Einspruch geplant

Laut Naturschutzbehörde kann das Wohnbauprojekt der Neuen Heimat Tirol im Bereich der Bichlifelder in Starkenbach (Schönwies) nicht realisieren werden. Simulation: Neue Heimat Tirol

 

Negativer Bescheid für NHT-Wohnprojekt in Starkenbach

 

Die Neue Heimat Tirol darf laut Naturschutzbehörde ihr Wohnbauprojekt im Bereich der Bichlifelder in Starkenbach (Schönwies) nicht realisieren. Die Behörde will einen anderen Standort. Die Gemeinde Schönwies beabsichtigt vor die zweite Instanz (Landesverwaltungsgericht Tirol) zu ziehen.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Es sind zwei Baukörper mit insgesamt 17 Wohnungen, die die Neue Heimat Tirol errichten will. Über 50 SchönwieserInnen bekundeten ihr Interesse. Seit dem Projektstart befindet sich das Vorhaben auf einem steinigen Weg zur Realisierung. U. a. wehrten sich Anrainer mit einer Unterschriftenaktion gegen das geplante Projekt. Kürzlich wurde das Behördenverfahren (naturschutzrechtliche Bewilligung) gestartet. Mit einer Entscheidung wurde dieser Tage gerechnet. Vergangenen Freitag war es so weit: Bei der Gemeinde Schönwies langte der Bescheid ein – er fiel negativ aus. Im dem 59 Seiten langen Konvolut wird mitgeteilt, dass das eingereichte Wohnbauprojekt im Bereich der Bichlifelder in Starkenbach nicht errichtet werden kann.

 

BEGRÜNDUNG. Die wichtigste Rolle spielte nicht wie vielleicht vermutet der geschützte Deutsche Skorpion, mit dem das Bauprojekt von Beginn an konfrontiert ist. Die Behörde ging auf diesen Punkt wie folgt ein: „Betreffend der Erhaltung der betroffenen Arten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet hat das durchgeführte Ermittlungsverfahren ergeben, dass eine diesbezügliche Beeinträchtigung nicht eintreten wird, auch wenn die betroffene Tierart des Deutschen Skorpions äußerst selten in Tirol anzutreffen ist, zumal nur von einem einprozentigen Lebensraumverlust dieser Tierart beim lokalen Vorkommen im Gemeindegebiet von Schönwies auszugehen ist“. Die Behörde will aufgrund der durchgeführten Alternativprüfung einen anderen Standort. Im Bescheid wurde dies begründet: Hierzu habe das Ermittlungsverfahren ergeben, dass zum geplanten Bauvorhaben durchaus Alternativen bestehen. Die Naturschützbehörde nannte den Standort Waldele, „als echte auch kurzfristig zu realisierende Lösungsmöglichkeit“. Darüber hinaus bestünden im Gemeindegebiet von Schönwies noch weitere Alternativflächen. Die Behörde merkte in diesem Zusammenhang an, dass laut eingeholtem raumordnungsfachlichen Amtssachverständigengutachten in Schönwies ausreichend Baulandreserven vorhanden seien.

 

ERSTE REAKTION. Bgm. Wilfried Fink meinte in einer ersten Reaktion: Es bestehe in Schönwies dringender Bedarf an Wohnungen. Das zeige die Interessentenliste. Deshalb finde er es auch schade, dass es zu einer weiteren Verzögerung bei diesem Wohnbauprojekt komme. Für ihn, so Fink weiter, sei die Bescheidbegründung nicht nachvollziehbar, weil das Raumplanungsbüro der Gemeinde Schönwies ein hohes öffentliches Interesse nachgewiesen habe. Darum sei geplant, beim Landesverwaltungsgericht Tirol gegen den Bescheid Einspruch zu erheben. In der nächstwöchigen Ausgabe wird die RUNDSCHAU noch ausführlicher über die erstinstanzliche Entscheidung berichten.

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