Große Erleichterung

Die Wildbachsperre im Starkenbachtal wurde um zwei Flügelmauern verbreitert. Foto: Wildbach- und Lawinenverbauung

Starkenbach: Verbesserungsarbeiten an Schutzverbauung am Starkenbach wurden Ende Juli abgeschlossen

 

Im Starkenbachtal bei Schönwies kam es immer wieder zu einer Verlagerung von enormen Lockermaterialmengen Richtung talauswärts – nun wurden an der bestehenden Schutzverbauung Verbesserungsmaßnahmen vorgenommen.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Die Erleichterung darüber, dass Verbesserungsarbeiten an der Schutzverbauung am Starkenbach Ende Juli 2017 fertig gestellt wurden, ist bei Bgm. Wilfried Fink groß. „Jetzt können die Menschen in der oberen Siedlung in Starkenbach beruhigt schlafen, da dieser Bereich nicht mehr bedroht ist. Die neue Verbauung hat sich bereits heuer bei den Hochwettern hervorragend bewährt“, erklärte Bgm. Fink. Verbessert hat sich durch die Baumaßnahmen auch die Situation für die Bundesstraße und das Gewerbegebiet. Bei letzterem wird es außerdem eine Auswirkung auf die Gefahrenzonenausweisung haben: Für Starkenbach wird der bestehende Gefahrenzonenplan überarbeitet, dabei werden gewisse Bereiche des Gewerbegebietes aus der roten Zone herauskommen.

 

BAUMASSNAHME. Im Starkenbachtal ist es immer wieder zu Murereignissen gekommen. 1999 ereignete sich eine Großrutschung mit ca. drei Millionen Kubikmeter. Daraufhin wurden am Starkenbach unter der Federführung der Wildbach- und Lawinenverbauung umfassende Sicherungsmaßnahmen gesetzt. Herzstück ist eine 15 Meter hohe Wildbachsperre. Diese wurde beim Megaereignis 2005 durch die Überschüttung außer Funktion gesetzt. Mit der Zeit wurde die Sperre von den Schüttmassen befreit, war aber funktionsunfähig. Im Rahmen der jetzigen Baumaßnahmen wurde der Bach kanalisiert und die Sperre dem Wasserverlauf angepasst, sodass das Bachwasser geordnet über das Sperrenbauwerk abfließt und nicht mehr rechtsufrig an ihm vorbeirinnt. Zudem wurden die links- und rechtsufrigen Böschungseinhänge gesichert, indem die Sperre um zwei Flügelmauern verbreitert wurde. Die Arbeiten wurden Ende Juli 2017 abgeschlossen.

 

GESAMTKOSTEN. Von den Gesamtkosten von rund 450.000 Euro übernehmen das Land Tirol laut Bgm. Fink 15 Prozent und der Bund 35 Prozent. Die restlichen 50 Prozent sind von der Gemeinde Schönwies mit den Interessenten aufzubringen. Die Kieswerk Starkenbach GmbH von Streng Bau beteiligt sich, indem sie zwischen 40.000 und 50.000 Euro in Form von Naturalleistungen einbringt. Für Bgm. Fink ist es eine typische Win-Win-Situation. Durch die Verbesserungsmaßnahmen sind die Betriebsanlagen der Kieswerk Starkenbach GmbH besser abgesichert und damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die abgeschlossenen Lieferverträge auch eingehalten werden können. Für die Gemeinde Schönwies wiederum hat es den Nutzen, dass die Gefahr, insbesondere für den Siedlungsraum, minimiert wird. Und für die Kommune bedeuten besser geschützte Betriebs-anlagen auch sichere Geldquellen. Das Kieswerk bezahlt Kommunalsteuer und einen Abbauzins für das entnommene Schottermaterial an die Gemeinde.

Bgm. Wilfried Fink: „Die neue Verbauung hat sich bereits heuer bei den Hochwettern hervorragend bewährt.“ RS-Foto: Tiefenbacher

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