Fünf Projekte im Entscheidungswettlauf

Das Tiroler Landesverwaltungsgericht in Innsbruck nahm das Widerstreitverfahren für ein Kraftwerk an der Trisanna nun wieder auf. RS-Foto: Tiefenbacher

Widerstreitverfahren für Kraftwerk an Trisanna läuft wieder

 

Das Tiroler Landesverwaltungsgericht (2. Instanz) in Innsbruck nahm das Widerstreitverfahren für ein Kraftwerk an der Trisanna nun wieder auf. In diesem Verfahren wird entschieden welchem eingereichten Vorhaben der Vorzug gebührt.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Das Gericht liess das Verfahren „formlos ruhen“, weil es den drei Kontrahenten – Gemeinschaftskraftwerk Paznaun GmbH, in der die vier Paznauner Gemeinden See, Kappl, Ischgl und Galtür sowie die Gebrüder Kofler aus Landeck agieren, Donau Chemie und Gebrüder Haider aus Oberösterreich – die Möglichkeit einräumte, auf dem Gesprächsweg zu einer Einigung zu kommen, ein gemeinsames Kraftwerk zu bauen. Man fand nach hoffnungsvollen Anfängen, aber letztlich keine Konsenslösung. Die Gemeinschaftskraftwerk Paznaun GmbH will nur die große Variante (Wasserfasung zwischen den Seer Weilern Platz und Habigen, Krafthaus vor der Sperre der Donau Chemie) realisieren. An dieser Variante sind aber weder die Gebrüder Haider noch die Donau Chemie interessiert. Das heißt, dass man endgültig getrennte Wege geht. Von der Nichteinigung erhielt das Landesverwaltungsgericht in Innsbruck Kenntnis und setzt das Widerstreitverfahren nun wieder fort.

 

FÜNF PROJEKTE. Die RUNDSCHAU fragte beim zuständigen Richter nach, wann das Verfahren voraussichtlich abgeschlossen sein wird. „Das lässt sich im Moment noch nicht sagen“, so der Richter und fügte hinzu, dass „derzeit keine mündlichen Verhandlungen stattfinden.“ In der zweiten Frage, wie viele Projekte im Rennen sind, hielt sich der Richter bedeckt: „Dazu kann ich nichts sagen, weil es sich noch um ein laufendes Verfahren handelt.“ Nach den Recherchen der RUNDSCHAU sind fünf Projekte in diesem Entscheidungswettlauf. Von der Gemeinschaftskraftwerk Paznaun GmbH liegt ein Projekt vor – die sogenannte große Variante. Die Gebrüder Haider schickten unter verschiedenen Firmennamen drei Projekte ins Rennen. Die Donau Chemie reichte ein Projekt im Alleingang ein. Sollte das Projekt des Landecker Karbiderzeugers nicht zum Zug kommen, hat man sich dort für folgende Vorgangsweise entschieden: Man wird sich zwar an keinem anderen, der miteinander im Widerstreit liegenden Projekte beteiligen, aber man wird vom neuen Kraftwerk, egal welchem der Vorrang eingeräumt wird, Strom beziehen. Der Poker um eine Genehmigung für den Bau einer Wasserkraftanlage an der Trisanna im Paznaun läuft bereits seit 2011.

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