Galerie „Augenblick“ ein Mekka der schönen Künste

Claudia Lang-Forcher (im Bild rechts) stellt bei der interaktiven Laudatio die Protagonisten: Ingrid Kämmerle, Kristin Kaeser, Hildegard Simon, Wolfgang Keßler, Ingrid Städeli und Elke Wieland (3. bis 8. v.l.) vor. RS-Foto: Chauvin

Marmor, Stein und Eisen, auch Holz und Papier gestalten die Ausstellung

„komplementär“ ist der Titel der neuen Kunstausstellung in der Tannheimer Galerie. Und was das bedeutet, hat Claudia Lang-Forcher in ihrer Laudatio eindrucksvoll dargelegt. 

Gegensätzlich, doch ergänzend – bewegt und ruhend – abstrakt und realistisch – kantig und rund oder hart und weich in den Strukturen, so kann „komplementär“ verstanden und in den Ausstellungsstücken erfahren werden.
Sechs Protagonisten aus dem Oberallgäu, alle der Künstlergruppe „Eigenart.21“ angehörend, sind hier vertreten. Die Steinbildhauer Ingrid Städeli, Elke Wieland und Wolfgang Keßler; die Malerinnen Ingrid Kämmerle und Hildegard Simon sowie Kristin Käser mit Foto-Installationen beweisen auch hier, dass die von ihnen initiierten Ausstellungen mit eigenwilligen Ideen und Programmgestaltungen die Besucher begeistern. Seit 1994 hat die Gruppe fast im Jahresrhythmus bereits 21 Kunstausstellungen veranstaltet. Dabei unterstützen sie zum Beispiel den Kinderschutzbund oder setzen sich für multikulturelle Probleme ein. Außerdem sehen sie die bildnerische Kunst nicht einseitig, sondern verbinden sie oft mit Musik, Tanz, Literatur, Handwerk und Theater.
Diese Sicht passt wunderbar zur Laudatio von Lang-Forcher. Sie verstand es, jeden der Künstler und dessen Werk den Besuchern mit passenden, spannenden Geschichten in bühnenreifen Vorträgen nahezubringen. Ob Lindensamen, Schmetterlingseier, Wellen zum Himmel oder das Getrennte, das sich wiederfindet, zu Kunstobjekten werden und welche Materialien ausgesucht wurden, es ist eine ganz feine Präsentation.
Hier ein paar Stellungnahmen der Künstler: Ingrid Kämmerle meint „Malen ist ein Mosaikstein meines Lebens, das dadurch farbiger und intensiver wird. Freiräume für Gedanken und Gefühle tun sich auf beim Malen, und ich schätze diese Qualität der Unabhängigkeit.“ Hildegard Simon hat in Bad Hindelang eine Galerie. „Malen ist für mich eine Spurensuche der Naturprozesse und Vorgeschichte der Menschen, die hier im Allgäu leben. Ein Malgrund, auf dem sich Farbschichten aneinanderfügen und Strukturen herausbilden, wird zum experimentellen Raum. Bewusstes und Unbewusstes wird verarbeitet.“
Kristin Kaeser spricht von der Neugierde, Inhalte mit diversen Materialien umzusetzen. Das sei sehr inspirierend und experimentell spannend. Viele ihrer Arbeiten beruhen auf aktuellem Zeitgeschehen. Die Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst erweitere ihr Abstraktionsvermögen sowie Wahrnehmungs- und Denkgewohnheiten.
Die Ausstellung ist noch bis zum 4. März 2018, von Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Claudia Chauvin

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.