Fiss im Ausnahmezustand

Die Leitfigur 2018 ist der Bär, der mit gemeinsamer Anstrengung eingefangen wird. RS-Fotos: Pfurtscheller

Blochziehen als Publikumsmagnet

 

Nach vier Jahren ging es in Fiss wieder zur Sache. Alles drehte sich um einen der ältesten Tiroler Fasnachtsbräuche, das Fisser Blochziehen. Es ist ein gewaltiges Schauspiel, das auch heuer wieder von Tausenden begeisterten Zuschauern bestaunt wurde – ein fantastisches Spektakel, das man erlebt haben muss.

 

Von Irmgard Pfurtscheller

 

Das alle vier Jahre stattfindende Blochziehen in Fiss ist eine der echten Tiroler Fasnachten, bei der es um den Kampf der guten gegen die bösen Kräfte geht. Dieser traditionelle Brauch gilt seit 2011 als immaterielles Kulturerbe der -UNESCO. An die 10000 Besucher, darunter zahlreiche Prominenz aus Politik und Wirtschaft, ließen sich das Spektakel nicht entgehen, u.a. Bürgermeister aus den Nachbarregionen und dem gesamten Bezirk, die Bürgermeisterin von Innsbruck Chris-tine Oppitz-Plörer, LR Bernhard Tilg, Landtagsvizepräsident Anton Mattle, LH-Stv. Ingrid Felipe, LR Christine Baur und LH Günther Platter.

 

OBJEKT DER BEGIERDE. Mit der Kraftanstrengung von 80 Masken wird das rund 30 Meter lange Ungetüm, der Bloch mit Gesicht vorne am Stumpf, durch das Dorf gezogen. Damit alles reibungslos und in den richtigen Bahnen verläuft, dafür sorgt der Fuhrmann mit seiner Peitsche, der „Goaßl“. Nach dem Fasnachtsmarsch, gespielt von der Musikkapelle Fiss, setzt sich der Bloch in Begleitung von rund 400 Fasnachtlern in Bewegung. Auf seinem Weg durch das Dorf sorgen die Hexen für die soziale Ordnung, die vier Mohrelen versuchen das Böse zu vertreiben, der Giggeler bespringt aus dem Hinterhalt manche der Damen, und der Bajatzl zeigt auf den Hausdächern akrobatische Kunststücke. Wenn der Bloch am Ziel angelangt ist, geht es darum, das Prachtexemplar so teuer wie möglich an den Mann zu bringen. Der Fisser Bgm. Markus Pale begeisterte in seiner Rolle als Versteigerer und konnte eine Rekordsumme verzeichnen. Der 31 Meter lange und 5,5 Tonnen schwere Zirbenbaum ging um 17.600 Euro an den Meistbietenden, den Samnauner Architekten Hansjörg Kolednik.

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