HTB baut längste Hängebrücke der Welt!

Mit „428 Metern plus X“ Länge krallt sich die „Titan RT“ den Titel der weltlängsten Fußgänger-Hängebrücke. Errichtet wird der Bau von der HTB-Imst. Rendering: IDL/DI Dieter Linka

Als Generalunternehmer bewältigen die Oberländer Hängebrückenspezialisten ein Titanenprojekt in Rekordzeit

Es wird die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt mit „438 Metern plus X“-Länge. Stehen wird der Rekordbau im Deutschen Harz, direkt neben der Rappbodetalsperre, einer ohnehin schon spektakulären Staumauer. Der Auftraggeber, „harzdrenalin“, wünschte sich allerdings für seine BesucherInnen ein weiteres Bauwerk der Superlative. – Da kamen die Hängebrücken-Cracks der HTB ins Spiel. Sie werden mit ihrem Know-how für einen kontrolliert-erhöhten Adrenalinspiegel im Harz sorgen.

Die „Titan RT“, so der Name der künftig längsten Fußgänger-Hängebrücke der Welt, soll bereits im April 2017 eröffnet werden. „Den Auftrag haben wir letzten September erst bekommen“, lässt Bauleiter Ing. Manuel Thurner tief blicken. Sein Bauleiter-Kollege, Ing. Armin Krabichler: „Es arbeiteten sowohl auf der Baustelle in der Produktion als auch im Hintergrund, was die Planungen und Koordination anbelangt, bis zu 20 Leute.“ Der Personal- und Materialaufwand ist für die HTB nichts Neues, hat sich doch das Unternehmen auf die Realisierung schwierigster Baustellen im alpinen Bereich spezialisiert. Dieser Know-how-Vorsprung ermöglichte es auch, dass die Oberländer beim vorliegenden Prestigeprojekt zum Zug kamen. „Allein eines von vier Stahl-Zugseilen mit einem Durchmesser von 6,5 Zentimetern wiegt rund 13 Tonnen“, informiert HTB-Chef Ing. Dietmar Mair. Welche Kräfte hier am Werke sind, wird durch die Anforderungen deutlich: Jeder der zwölf Anker ist auf 100 Tonnen ausgelegt!

„Eine Eigenheit in Deutschland ist das Genehmigungsverfahren, wobei nach der Genehmigung ein Prüfungsingenieur alles noch einmal durchrechnet. Von der Schneefracht über Eislast bis zum Winddruck will alles auf die Maximalanforderungen ausgelegt sein, sonst erhält man kein Okay“, so Ing. Thurner: „Diese Standzeit für die Baustelle will ebenfalls einkalkuliert sein.“

Auch bei der Windsicherheit gehen Bauherr und Generalplaner (Fa. hochkant GmbH) sowie Generalunternehmer (HTB) keine Kompromisse ein. HTB-Chef Mair: „Aus unserer Sicht ist eine deratige Konstruktion nicht ohne zusätzliche Windseile realisierbar. Diese beiden Stahlseile unterspannen die Hängebrücke und stabilisieren diese durch querverlaufende Harfenseile, schließlich soll die Titan RT auch im Winter begehbar bleiben.“ Gemeinsam mit dem HTB-Stahlbau-Partner (Maschinenbau Falkner) aus Roppen soll „das Baby“ bis April geschaukelt werden. „Gestern wurden die Tragseile von der Firma Fatzer aus der Schweiz angeliefert. Das Einhängen wird rund zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen“, haben die Tiroler Ingenieure bereits jetzt ihren Nervenkitzel, wobei dieser eigentlich erst am Ende kommt. Denn das harzdrenalin-Projekt wird zwei Personen gleichzeitig einen „Giga-Swing“ von unterhalb der Hängebrücke ermöglichen. – Die RUNDSCHAU wird berichten.

HTB-Chef Ing. Dietmar Mair (M.) flankiert von den Bauleitern Ing. Armin Krabichler (l.) und Ing. Manuel Thurner (r.): Die HTB ist Generalunternehmer in der Bauausführung. RS-Foto: Parth
Kurz vor Weihnachten konnten Fundierung und das Bohren der Anker abgeschlossen werden. Fotos: HTB
Trotz sibirischer Kälte wird der straffe Zeitplan bis dato eingehalten.