„Ein Abend, wie man ihn noch nie erlebt hat“

Die stolzen Preisträger des Bertl-Stenico-Kulturpreises RS-Foto: Pfurtscheller

Stenico-Kultur-Preis für Powerband Tirol

 

Die Bühne im Alten Kino in Landeck gehörte an diesem besonderen Abend der Powerband Tirol mit den Gastmusikern. Ein bereicherndes Miteinander, tolle Musik und jede Menge -positiver Energie sorgten für Begeisterung auf der Bühne und im Publikum.

 

Von Irmgard Pfurtscheller

 

Die Powerband Tirol wurde 2011 in der Werkstätte Landeck von Chris-toph Heiß gegründet und besteht aus Klienten der Lebenshilfe Tirol. Im Hintergrund der Band entstand im Dezember 2012 unter Obmann Herbert Kleinheinz und Heiß als musikalischem Leiter ein eigenständiger privater Verein. „Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine Bühne zu geben, eine Plattform, wo sie im Mittelpunkt stehen und den Applaus genießen können“ – dafür bedankte sich Kleinheinz bei den Mitgliedern und Unterstützern des Vereins. Die begeisterten Musiker proben regelmäßig in ihrem Pro-beraum im Flüchtlingsheim in der Kaifenau, dessen Leiter, Helmuth Schöpf, Mitbegründer der Band ist. Zwei unterschiedliche Musikrichtungen werden von der Powerband gespielt: Ein Partyprogramm mit Schlager-, Pop- und Volksmusik und improvisierter Jazz. Bei vielen Auftritten zeigte die Band schon ihr Können, u.a. bei Licht ins Dunkel 2014 als besonderes Highlight.

 

VERLEIHUNG DES ENGELBERT-STENICO-PREISES. Seit 30 Jahren gibt es den Kulturpreis, der vor einigen Jahren in Engelbert-Stenico-Preis umbenannt wurde. Neben Hauptinitiator Manfred Weiskopf konnte Manfred Jenewein auch den SPÖ-Bezirksvorsitzenden Benjamin Lentsch sowie Walter Guggenberger, ehemaliger Behindertensprecher der SPÖ, begrüßen. Der Bertl-Stenico-Kulturpreis solle vor allem Menschen auszeichnen, die kulturell innovativ und kreativ tätig sind und dabei neue Wege gehen. Die Powerband erfülle diese Kriterien bestens und wurde einstimmig gewählt, so Jenewein. Menschen aus unterschiedlichen Bereichen kommen zusammen, können sich austauschen, fördern die Toleranz und machen somit die Welt offener, bekräftigte Michaela Tiefenbacher-Schauer bei der Preisübergabe. „Inklusion bedeutet gegenseitige Inspiration und Wertschätzung.“ Anschließend stellte Stefan Greuter die Forschungen zu seiner Bachelorarbeit zum Thema „Wie inklusive ist die Powerband Tirol“ vor.

 

KEIN KONZERT, SONDERN EINE SESSION. Nach dem Eröffnungsstück „Der Ingong gang“ und dem „Shaki Willi Blues“ wurde es experimentell. „Was jetzt passiert, was jetzt abgeht, weiß keiner“, so Heiß, der sich begeistert und gerührt über so viel „positive Energie“ zeigte. „Es ist kein Konzert, sondern eine Session, ohne Probe.“ Gemeinsam mit den Gastmusikern, u.a. Saxophonist Florian Bramböck, ging die Post ab. Es wurde improvisiert und experimentiert, mit vollem Einsatz und mit Begeisterung. Das Publikum im vollen Alten Kino wurde vom Power der Inklusionsband mitgerissen und sparte nicht mit dem verdienten Applaus. Die Aussage von Kleinheinz traf es genau, es war „ein Abend, wie man ihn noch nie erlebt hat“.

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