Ein privat wie beruflich eingespieltes Team

Privat und beruflich ein eingespieltes Team: Sandra Brugger und Manfred Hellweger RS-Foto: Zangerl

Das Künstlerpaar Manfred Hellweger und Sandra Brugger aus Pettneu im Porträt

 

Eine Werkstatt in Nesselgarten bildet das berufliche Zentrum der beiden Pettneuer Künstler Manfred Hellweger und Sandra Brugger. Ihre Entscheidung gegen einen herkömmlichen „8 to 5“-Job und für die Selbstständigkeit im Bereich Bildhauerei haben sie nie bereut.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Das Künstlerpaar Manfred Hellweger und Sandra Brugger ist eben erst aus Wien heimgekehrt: „Dreidimensional“ war der Titel der Ausstellung im Kunstsalon in Schönbrunn, einer Gemeinschaftsausstellung der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, deren Mitglieder die beiden selbstständigen Bildhauer mittlerweile sind. Dabei war der Weg, das Hobby zum Beruf zu machen, unterschiedlich: Der mittlerweile 31-jährige Pettneuer Manfred Hellweger ist seit seinem 18. Lebensjahr als Bildhauer selbstständig: „Diese Leidenschaft hat sich schon früh bemerkbar gemacht – schon während der Volksschulzeit habe ich gern gezeichnet“, erinnert sich der Künstler. Nach dem Besuch der Unterstufe des Gymnasiums Landeck folgte auf Anraten des Zeichenlehrers der Wechsel in die Fachschule für Kunsthandwerk und Design in Elpigenalp. Dieselbe Schule besuchte auch seine Lebensgefährtin Sandra Brugger – wenn auch zehn Jahre später. Die 31-jährige gebürtige Salzburgerin entschied sich in jungen Jahren trotz ausgeprägter künstlerischer Ader für eine Lehre zur Bankkauffrau: „Nachdem ich acht Jahre in einer Bank gearbeitet habe, entfachte der Wunsch, etwas Kreatives zu machen“, so Brugger, „etwas, wobei man am Ende des Tages ein Resultat sieht.“

 

IDEEN & INSPIRATIONEN. Gearbeitet wird mit diversen Materialien, vorzugsweise Holz, aber auch Stein, Metall, Gips, Ton und Beton. Manfred Hellweger hat auch eine Ausbildung zum Steinbildhauer in Laas (Südtirol) absolviert und dabei die Grundtechniken des steingerechten Arbeitens gefestigt. Gearbeitet wurde auch mit Schnee und Eis, u.a. im Rahmen des Kunstfestivals „Art on snow“ oder für das Schneedorf in Hochoetz. Neben freiem künstlerischen Schaffen sind es Auftragswerke, denen sich das Künstlerduo widmet. Projekte solcher Art sind unzählige im Bezirk zu finden, besonders in St. Anton, das imposante hölzerne Eingangsportal zum Verwall beispielsweise, auch Schmetterlinge mit dem klingenden Titel „Origamie Butterflies“ schufen die beiden im Zuge der Teilnahme an Entente Florale. Eine besondere Bedeutung hat eine Hängeulme am Parkplatz nahe der Neuen Mittelschule St. Anton: „Die Vorgabe war, ein Kunstwerk zu schaffen, das den Baum sozusagen stützen soll, damit keine Äste knicken“, erinnert sich Hellweger. Die Skulpturengruppe, bestehend aus einem Mann, einer Frau und einem Kind, soll demonstrieren, dass Bäume Menschen vor Gefahren (Lawinen, Muren) schützen, in dem Fall wir aber die Menschen diejenigen sind, die die Bäume beschützen. Zudem hat Manfred Hellweger den Skulpturenpark in St. Anton bereichert, auch schuf er den Kreuzweg in Schnann (2010). In Ladis sind u.a. entlang dem Forscherpfad, beim Wodebad und am Wasserwanderweg Werke der beiden zu sehen. „In Pettneu haben wir die Westeinfahrt im Zuge des Bildhauersymposions 2015 gestaltet. Auch wirkten wir 2016 bereits bei Kulinarik & Kunst in St. Anton mit einem Landart-Projekt mit. Des Weiteren haben wir bereits 2015 & 2017 das Bühnenbild für das Filmfest St. Anton angefertigt“, fügen die Künstler hinzu. Sandra Brugger widmet sich neben der Bildhauerei auch gerne der Aktmalerei, besonders weibliche Akte werden dabei mit Mischtechniken auf Papier bzw. Leinwand gebracht. Über geplante Projekte wollen/dürfen die beiden derzeit noch nicht allzu viel verraten, mit Ausnahme von einem: Bei einem Wettbewerb waren Kunstobjekte gesucht, die Asfinag-Raststätten in ganz Österreich visuell bereichern sollen: „Mit unserem Entwurf von Bäumen der Sebastian-Allee in Pettneu wurden wir tatsächlich auserwählt – bald werden auf der Asfinag-Raststätte Zirl/Inzing unsere Arbeiten aufgestellt“, informieren Brugger und Hellweger.

 

PERFEKTIONISTISCHES DUO. „Es ist ein schöner Beruf, wir möchten nichts anderes machen“, sind die beiden Künstler überzeugt, die ein privat wie beruflich eingespieltes Team sind: „Wir ergänzen uns gut, der andere sieht oftmals Dinge, die man selbst nicht sieht.“ Die nächste Ausstellung der beiden ist im Rahmen von „Graffiti unplugged“ im November auf Schloss Sigmundsried in Ried zu sehen. Vom 8. bis 20. Juni ist die Teilnahme an einer Ausstellung in Verona (Belle Arti di Vienna) geplant, auch eine Teilnahme beim Kulinarik & Kunst-Festival 2018 in St. Anton ist fix vorgesehen. Nähere Informationen zu Ausstellungen und Referenzprojekte gibt’s auf: www.sandrabrugger.at und www.bildhauer-hellweger.at

Dieses Werk entlang des Wasserwanderwegs in Ladis wurde auch vom Pettneuer Künstlerpaar geschaffen. Foto: Manfred Hellweger
Die Baumwelten, zu sehen bei der Pettneuer Westeinfahrt Foto: Manfred Hellweger
Das imposante Eingangsportal ist ebenfalls eines der Referenzprojekte der Pettneuer Bildhauer. Foto: Manfred Hellweger
Ein Landart-Projekt im Verwall, entstanden im Rahmen des letztjährigen Kulinarik & Kunst-Festivals Foto: Manfred Hellweger
Die Skulpturengruppe „Human Planks“ aus Lärchenbrettern und Stahl im Hof vom Schloss Sigmundsried in Ried ist wahrscheinlich bis Frühjahr 2018 zu besichtigen. Foto: Hellweger

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