Großes Fest mit schöner Musik

Die gesamte fesche Werksmusik mit ihrem Dirigenten freute sich über einen schönen Abend. RS-Foto: Chauvin

Jubiläumskonzert der Plansee Werksmusik

Traditionell eröffneten die Musikantinnen und Musikanten der Plansee Werksmusik mit dem Walter Schwarzkopf-Marsch auch das Jubiläumskonzert zum 70-jährigen Bestehen der Kapelle. 

Unter der Leitung von Kapellmeister Michael Brunner erarbeiteten sie ein anspruchsvolles Programm. Der Abend brachte für Musikliebhaber aller Genres etwas, von klassischen Werken über Traditionelles und Modernes bis hin zu filmmusikalischen Highlights.
Obmann Karlheinz Scheiber hatte die Begrüßung übernommen und konnte mit großer Freude die vielen Gäste im Saal willkommen heißen. Ein besonderer Gruß galt Dekan Mag. Franz Neuner, Pfarrer Mathias Stieger, Dr. Michael Schwarzkopf, Dipl. Ing. Bernhard Schretter, Mag. Karlheinz Wex und Ehrenvorsitzendem Walter Abart mit ihren Damen. Scheiber zitierte den griechischen Philosophen Demokrit, der vor fast 2500 Jahren feststellte: „Ein Leben ohne Feste ist wie eine lange Wanderung ohne Einkehr“. So sollen alle Gäste dieses Jubiläumskonzert auch als Fest sehen und zusammen feiern.
Im Rahmen dieses schönen Abends sprach er zwei Musikern Dank aus, die nach vielen Jahren Führungsarbeit im Vereinsvorstand ihre Posten in neue Hände legten. 16 Jahre war Mag. Ulrich Lausecker Obmann der Kapelle und hat sich immer für die Weiterführung der Werksmusik eingesetzt. Er gab bei der letzten Generalversammlung sein Amt zurück, möchte jedoch weiterhin mit Rat und Tat in Sachen Werkskapelle Ansprechpartner sein. Ernst Rainer hat 23 Jahre lang mit viel Herz und Akribie die Aufgabe des Archivars ausgeführt. Jetzt im Vorruhestand könne er dieses Amt nicht mehr ausführen. Der Instrumenten-, Trachten- und Notenbestand wurde nun in bestem Zustand an Dominik Gugger übergeben. Beide Herren wurden mit einem Weinpräsent geehrt.

Charmante Moderatorin. Ans Mikrophon trat dann SKY-Reporterin Lisa Insam, eigens aus Wien angereist, die das Publikum charmant und mit viel Wissen zur Werksmusik und den schönen Musikstücken durch den Abend führte. Los ging’s mit der Fanfare aus der „Festmusik der Stadt Wien“, des Deutschen Richard Strauss (1864-1949), der diese für den Trompetenchor Wiens schrieb. Als nächstes stand das Vorspiel zur wohl größten Oper aller Zeiten „La Traviata“ von Guiseppe Verdi (1813-1901) auf dem Programm. Gut zu hören war die Tragik des Geschehens, das die Oper erzählt. Die großartige Musik von Verdi konnte die Kapelle sehr gut wiedergeben. Ein herrlicher Konzertwalzer „Ballettratten“ des Prager Militärkapellmeisters Julius Fucík (1872-1916) folgte zur Freude der Zuhörer. Die kleinen Solis der Pikkoloflötistin und das Mitpfeifen der Bläser waren nette Einlagen.
Ganz anders war das Werk „In Memoriam“ von Bert Appermont (1973), mit dem Untertitel „We shall rise again“, das er schrieb, um seine Gefühle zu den Terroranschlägen in Brüssel, Paris, Nizza und Berlin zum Ausdruck zu bringen. „Musik kann Heilung erwirken“, so der Komponist. Nach dem Schlussakkord ließ das Spiel der Werkskapelle die vielen Hundert Menschen im Saal einige Sekunden in kompletter Stille verweilen, bevor der große Beifall einsetzte.
Auch eine Weltpremiere durfte das Plansee-Publikum miterleben. Aus eigenen Reihen kommt der Komponist des Konzertmarsches „Vereinte Elemente“, Martin Rainer. Er widmete dieses Musikstück der Plansee Werksmusik zum 70-jährigen Bestehen. Er hatte sich sogar die Zeit genommen, seine Komposition mit den Musikantinnen und Musikanten zu proben, und es schien gar nicht so leicht gewesen zu sein. Doch das Ergebnis konnte „sich hören lassen“. Kraft, Temperament und spanische Lebensfreude strahlte die schwungvolle Komposition, der Passo Doble „Luis El Huiso“ des Spaniers Ferran Ferrer (1966) aus, die in den zweiten Teil des Abends führte.
Einen richtigen Höhepunkt erreichten die 34 Musikerinnen und Musiker beim „Concerto for Marimba“ des Brasilianers Ney Rosauro (1952). Eine Solistin der Spitzenklasse am Marimbaphon ist die Schlagwerkerin Hannah Wex, die erst vor Kurzem die Aufnahmeprüfung für die Gardemusik Wien – Österreichs beste Militärkapelle – absolviert und mit Bravour gemeistert hat. Für dieses Stück sei athletische Kondition bei höchster Konzentration notwendig. Jubelnder Beifall wurde ihr gezollt und sie kam nicht umhin, den vierten Satz als Zugabe noch einmal zu spielen.
Auch in den letzten beiden Stücken des Abends „Fanfare for Rocky“ aus dem mit drei Oscars ausgezeichneten Streifen von Bill Conti (1942) und einem Potpourri aus „James Bond 007“, von John Barry (1933-2011), arrangiert von Johan de Meij, zeigten die Akteure auf der Bühne ihr Können.
Ein langer, herzlicher Applaus des musikliebenden Publikums war der Dank für den schönen Abend.

Von Claudia Chauvin