Grüne & Grasgrüne

Liebe FreundInnen des politisch motivierten Natur- und Umweltschutzes!

Die Partei, die für Flora und Fauna Partei ergreift, feierte unlängst Geburtstag. Die Grünen sind 30. Und somit auch bereits erwachsen. Wie alle, die älter werden, verspüren die einstigen Anti-Establishment-KämpferInnen nun ebenfalls die ersten Wehwehchen. Aus ist es mit der frechen Pippi-Langstrumpf-Kindheit. Aus pubertärer Opposition ist längst Mitregieren geworden. Aus dem Nein gegen alles ein Jein. Weil auch die Grünen längst erfahren mussten, dass es schwieriger ist, etwas selbst besser zu tun, als bloß zu wissen, wie es besser ginge.

Das Geburtstagsjahr hatte gut begonnen. Die Bewegung hievte ihren Opa ins Amt des Staatsoberhauptes. Doch danach machte sich statt eitler Wonne die interne Anarchie breit. Die Revolution frisst längst auch bei den Grünen ihre Kinder. Und deren Kinder fressen die Revoluzzer. Die jungen Grünen trotzen den alten Grünen. Grüne alternative Studierende (GRAS) sind sich mit den anderen Jungen nicht mehr grün. Grasgrün gegen grün ist auch Mandln gegen Weibln. In der Tiroler Landeshauptstadt prophezeien Umfragen dem Realo Georg Willi den Bürgermeistersessel, der grünen Vize-Chefin Sonja Pitscheider werden dafür kaum Chancen eingeräumt. Eine Stichwahl wird entscheiden, ob sich parteipolitischer Erfolg oder feministisch ausgerichtete Ideologie durchsetzt. Grüner gegen GrünIn lautet da die Frage!

In der Landesregierung sitzen zwei Frauen, die gerne mit dem grünen Schwanz den großen schwarzen Hund wedeln möchten. Doch Rudelführer Günther Platter hat erst kürzlich scharf seine Zähne gezeigt. Bis zur Wahl sei jetzt vorerst mal Schluss mit der Ausweisung von Naturschutzgebieten. Vize-Hauptfrau Ingrid Felipe schluckte kurz, um ein wenig später festzustellen, dass auch in Schutzgebieten Kühe noch aus Bächen Wasser saufen dürfen.

So ist das halt. Es grünt nur grün, solang die Blumen blüh‘n.

Meinhard Eiter


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