders sein, die Hand der Prinzessin. Herzog Georg von Tirol schlug sich mit „Bösewicht“ Hagen von Augsburg, der dem Adeligen schon vor Beginn den ritterlichen Gruß verweigerte. Georg von Tirol ging zur Freude von Prinzessin Eleonora von Ehrenberg als Sieger hervor. Der Schaukampf wurde von den Besuchern mit viel Applaus und lauten „Buhrufen“ gegen Hagen angeheizt.
Eine Attraktion folgte auf die andere. Bestaunt wurden Stelzengeher, Feuerakrobaten, Fahnenwerfer und Gaukler. Die Darbietungen verschiedener Musikgruppen trugen wesentlich zur Unterhaltung bei. Einen Eindruck vom Lagerleben erhielt man im hinteren Bereich des Geländes. Dort wurde auch die Schlacht um Ehrenberg 1546 an allen drei Tagen eindrucksvoll nachgestellt. Der Verein „Landsknechte von Ehrenberg“ war hier mit Kämpfern und Flintenweibern angerückt und in die großangelegte Schlacht zwischen Katholiken und Protestanten eingebunden.
Die heimischen Gastronomen, und auch die angereisten „Verpfleger“ verwöhnten die Gaumen aller Besucher. Von deftigen Fleischspeisen bis zur süßen Nascherei blieben keine Wünsche offen. Auch für die Verfechter eingeschränkter Ernährungsstile dürfte im Angebot der Speisen etwas „Essbares“ zu finden gewesen sein. Ein abschließendes Highlight war das Feuerwerk, das den Himmel über dem Schlosskopf in einen funkelnden bunten Nebel tauchte.

Von Michaela Weber

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