Frühmobilisation von Intensivpatienten …

Mit speziellen Vorrichtungen ist es möglich, Intensivpatienten die so wichtige Bewegung zu ermöglichen. Foto: BKH Reutte

… zeigt erfreuliche Ergebnisse am BKH Reutte

Je früher mit einer dem Patienten zumutbaren Mobilisierung begonnen wird, umso besser ist dies für den weiteren Heilungsverlauf. 

Nach Unfällen mit mehreren Organbeteiligungen, schweren internistischen Erkrankungen oder ausgedehnten Operationen sind Intensivpatienten oft für einen langen Zeitraum bettlägerig, meist mit einem sehr begrenzten Bewegungsradius auf. Dabei wäre, gerade in dieser Phase Bewegung wichtig, denn eine interprofessionell geplante und kontrollierte frühe Mobilisation kann die Intensivaufenthaltsdauer verkürzen und senkt die Komplikationsrate. Die Behandlungsmethode der Frühmobilisation wird am BKH Reutte bereits erolgreich angewandt. Wache Intensivpatienten, die keine Schmerzen oder Ängste haben, profitieren mehrfach von einer frühen Mobilisation: „Atmung, Blutgefäße, Haut und Muskeln, das Nervensystem sowie der Verdauungstrakt sprechen besonders auf die vermehrte Bewegung an. Zusätzlich werden die Risiken der Immobilität – wie Thrombosen, Wundliegegeschwüre (Dekubitus) und Lungenentzündungen – gesenkt“, erklärt Primar Dr. Eugen Ladner, ärztlicher Direktor am Außerferner Spital. Ebenso verbessert sich auch die psychische Verfassung der Patienten.
Die vermehrte Mobilität der Patienten verkürzt oft auch die Behandlungs- und Aufenthaltsdauer, schont Ressourcen und damit auch Kosten. Aus diesem Grund findet nun täglich um 9.30 Uhr im BKH Reutte die Frühmobilisation der Intensivpatienten statt.
Teamwork. Damit die Bemühungen gelingen, bedarf es eines multiprofessionellen Intensivteams, bestehend aus zwei Mitarbeitern der Pflege, Physiotherapeuten und Intensivmedizinern. „Dies resultiert nicht nur in einem enormen Mehraufwand, sondern erfordert auch höchste Konzentration und vorrausschauendes Denken des Teams. Jeder Handgriff und jede Bewegung müssen geplant sein. Schläuche, Zugänge und sonstige Sicherheitsrisiken werden im Vorfeld überprüft und Hilfsmittel – wie Gehbock oder Querbettsessel – stehen bereit“, so die Stationsleiterin der Intensivstation DGKP Heidi Scheiber.