„Einheitliche Standards in allen Werken“

Holz-Pfeifer-Prokurist Günther Jaritz mit Personalentwicklerin Sarah Kathrein und „Spielertrainer“ Roman Flür, dem Leiter der Elektroabteilung Biowerk mit der „Lizenz zum Lehrlingsausbildner“ (v.r.). Das Ausbildungskonzept soll in allen Standorten der Pfeifer-Group greifen. Fotos: Pfeifer Holding GmbH

Holzindustriebetrieb Pfeifer setzt auf Tiroler Gütesiegel in Sachen Lehrlingsausbildung plus Arbeitsplatzgarantie

„Bei uns gibt es kaum Arbeitsplätze ohne Computer. Die Hilfsarbeiterjobs sind in den letzten zehn, 15 Jahren einer massiven Automatisierung gewichen. Darum suchen wir immer mehr Facharbeiter und Lehrlinge mit technologischer Ausbildung“, gibt Prok. Günther Jaritz offen zu: „Um diesem Lehrlingsmangel entgegenzusteuern haben wir Personalentwicklerin Sarah Kathrein ins Unternehmen geholt.“ Die Bemühungen um mehr Lehrlinge bzw. um die Qualifizierung von Lehrlingen und Führungskräften tragen Früchte: Holz-Pfeifer ist „ausgezeichneter Tiroler Lehbetrieb“ und möchte diesen Standard internationalisieren.

Zur in Imst beheimateten „Pfeifer Group“ zählen acht Standorte in Österreich, Deutschland und Tschechien. Während anderswo das Thema Lehrlinge zum akuten Problem anwächst, hält man bei Pfeifer den Stand der Auszubildenden und Lehrlinge konstant hoch – 30 in der gesamten Unternehmensgruppe. Angeboten werden Lehren zum Metalltechniker, Elektrotechniker und Holztechniker. Bei der Wahl der 300 besten Arbeitgeber Österreichs liegt Pfeifer auf Rang 69, in Tirol auf Rang fünf.

620 Euro „Plus“.

Möglich wurde diese anhaltend positive Entwicklung, weil die Verantwortlichen im Wettbewerb um junge Talente in den vergangenen drei Jahren ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt haben. „Pfeifer besitzt eine lange Tradition als Lehrherr. Uns war es aber ein Anliegen, gerade im Facharbeiterbereich selbst einen noch stärkeren Beitrag als bisher zur Ausbildung zu leisten. Und damit letztlich den qualifizierten Nachwuchs aus den eigenen Reihen sicherzustellen“, erklärt Sarah Kathrein. Neben der fachlich fundierten Ausbildung gehören zum Lehrlingsprogramm zahlreiche Benefits für die jungen MitarbeiterInnen. Das Gehaltsniveau ist grundlegend ansprechend – im 1. Lehrjahr gibt es bereits 620 Euro netto, im 4. Ausbildungsjahr kommen Lehrlinge mitunter auf 1.230 Euro netto. Ein eigenes Prämiensystem belohnt darüber hinaus schulische Leistungen und gutes Abschneiden bei Wettbewerben mit einem Bonus von bis zu 500 Euro netto. Die Kosten für das Freifahrtticket in Tirol trägt der Arbeitgeber ebenso wie für jenes in Salzburg, wo die Holztechniker in Kuchl die Berufsschule besuchen. Pfeifer übernimmt darüber hinaus die Heimkosten bei gleichzeitiger Weiterbezahlung der Lehrlingsentschädigung.

Förderung von Qualitäten.

Neben der materiellen Ebene bietet der Holzspezialist Unterstützung bei der Schul- und Persönlichkeitsbildung. „Für uns ist die bestmögliche Begleitung unserer Lehrlinge entscheidend. So besuchen wir sie in der Berufsschule, kümmern uns bei Bedarf um schulische Nachhilfe. Wir greifen ihnen tatkräftig unter die Arme, wenn sie es brauchen“, so Kathrein. Im Sinne dieser Philosophie unterstützen die Lehrherren den Besuch zusätzlicher Seminare und Kurse auf fachlicher und persönlichkeitsbildender Ebene – vom Pneumatikkurs bis hin zum Staplerkurs oder dem Vorbereitungskurs auf die Abschlussprüfung. „De facto bieten wir unseren Lehrlingen eine Arbeitsplatzgarantie und haben noch jeden übernommen“, so Jaritz. Roman Flür ist ein Paradebeispiel für eine „Pfeifer-Karriere“, hat er doch selbst seine Lehre hier in Imst mit etlichen Auszeichnungen abgeschlossen. Mittlerweile ist Flür Meister, Abteilungsleiter und selbst gefragter Lehrlingsausbildner: „Ich würde diesen Weg immer wieder machen!“ Pfeifer nimmt aktuell Lehrlinge in den Bereichen Metallbautechnik, Elektrotechnik und Holztechnik auf. Interessierte können ihre Bewerbung an Sarah Kathrein richten: stellenmarkt@pfeifergroup.com.

„Ich bleibe mit den Lehrlingen in Kontakt“, schaut Personalentwicklerin Sarah Kathrein auf „ihre“ Lehrlinge. RS-Foto: Parth
Raffael Mantl ist Pfeifer-Lehrling für Elektrotechnik im zweiten Lehrjahr.