Imst: Alter Plan mit neuem Charme

Lediglich 120 Meter lang: Der Imster City-Tunnel (rot) würde statt dem Würtenbergerhaus in den Berg fahren und käme am „Jonak-Parkplatz“ heraus. RS-Repro: Hackl

Kritik an Baustellenausführung in der Innenstadt mündet in Retroplan

Ein alter Plan gewinnt – zumindest an diversen Stammtischen – einiges an neuem Charme. Die Rede ist vom Imster „City-Tunnel“. Der Sager „die Telfer haben’s geschafft, warum nicht die Imster?“ bekommt eine gewisse Brisanz ob der momentanen Verkehrslage. Die harsche Kritik: Baustelle zu lange, Beschilderung zu spät, Bürger-Information unzureichend.

Von Thomas Parth

Derzeit ist die Kramergasse eine defacto-Fußgängerzone. Eine Zufahrt vom Sparkassenplatz her ist durch die Pflaster- und Straßenbauarbeiten verunmöglicht. Gleiches gilt für die Schustergasse, die nur mehr von unten, also vom Eduard-Wallnöfer-Platz aus zu befahren ist. Während der Sommermonate, wenn sich der Bau Richtung Lainplatzl zieht, wird auch der Jonak-Bäck zum Ende einer Sackgasse. Über den Geschäftsverlust und den nicht zuletzt daraus resultierenden „Grant“ (Anm.: tirolerisch für Verärgerung bis hin zur Verbitterung) erblüht die Idee des City-Tunnels in neuer Pracht.

Warum ein City-Tunnel ein zu überdenkender Lösungsansatz für eine Fußgängerzone wäre? Weil er nur 120 Meter lang sein müsste: Laut Plan, dereinst von der alten Imster Kaufmannschaft initiiert und finanziert, könnten die AutofahrerInnen von der Oberstadt kommend in einem eleganten „S“ in den Tunnel einfahren. Weiters wären die Kosten mit fünf bis sieben Millionen Euro durchaus „erschwinglich“ – vergleicht man mit den Sölder Umfahrungsplänen. Das „Würtenbergerhaus“ müsste zwar geschliffen werden, doch wäre dies kaum ein Beinbruch, könnte man doch so die Johanneskirche um gut sechs Meter umfahren. „Konglomerat“, wie jenes Material vom Imster Bergl, sei für den Tunnelbau geradezu ideal. Herauskommen würde die unterirdische Oberstadt-Unterstadt-Spange am „Jonak-Parkplatz“ hinter der Polizei. Die Einmündung in die Straße nach Hoch-Imst sowie die Tunnelaus- bzw. -einfahrt würden lediglich abgezählte 15 Parkplätze kosten.

Ob die Imster Stadtführung ebenso wie die Befürworter frohlockt ob der neuen, alten Lösung einer Zusammenführung von Ober- und Unterstadt, darüber berichtet die RUNDSCHAU in ihrer nächsten Ausgabe.