Enttäuschung ausgelöst

Mit nicht geringer Verwunderung haben der Projekthauptinitiator Sepp Thöni (l.) und der Hauptinvestor Hans Rubatscher die Entscheidung der Südtiroler Landesregierung vernommen. RS-Fotos: Tiefenbacher

Skiverbindung Langtaufers–Kaunertal von Südtiroler Landesregierung abgelehnt – Betreiber geben nicht auf

 

Für viele Langtauferer, die Oberländer Gletscherbahn und die Kaunertaler Gletscherbahnen gab es eine negative -Weihnachtsüberraschung: Die Südtiroler Landesregierung lehnte knapp vor den Feiertagen das Skigebietsverbindungsprojekt Kaunertaler Gletscher–Langtaufers ab. Die Oberländer Gletscherbahn als Projektbetreiber prüft noch mögliche Optionen für das weitere Vorgehen.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Den Beschluss fasste die Landesregierung in ihrer Sitzung am 19. Dezember. Im Anschluss daran wurde die Entscheidung in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Umweltlandesrat Richard Theiner meinte, dass sich die Landesregierung die Sache nicht leicht gemacht habe. Aber nach intensiver Erörterung und genauer Abwägung aller Vor- und Nachteile sei man zum Ergebnis gekommen, dass „die Nachteile überwiegen“. LH Arno Kompatscher führte in seinem Statement zwei Gründe ins Treffen, um die Nichtgenehmigung zu rechtfertigen. Neben Umweltbedenken fehle der ausreichende Nachweis, dass sich das Vorhaben nachhaltig positiv auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Wirtschaftsraum Langtaufers/Oberer Vinschgau auswirke, sagte Kompatscher. Damit schloss sich die Südtiroler Landesregierung der Sichtweise der beratenden Organe an: Das Landesamt für Landesplanung erteilte eine Absage, und der Umweltbeirat des Landes, der beide eingereichten Skipistenvarianten (die Variante vom Karlesjoch nach Melag sowie die Alternativvariante über das Weißseejoch) unter die Lupe nahm, gab auch noch nach dem schriftlichen Einwand und der Anhörung der Oberländer Gletscherbahn ein negatives Gutachten ab.

 

ENTTÄUSCHT VON LANDESREGIERUNG. Der Alpenverein und Umweltschützer zeigten sich erfreut, bei den Projektbefürwortern als auch bei der Oberländer Gletscherbahn ist das Gegenteil der Fall. Für Projekthauptinitiator Sepp Thöni ist es eine Entscheidung gegen das Langtauferer Tal und eine, die absolut unverständlich ist. Dies begründet er damit: Einerseits würde die Mehrheit der Bevölkerung sowie der Volksvertretung hinter den Projektbetreibern stehen. „70 bis 80 Prozent der Langtauferer befürworten den Zusammenschluss Kaunertal–Langtaufers und das eingereichte Vorhaben ist mit klarer Mehrheit vom Grauner Gemeinderat genehmigt worden“, betonte Thöni. Andererseits sei es ein gutes und schönes Projekt. Insbesondere bringt Thöni die Vorgangsweise der Landesregierung aus dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung mit anderen Projektwerbern auf die Palme. „Man hat unser Projekt abgelehnt, aber gleichzeitig hat die Landesregierung Lifte und Pisten im Nationalpark genehmigt. Das können wir nicht verstehen. Unser Projektgebiet ist kein Naturschutzgebiet, es gibt hier kaum Feuchtgebiete und hier kommen auch keine geschützten Tiere und Pflanzen vor.“ Und da ist noch etwas, worüber Thöni enttäuscht ist. Thöni: „Wir haben mit allen Landesregierungsmitgliedern inklusive LH Kompatscher Gespräche geführt und alle – mit Ausnahme von Umweltlandesrat Richard Theiner, der eine ablehnende Haltung einnahm, – haben unseren Plänen Zustimmung signalisiert. Damit sind Hoffnungen geweckt worden, die jetzt nicht erfüllt werden.“ Für Sepp Thöni ist die Sache noch nicht erledigt. „Wir werden die schriftliche Begründung der Ablehnung abwarten und dann entscheiden, wie wir weiter vorgehen werden. Es gibt einige Möglichkeiten, die sich bieten“, erklärte Thöni gegenüber der RUNDSCHAU.

 

VERWUNDERUNG. Mit einiger Verwunderung nahm der Hauptinvestor des Projektes Hans Rubatscher das „Njet“ der Südtiroler Landesregierung auf, weil „entsprechend positive Signale aus der Südtiroler Landesregierung erfolgt waren“ und er der Meinung ist, dass „der Zusammenschluss der Skizone Langtaufers und des Kaunertaler Gletschers für das Vinschgau wichtiger ist wie für das Kaunertal“. Rubatscher fände es aus seiner Sicht schade, wenn das Projekt nicht realisiert werden würde, „denn es wäre unschwer zu realisieren“. Hans Rubatscher will wie Thöni jetzt erst einmal die in schriftlicher Form abgefasste Entscheidung abwarten und dann mit den Gesellschaftern die Lage und die weitere Vorgehensweise besprechen.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.