Grautöne

Michael W. Schneider erklärt den Besuchern Aspekte seiner Kunst. RS-Foto: Pircher

Michael W. Schneider zeigt eine Auswahl von Grafiken der letzten 30 Jahre auf Schloss Landeck

 

Anlässlich seines 50. Geburtstages stellt der gebürtige Landecker Michael W. Schneider einen Überblick über 30 Jahre Kunstschaffen auf Schloss Landeck vor. In seinen Begrüßungsworten strich Christoph Carotta hervor, dass Schneider zu jener Gruppe gehörte, die vor nunmehr zwölf Jahren das Museum erneuerten. Der Bezirksmuseumsverein profitiere heute von dieser Neuausrichtung und ernte die Früchte der Saat, die von ihren Vorgängern gesät wurde.

 

Von Luis Pircher

 

Bgm. Wolfgang Jörg begrüßte als Hausherr den Künstler und dankte dem Bezirksmuseumsverein für seine Leistungen. Man könne stolz sein, dass ein so renommierter Künstler wie Schneider eine Ausstellung zu seinem runden Geburtstag auf Schloss Landeck mache, meinte Jörg. In seiner Begrüßung dankte Schneider dem Team des Bezirksmuseumsvereins für die Einladung, aber auch für die großartige Hilfe bei der Arbeit für die Ausstellung. Es sei ihm aber ein besonderes Anliegen, sich bei seiner Frau zu bedanken. Normalerweise unterstütze sie ihn immer beim Aufhängen der Bilder, diesmal musste er sich ihrer Hilfe jedoch mittels „Skype“ bedienen. Er dankte auch seinen Eltern, welche ihn auf seinem künstlerischen Weg immer vorbehaltlos unterstützt haben.

 

EIN ÜBERBLICK ÜBER 30 JAHRE. Das erste Bild ist aus dem Jahre 1987, die letzten Werke aus dem Jahr 2017. Schneider meinte, er habe sich in den letzten Jahren künstlerisch weiterentwickelt. Dies hänge einerseits mit geänderten Lebenssituationen und Lebensumfeldern zusammen, aber seine Sicht auf Gesellschaft und Umwelt sei natürlich einem Wandel unterzogen. Er müsse immer neue Wege gehen, um seine künstlerischen wie auch gesellschaftlichen Anliegen dem Betrachter nahezubringen. Er kam auch auf seine Rolle beim Schloss-umbau zu sprechen. Er sei während der Bauphase nicht vom Erfolg überzeugt gewesen. Für ihn als Künstler sei es immer wichtig, ein Projekt zu 100 Prozent umzusetzen. Sollte dies nicht gelingen, muss das entstandene besser sein als das begonnene Projekt. Damals sah er seine Maxime als nicht erfüllt an. Trost und Zuspruch erfuhr er von einem Grazer Professor, der bei Museumskonzepten bei einer 80-prozentigen Erfüllung schon von einem großen Erfolg sprach.

 

GEDRUCKTE WERKE SIND HERAUSRAGENDE WERKE. In früheren Zeiten habe man immer nur herausragende Werke (nach)gedruckt. Die Druckverfahren waren sehr aufwendig und teuer. Nur wenige Bilder wurden der druckgrafischen Verbreitung für würdig erachtet. Auch für ihn gilt es, nur jene Entwürfe zu drucken, von denen er überzeugt ist. Heute kann jeder Druckgrafiker sein, so Schneider. Die neuen Medien ermöglichen Drucke jeder Art. Dies stelle für die Künstler eine große Herausforderung dar. Sein Ziel ist es, eine Verbindung von den „alten Techniken“ wie Holzschnitt, Radierung und Kupferstich zur Moderne zu gestalten. In einer visuell-digitalen Welt soll der Künstler eine Kommunikationsschiene zum Betrachter finden.

 

MUSIK UND MICHAEL W. SCHNEIDER. Immer schon versuchte man visuelle Eindrücke in Noten umzuwandeln und Musik in Bildern auszudrücken, meinte Schneider. Die beiden Musiker Barbara Romen und Gunter Schneider ermöglichen ihm, sein bildnerisches Schaffen in Musik (Klopfzeichen) umzuwandeln. In einer spannenden Performance vermittelten die drei Künstler dem begeisterten Publikum diesen neuen Ansatz in Schneiders Schaffen.

 

BILDNERISCHE KUNST UND SCHNAPSKULTUR. „Spenling Edition“ setzte Schneider gemeinsam mit dem Stanzer Edelbrenner Christoph Kössler um. Hochwertigster Stanzer Edelbrand wird in von Schneider entworfenen Flaschen als Kunstprodukt angeboten.

Die Ausstellung ist in den Galerieräumen auf Schloss Landeck täglich von 10 bis 17 Uhr bis 26. September zu besichtigen.

Performance: Gunter Schneider, Michael W. Schneider und Barbara Romen (v. l.) RS-Foto: Pircher
„Spenling Edition“ von Michael W. Schneider und Christoph Kössler RS-Foto: Pircher
Objekt der Performance, Schloss Landeck RS-Foto: Pircher

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.