„Es soll nächsten Generationen mindestens so gut gehen“

LH Günther Platter: „Es macht mir täglich Freude Landeshauptmann eines Landes zu sein, in dem die Menschen aufeinander schauen und die Ehrenamtlichkeit einen so großen Stellenwert hat.“ Foto: Blickfang

LH Günther Platter ist wieder Landtagswahl-Spitzenkandidat der Tiroler Volkspartei

 

LH Günther Platter aus Zams tritt bei der Landtagswahl Ende Februar wieder als Spitzenkandidat der Tiroler Volkspartei an. Die RUNDSCHAU fragte ihn deshalb nach Erfolgen und Herausforderungen – und auch, wie es ihm in der Spitzenpolitik geht.

 

Von Daniel Haueis

 

RUNDSCHAU: Sie treten am 25. Februar 2018 bei der Landtagswahl wieder als Spitzenkandidat der Volkspartei an. Welche Erfolge bzw. Fortschritte im bisherigen Jahrzehnt der Ära Landeshauptmann Platter sind die Ihrer Meinung nach bedeutendsten? Und ganz konkret: Wo spürt der einzelne Tiroler, dass Günther Platter Landeshauptmann war bzw. ist?

LH Günther Platter: Tirol ist ein innovatives, wirtschaftlich erfolgreiches und sozial verlässliches Land. Im Vergleich zu anderen Bundesländern können wir seit 2012 zum fünften Mal in Folge ein ausgeglichenes Landesbudget ohne neue Schulden vorweisen. Als Finanzreferent, aber auch als Familienvater und Großvater ist es mir wichtig, den nachkommenden Generationen ein Land zu übergeben, in dem auch sie alle Möglichkeiten haben, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Es soll den nächs-ten Generationen mindestens genauso gut gehen wie uns heute. Wir haben österreichweit die geringste Pro-Kopf-Verschuldung, die Wirtschaft brummt und die Arbeitslosigkeit ist seit über eineinhalb Jahren im Sinken. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der Tiroler Landesregierung ist es gelungen, die Konjunktur zu beleben und die Bevölkerung zu entlasten. Wir haben wirkungsvolle Maßnahmen gesetzt, um unseren Vorsprung zu halten, wie z.B. den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – Stichwort Tirolticket und Nachtschiene, die landesweite Technologie- und Breitbandoffensive, die Energieautonomie bis 2050, im Bereich leistbares Wohnen, den Ausbau der Kinderbetreuung und viele mehr. Auch die von mir gegründete Freiwilligenpartnerschaft Tirol möchte ich nicht unerwähnt lassen.

 

RS: Das Land Tirol steht in puncto Arbeitsmarktdaten, Pro-Kopf-Verschuldung u.a.m. bekanntlich recht gut da. Welche großen Zukunftsthemen sehen Sie nun, welche konkreten Handlungsfelder?

GP: Wir kennen viele der Herausforderungen, die unser Land zu meistern hat. Neben den Themen Bildung, Wohnen, Verkehr und Energie ist die Pflege sicher eine der größten Herausforderungen der Zukunft, die uns alle trifft. Es ist unsere Aufgabe für jene Menschen, die Betreuung und Pflege brauchen, die besten Rahmenbedingungen zu schaffen und auch die Unterstützung pflegender Angehöriger auszubauen. Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Digitalisierung in der Wirtschafts- und Arbeitswelt, diese müssen wir als Chance nutzen und noch offensiver angehen. Eine große Rolle wird weiterhin das Thema Sicherheit spielen. Die Sicherheitspolitik ist und bleibt für mich jedenfalls Chefsache.

 

RS: Die Volkspartei wird mit ziemlicher Sicherheit wieder einen Koalitionspartner brauchen. Welche Grundsätze wird dieser teilen müssen, was muss Regierungskonsens in Tirol sein? (Bitte auch an konkreten Beispielen festmachen.)

GP: Jetzt über mögliche Regierungspartner und Koalitionsinhalte zu sprechen, ist noch zu früh. Aber grundsätzliche Einstellungen, zum Beispiel dass Arbeit und Fleiß belohnt gehören und es finanziell einen Unterschied machen muss, ob jemand leistungswillig ist oder nicht, sind für mich auch in Zukunft in Stein gemeißelt. Genauso wie unser Anspruch, dass die Menschen in allen Teilen Tirols die gleichen Chancen haben sollen. Es gibt ja durchaus immer wieder Stimmen, die die hohen Investitionen in die Infrastruktur der ländlichen Regionen infrage stellen. Das wäre so ein Thema, bei dem man sich bei mir die Zähne ausbeißt. Ich werde weiterhin alles tun, um den ländlichen Raum zu stärken.

 

RS: Wie haben Sie sich seit der Übernahme des „Jobs“ des Landeshauptmanns verändert – in Ihrer politischen Schwerpunktsetzung, vielleicht auch persönliche Ansichten betreffend?

GP: Es macht mir täglich Freude Landeshauptmann eines Landes zu sein, in dem die Menschen aufeinander schauen und die Ehrenamtlichkeit einen so großen Stellenwert hat. Natürlich ist es so, dass einen die Erfahrungen prägen. Grundsätzlich glaube ich schon, dass ich mir immer treu geblieben bin. Ich war schon immer geradlinig, jemand der langfristig denkt und handelt und sich nicht vor unpopulären Entscheidungen drückt. Dabei ist es mir besonders wichtig, vor Ort bei den Menschen zu sein. Deshalb berücksichtige ich bei allen Entscheidungen, wie diese sich auf unser Land und vor allem auf die Bevölkerung auswirken.

 

RS: Abschließend: Wie geht es Ihnen persönlich nach rund drei Dekaden in der Politik, meist in der Spitzenpolitik der Republik und des Landes?

GP: Mir geht es hervorragend. Ich bin gesund, freue mich auf jeden Arbeitstag und versuche trotz vollem Terminkalender, wann immer es möglich ist, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und Sport in meinen Alltag einzubauen.

 

RS: Danke.