Endspurt der 28. Außerferner Kulturzeit

„Silent Dancing“ – eine andere Art von Discovergnügen. RS- Fotos: Claus

Futurama und die „Stille Disco”

Einige der letzten Aktivitäten – anlässlich der Kulturzeit 2017 – war vor der Finissage am darauffolgenden Sonntag die Auswertung der Ergebnisse der interaktiven rosaroten Wunschbox, die zwei Wochen lang am Kirchplatz in Reutte stand. „Silent Disco“ auch „Kopfhörerparty“ genannt, ist die Bezeichnung für eine Disco, bei der Menschen zu Musik tanzen, die sie über kabellose Kopfhörer hören – zu erleben ebenfalls am Ende der Kulturzeit.

Die Wünsche wurden im Rahmen einer Theaterperformance bearbeitet, verfremdet und in der „Zukunft“ erfüllt. Unter dem Titel „Futurama“ transferierte die Gruppe „KUNSTtransPORT“ aus Innsbruck die Wünsche der Außerferner in kollektive Visionen in die veränderte Welt in 50 Jahren – verfremdet und sozusagen als „Weltfrieden recycelt“.
„Wünsch dir was“ war die Aufforderung des tirolweiten Projekts, sich zu beteiligen, mitzudenken, auszusprechen und zu träumen. Gegebene gesellschaftliche Entwicklungen machen häufig bewusst, was wir nicht wollen. Aber was wollen wir eigentlich? Gibt es persönliche Utopien? Wie würde deine Welt in 50 Jahren aussehen? Wie wird zusammengelebt? Und wie bitteschön „schnäuzt“ man sich in 50 Jahren? Diese und weitere Situation stellten die sechs Darsteller zwar extrem futuristisch – aber nachvollziehbar – ihrem Publikum vor. Eine Vorstellung mit vielen Überraschungen, hoch engagiert und mit viel Power. Es war eine transmediale Stunde mit einer Fülle an verschiedenen Installationen, Bildkunst, Theatersequenzen, Performance, elektronischer Musik – und hätte mehr Besucher verdient gehabt.

Stilles Experiment. Im Rahmen der 28. Außerferner Kulturzeit wagte „Huanza“ das Experiment, auf neue Art Discomusik zu hören und fand bei den Jugendlichen im Jugendzentrum „Smile“ dafür vorsichtiges Interesse. „Dafür, dass dies ein Versuch ist, sind wir mit der Akzeptanz recht zufrieden“, sagte Obfrau Veronika Kunz-Radolf. Anstelle der Verwendung eines Lautsprecher-Systems, wird die Musik über einen FM-Transmitter an die drahtlosen Kopfhörer der Teilnehmer gesendet. Betrachtet man die Szenerie ohne Kopfhörer, hört man keine Musik und sieht tanzende Menschen in einem stillen Raum. Die Stille der Disco ist z.B. bei Musikfestivals und Open-Air-Partys populär, weil sie den Menschen ermöglicht, ohne Lärmbelästigung der Umgebung nach lauter Musik zu tanzen.  Dieses Konzept des Silent Dancings ist nicht brandneu. Bereits in den 90er-Jahren sollen amerikanische Naturfreunde die Idee erprobt haben, um draußen Musik hören zu können, ohne die Tiere in der Umgebung durch Lärm zu verschrecken. Beim Bonnaroo Festival in den Vereinigten Staaten wurde im Jahr 2005 das erste Mal der Begriff „Silent Disco” benutzt. Nach Österreich schwappte der Trend zu Beginn der 2010er-Jahre über.

Von Uwe Claus

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