Gegensätze in Wenns

Das Bauprojekt GHS im Ortskern bietet Platz für betreutes Wohnen und Gewerbeunternehmen und soll ein Beitrag zur Optimierung der örtlichen Anlagen werden. RS-Foto: Burger

Können Landwirtschaft und Tourismus koexistieren

Auch eine Gemeinde wie Wenns im Pitztal wird sich dem Fortschritt verpflichten, aber seine BürgerInnen nicht übergehen. Die alljährliche Jahresanfangssitzung, bei der das letzte Wirtschaftsjahr abgeschlossen und das neue Jahresbudget besprochen wird, war ein Bespiel dafür, wie weitläufig die anfälligen Themen einer Gemeinde sind. Angesichts der Tagesordnung wurde nicht sehr viel Konfrontation erwartet, jedoch brachte der rege Anteil der Öffentlichkeit schwierige Themen auf den Plan.

von Melanie Burger

Den größten Teil des Abends wurden alle finanziellen Belange des letzten Jahres und das zukünftige Budget für 2017 intensiv besprochen. Nach einigen Nachfragen bezüglich der Ausgaben wurde Bgm. Walter Schöpf aus den Verbindlichkeiten entlassen. Überdies wurden Investitionen für die Feuerwehr, die Schulen, die Kindergärten inkl. Kindergrippe usw. genauestens erklärt. Ein großer Teil der wirtschaftlichen Besprechungen ergab sich auch aus den einzelnen Agrargemeinschaften Wenns, Brennwald, Larchach, Wennerberg und Kieleberg.

Unterstützung.

Ein neues Projekt zur besseren Förderung der flächendeckenden, landwirtschaftlichen Bewirtschaftung nimmt langsam Form an und wurde vorgetragen. Die bisherige Unterstützung der Betriebe von Rindern wurde über den Viehversicherungsverein über Schadenssysteme abgewickelt. Dadurch konnten jedoch Bauern mit anderen Nutztieren wie Schafen, Ziegen, Pferden usw. keinen Nutzen daraus ziehen. Die Landwirte bekamen die Förderung auch nur gegenverrechnet bei Impfungen und sonstigen Anwendungen. Die neue Idee möchte alle Landwirte vereinen und einen ha-Satz auszahlen, der auch jene Bauern erreicht, die z.B. durch eine exponierte Lage keine Rinder halten können. Das Budget für dieses Projekt wird erhöht und nach einem Abzug für Leistungen im Impfwesen gerecht verteilt. Dieser zeitgemäße Beschluss löste natürlich viele positive Reaktionen aus.

Innerorts.

Ein weiteres Projekt der Zukunft befand sich auf dem 10. Programmpunkt. Das Bauprojekt GHS-Unterdorf möchte wieder einmal das Gemeindebild mit mehr Gewerbebetrieben unterstützen und auch ein Statement für seine älteren MitbürgerInnen setzen. Im Zuge der Umsetzung dieses Gebäudeprojekts möchte die Gemeinde Wohnungen über den Bauträger installieren und anmieten. Das damit entstehende, betreute Wohnen sollte für Einzelpersonen und auch Paare zu mieten sein. Hausverwaltung und Gebäudebetreuung werden von der Wohnbaugesellschaft wie üblich gestellt. Eine Investition seitens der Gemeinde in dieses Projekt sollte eigentlich risikoarm sein, denn wenn man nicht genügend pflegebedürftige Mieter finden sollte, kann man diese zentral gelegenen Wohnungen sicher auch an junge Bürger vermieten.

Diskussionen.

Als beim letzten Programmpunkt alle Anwesenden dazu aufgefordert wurden, wie üblich ihre persönlichen Anfragen, Anträge und Allfälliges vorzubringen, kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Bgm. Schöpf, Ratsmitgliedern und auch dem anwesenden Publikum. Ein Investitionspunkt der letzten Besprechung wurde eigentlich auf Anfang März versprochen, jedoch nicht weiter festgelegt. Es handelt sich dabei um ein größeres Bauprojekt, das bei manchen MitbürgerInnen Unsicherheit hervorruft. Der engagierte Bürgermeister bittet um Verständnis, da er zuerst alle Fakten mit seinem Team zusammentragen wird und dann zu einer Versammlung aufrufen möchte.