Großes Vertrauen in neue Bundesregierung

Standen vor dem offiziellen Neujahrsempfang der Presse Rede und Antwort: WK-Bezirksobmann Josef Huber, Bezirksstellenleiterin Elena Bremberger, Ulf Schmid, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Troll Transporte, WK-Präsident Jürgen Bodenseer und Michael Pfeifer, Geschäftsführer der Pfeifer Holding GmbH (v.l.). RS-Foto: Krismer

Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Imst

So viele geladene Gäste wie heuer kamen noch nie zu einem Neujahrsempfang der Imster Bezirksstelle der Wirtschaftskammer Österreich. Es war angeblich der neunte, zu dem die Imster Funktionäre letzten Donnerstag geladen hatten. Der Abend für die Gäste begann mit einem Cocktailempfang und mündete in den Festakt mit anschließendem Gedankenaustausch. Zuvor aber stellten sich hohe Funktionäre allein der Presse.

Von Ewald Krismer

„Neue Bundesregierung, Landtagswahlen, Kammerreform – es ist vieles in Bewegung. Wenn die relevanten Akteure in Österreich – Bundesregierung, Landesregierung, Kammern und Verwaltungen – ihre Aufgaben richtig machen, kommen wir wieder zurück an die Spitze“, ist WK-Präsident Jürgen Bodenseer überzeugt. Seine Aussage, „die österreichische Wirtschaft ist in den letzten Jahren wegen jahrelangem Stillstand, hohen Belastungen und einer ausufernden Bürokratie in das Mittelfeld zurückgefallen“, war wohl als Nachruf an die ehemalige Bundesregierung zu verstehen. Bodenseer zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Programm der neuen türkis-blauen Regierung zahlreiche Ansätze aufweist, die in die richtige Richtung weisen und die es gilt, mit voller Kraft umzusetzen. Zudem gelte für den Präsidenten, ständig nach Entwicklungspotenzialen Ausschau zu halten und sich nicht mit Erreichtem zufrieden zu geben, denn das würde auf Dauer Stillstand bedeuten. Deswegen soll 2018 zum Jahr der Weichenstellungen werden: „Wir müssen im Heute mit dem Blick auf die Zukunft handeln – dann werden wir stärker denn je“, so WK-Präsident Bodenseer und überlässt den Blick zurück lieber den Historikern.

Tauziehen um Flächen.

Von einer Betriebsflächenknappheit sprach WK-Bezirksobmann Josef Huber. Er fordert die Politik auf, dafür zu sorgen, dass in Tirol genügend Industrie- und Gewerbeflächen vorhanden sind. „Für unser Bundesland und zweifellos auch für unseren Bezirk ist es mit bebaubaren Betriebsflächen nicht gerade zum Besten bestellt“, gibt Huber zu bedenken und verlangt von der Regierung, künftig zum Ziel führende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Wirtschaftskammer erkennt selbstverständlich die vom Land Tirol flächendeckend ausgewiesenen landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen an, die dem Erhalt einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Versorgung dienen sollen, verlangt aber im Gegenzug, ebenso ausreichend Gewerbeflächen für die Ansiedlung neuer bzw. Erweiterung bestehender Unternehmen zu sichern.

Flexibel & dynamisch.

Auch eine Arbeitszeitflexibilisierung brachte der Bezirksobmann zur Sprache. Er spricht von einer Verbesserung der Arbeitszeit, um den Wirtschaftsstandort Tirol attraktiv zu halten: „Es geht uns nicht darum, Überstundenzuschläge zu vermeiden oder die Gesamtarbeitszeit zu erhöhen. Die Arbeitszeit soll jedoch besser verteilt werden können und daher ist der Gesetzgeber gefordert, wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Erfreut zeigte sich Huber über die heimische Wirtschaftslage. „Die Wirtschaftsdynamik im Bezirk Imst hält weiter.“ In diesem Zusammenhang verweist der Bezirksobmann auf Projekte wie etwa die bereits begonnene Errichtung der Betriebsanlage von Handl Tyrol in Haiming, die Neugestaltung der Imster Innenstadt rund um den Sparkassenplatz, die Fertigstellung der Gewerbehalle der Firma Supersnow GmbH in Roppen sowie das Millionenprojekt der Firma Interspar im südlichen Einzugsbereich der Stadt Imst. Derzeitige Großinvestitionen von Pfeifer Holz und Hagleitner in den Standort Imst sind weitere impulsgebende Projekte für die Zukunft. Außerdem nicht unerwähnt bleiben dürfen das bereits eröffnete neue Rettenbach-Restaurant und die James Bond-Erlebniswelt in Sölden, die im heurigen Sommer eröffnet werden soll.

Über Olympia-Aus.

Als ziemlich schmerzhaft, wie er sagte, empfand WK-Bezirksobmann Josef „Jo“ Huber den Abstimmungsausgang für die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026. Anders als bei der Bevölkerung, die das Risiko bei den Finanzierungskosten sieht, ist die Sichtweise in der Wirtschaft: „Wer in der Lage ist, verlorene 19 Milliarden Euro in eine Landesbank zu stecken, sollte doch den Mut haben, unter Umständen eine halbe Milliarde Zusatzkosten in eine langfristig positive Maßnahme zu investieren, die der gesamten Bevölkerung zu Vorteilen verhilft.“

Festlicher Teil.

Viel zu klein war der Saal in der Imster Wirtschaftkammer für den Andrang der geladenen Gäste. So viele wie heuer waren noch nie der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt, der letzten Donnerstag dort abgehalten wurde. Viele hatten nur mehr die Möglichkeit im Foyer Platz zu nehmen und von dort aus dem Festakt beizuwohnen. Das tat aber der Stimmung keinen Abbruch. Auch wenn ein Großteil der Gäste stehen musste, alle harrten aus, um ja nicht das reichhaltige, köstliche Buffet, das Glenthofwirt Franz Schiesswald mit seinen Kumpanen Fredl Föger und Reinhard Santeler zauberte, nicht zu versäumen. Selbst den krönenden Abschluss, bestehend aus selbstproduziertem Käse und Tortenvariationen von Schülerinnen der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Imst mit ihren Lehrerinnen Christa Tangl-Martin und Edith Harasleben ließ sich ebenfalls keiner entgehen. Es war alles in allem ein würdiger Neujahrsempfang 2018.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.