Hiobsbotschaft

Blick vom Karlesjoch ins Langtauferertal RS-Foto: Tiefenbacher

Umweltbeirat des Landes Südtirol sagt „Nein“ zum skitechnischen Zusammenschluss Kaunertal-Langtaufers

 

Die Oberländer Gletscherbahn AG muss die erste Hiobsbotschaft verdauen: Der Umweltbeirat des Landes Südtirol spricht sich gegen das Projekt „Zusammenschluss der Skigebiete im Kaunertal und in Langtaufers“ aus.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Die Süd-Tiroler Freiheit hat mit ihrem Hinweis, dass Anfang Februar 2017 das Gutachtenergebnis des zuständigen Umweltbeirates für die skitechnische Verbindung von Melag im Langtauferer Tal zum Kaunertaler Gletscherskigebiet bekannt wird, besonderes Interesse geweckt. Gespannt wartete man jenseits und diesseits der Grenze auf das „Urteil“ des Fachexpertengremiums. Um es vorwegzunehmen: Der Umweltbeirat sprach sich gegen das Projekt aus. Dadurch erlitten die von den 180 Aktionären gehegten Hoffnungen auf eine Realisierung der Skischaukel einen Dämpfer. Zwei Hauptgründe für die ablehnende Haltung sind „schwere landschaftliche Eingriffe bis an die Bergspitze“ und „Probleme mit dem Wasservorrat“. Darüber hinaus werden im Gutachten als weiterer Ablehnungsgrund Bedenken um die Fauna (einige Tierarten, welche auf der roten Liste stehen, seien betroffen) angeführt.

 

WEITERKÄMPFEN. Aufgeben ist nicht die Art der Oberländer Gletscherbahn AG. „Ich konnte in Erfahrung bringen, dass das Gutachten negativ sein soll. Genaueres weiß ich allerdings noch nicht. Deshalb habe ich auch die schriftliche Stellungnahme des Umweltbeirates beantragt. Diese habe ich aber noch nicht bekommen. Darum kann ich dazu nichts sagen“, erklärte der Geschäftsführer der Oberländer Gletscherbahn AG und Steuerberater in Meran Paul Jakomet. Er werde, so der Geschäftsführer weiter, jetzt einmal schauen, wie die Ablehnung begründet ist und dann werde er dementsprechend darauf reagieren. In drei Monaten wird sich das Amt für Landesplanung mit dem eingereichten Projekt befassen. Dieses hat die wirtschaftlich-sozialen Aspekte zu bewerten. Das letzte Wort hat dann die Südtiroler Landesregierung.

 

HÄNDE REIBEN. Die Hände reiben sich die Umweltschützer und Heimatpfleger. Sie laufen Sturm gegen das 22,4-Millionen-Vorhaben Langtaufers-Kaunertal. Die Projektinitiatoren haben eine Inbetriebnahme bis Oktober 2017 ins Auge gefasst. Ab Frühjahr 2017 sollte nach dem Projektfahrplan die Bahn von Melag aufs Karlesjoch gebaut werden. Sie umfasst zwei Kabinenbahnen. Es soll Fördermittel in Höhe von 7,4 Mio. Euro seitens des Landes Südtirol geben. Abzüglich dieser Förderungen bleiben Kosten von 15 Mio. Euro. Der Finanzbedarf soll mit langfristigen Bankdarlehen (10,3 Mio. Euro) und dem Eigenkapital von rund 4,7 Mio. Euro abgedeckt werden. Apropos Eigenkapitel: Das Grundkapital von 50.000 Euro brachten 180 Kleinaktionäre ein. Den fehlenden Betrag von 4,2 Millionen Euro wird Dr. Hans Rubatscher, Investor und Gletscherbahnchef im Kaunertal und Pitztal, beisteuern.

GF Paul Jakomet (M.): „Wir werden dementsprechend darauf reagieren.“ RS-Foto: Tiefenbacher

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