Eisspeedway-Rennen für ganz Verwegene

Rennleiter Walter Lageder, Referee Oliver Özelt, Sprecher Thomas Schiffner und Obmann Hans-Peter Forcher (v.l.). RS-Foto: Chauvin

Die bestens präparierte Piste lockte Fahrer und viele Zuschauer

Nach vielen sehr kalten Wochen konnte diese internationale Veranstaltung mit Teilnehmern aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz unter vorbildlichen Bedingungen und bei herrlichem Wetter in Weißenbach am Lech verletzungsfrei durchgeführt werden.

Dreizehn Rennfahrer hatten sich zum Wettkampf eingefunden, um herauszufinden, wer in diesem Jahr der Beste auf dem 400m langen Oval sein wird. Leider musste auf einige bekannte Namen verzichtet werden, denn diese Biker waren auf dem Weg nach Russland, wo in der nächsten Woche die Weltmeisterschaft gestartet wird. Dennoch wurden den rund 800 Zuschauern packende Läufe gezeigt. Von den großen Schneetribühnen aus, direkt am Rennbahnrand in den Kurven und an der Geraden, war das Renngeschehen bestens zu beobachten.

Ablauf. Doch wie ist eigentlich der Ablauf eines Renntages? Ab acht Uhr ist die Anmeldung mit Maschinenabnahme für eineinhalb Stunden geöffnet. Dann steht die Eisbahn für die Trainingsläufe bis kurz nach Mittag zur Verfügung. Interessante Einzelheiten weiß der Stadionsprecher zu den einzelnen Motor-Sportlern bei der Fahrervorstellung zu erzählen, bevor um 13.30 Uhr das Rennen beginnt.
Und was sind die offiziellen Voraussetzungen, die ein Motorsport-Verein erfüllen muss, um ein Renn-Event durchführen zu können? Die Bahn muss im Oval zwischen 285 und 400 Metern sein und eine Breite auf der Geraden von 12 Metern und in den Kurven von 14 Metern haben. Auch die Eisstärke von mindestens 20 cm war in diesem Jahr ohne Probleme zu erreichen. Dafür sorgten der Obmann des MSC Weißenbach, Hans-Peter Forcher und seine fleißigen Helfer in vielen Nachtschichten seit Mitte November. Schon vor Weihnachten fanden dann erste Trainingsläufe statt.
Auch in diesem Jahr konnte der Ausrichter den im Motorsport bekannten Sprecher Thomas Schiffner (Raum Frankfurt) verpflichten, der die Besucher großartig über das Geschehen auf der Eisbahn informierte und zu den einzelnen Fahrern viel zu berichten wusste. Von der Austrian Motorsport Federation (AMF) war Sportkommissar/Referee Oliver Özelt aus Wien angereist, der die erkrankte Schiedsrichterin Susanne Hüttinger bestens vertrat. Korrekt und schnell waren seine Entscheidungen bei den 13 Vorläufen. Danach gab es die C-, B- und A-Finalfahrten um die Plätze elf bis eins. Schon im Lauf 13 waren fast alle späteren Sieger am Start und fuhren ein packendes Rennen.
Auf dem Eis hatte Rennleiter Walter Lageder das Sagen. Er koordinierte den Start und war immer in Kontakt mit dem Schiedsrichter. Auch die Streckenposten, die Männer am Startband und der mit der Runden- und der Zielfahne waren mit ihm in Verbindung. Ein hübsches Bild gaben die jungen Damen ab, die vor dem Start mit ihren Schirmen in den Farben rot, blau, weiß und gelb den Fahrern die richtigen Startpositionen anzeigten. Veranstaltungen wie diese benötigen viele Sponsoren, denn ein Verein kann dies nicht alleine schultern. Dankbar wurden die Firmen zwischen den Heats öffentlich bekanntgegeben und es wurde ihnen gedankt. Ebenso sind viele, viele Helfer erforderlich, wie Mitglieder des Vereins selbst oder aus befreundeten Vereinen – wie der Feuerwehr – und andere Freiwillige. Ihnen dankte Obmann Forcher ganz offiziell.

Drohnen. Drohnenflüge sind seit Kurzem bei den Motorsport-Veranstaltungen in Deutschland verboten und waren auch in Weißenbach strikt untersagt. Es könne davon eine große Gefahr für die Rennfahrer ausgehen. Die Motorräder werden mit reinem Methanol betankt und das pflanzliche Motorschmieröl besteht aus Rhizinusöl, somit entstehen keine Umweltbelastungen. Für viele Motorsportler riecht es wie „Parfüm“, für ungeübte Nasen ist es eher „etwas streng“. Und: 2017 gab es zwei Eisspeedway-Rennveranstaltungen – in St. Johann am 28. Januar und das Weißenbacher Event am 29. Januar.

Von Claudia Chauvin

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