In Tirol ist gut altern

Verbandsobmann Aurel Schmidhofer, Landesrat Bernhard Tilg, BR Sonja Ledl-Rossmann und Standortbürgermeister Wolfgang Winkler können mit Recht in eine gesicherte Zukunft blicken. RS-Foto: Schretter

Landesrat Bernhard Tilg sieht Pflege in Tirol und im Bezirk Reutte auf einem guten Weg

Es ist auch der demografischen Entwicklung geschuldet, dass die Menschen immer älter werden, aber nicht zwangsläufig gesünder bleiben. Daraus resultieren neue, große Herausforderungen für die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

LR Bernhard Tilg bezog bei seinem Besuch des BKH Reutte, der Pflegeschule und es Wohn- und Pflegeheimes „Haus Ehrenberg“ Stellung zur Pflegesituation. Sein Fazit fiel durchwegs positiv aus, dem Bezirk Reutte attestierte er gar, in einigen Bereichen als Pilotbezirk durchaus Vorbildcharakter zu besitzen.

Leitmotive. Als Leitmotive für die Pflege nannte Landesrat Tilg, die Versorgungssicherheit für alle Tiroler zu gewährleisten. „Altern in Würde muss für alle möglich sein.“ Die Prämisse ist dabei, laut Tilg, so lange als möglich zu Hause zu betreuen. „Ambulant vor stationär” ist mehr als nur ein Leitsatz. Damit Hand in Hand geht ein ausreichendes Angebot für pflegende Angehörige. Für sie muss es umfassende Unterstützung geben. BR Sonja Ledl-Rossmann meint dazu: „Wir sind hier im Bezirk Reutte sehr gut aufgestellt. Es gibt ein gutes Angebot, das halt auch angenommen werden muss. Dieses Bewusstesein gilt es weiter zu stärken.“ Das Außerfern ist ein Pilotbezirk im Bereich der ambulanten Hospiz- und Palliativbetreuung. An diese umfassende Betreuungsform werden sehr hohe Ansprüche gestellt, geht es doch darum, in der letzten Lebensphase Sicherheit für den zu Pflegenden und dessen Angehörige zu vermitteln.
Ein besonderes Anliegen sind daneben Wertschätzung und Entlastung des Pflegepersonals.
2018 startet ein Pilotprojekt zur Erprobung neuer Heimtarife – im Bezirk Reutte  nimmt das Wohn- und Pflegeheim Ehrenberg an diesem Pilotprojekt teil. Mit einer Evaluierung der Ergebnisse ist bis Anfang 2019 zu rechnen, die vollständige Umsetzung ist für 2020 geplant. Komponenten dieses neuen Heimtarifes sind ein vom Pflegebedarf unabhängiger Grundtarif, der Wohnen, Verpflegung, Reinigung, Wäscheversorgung und Verwaltung deckt und der Pflegeaufschlag, der vom Pflegebedarf abhängt und sich an der Pflegegeldstufe orientiert. Die neuen Heimtarife bringen Vorteile für Heimbewohner, vor allem aber auch für Pfle gekräfte. So ermöglichen Personalaufstockungen eine wirkliche Entlastung, eine verbindliche Personalqualifikation  Pflege auf hohem Niveau.
Für alle Mitarbeiter in der Langzeitpflege und Pflegekräfte in den Bezirkskrankenhäusern wird ein einheitliches Gehaltsystem angestrebt, das sich am neuen Gehaltsmodell für die Tirol Kliniken orientiert.

Sehr gute Ausbildung. LR Tilg zeigt sich begeistert vom hohen Niveau der Außerferner Pflegeschule. Nach der „Pflegeausbildung neu“, die 2016 vom Nationalrat beschlossen wurde, wird es in Tirol an allen Ausbildungsstandorten alle drei Ausbildungslinien geben. In Reutte wird ab Herbst 2019 das Bachelorstudium für Diplompflege angeboten.
Standortbürgermeister Wolfgang Winkler freut sich, wird doch Ehenbichl dann „Universitätsgemeinde“. Dass an der Pflegeschule eine Ausbildung auf höchstem Niveau geboten wird, zeige auch, dass schon jetzt 2/3 der Bewerber von außerhalb des Bezirkes kommen. „Das wird sich steigern, wenn wir auch die Fachhochschule hier haben. Darauf stellen wir uns ein, können so etwa 56 Heimplätze vor Ort bieten“, so Winkler.

In den Regionen. Aurel Schmidhofer, Verbandsobmann der Trägergemeinden des Bezirkskrankenhauses Reutte, erwähnt lobend, dass sämtliche Diskussionen – auch in Innsbruck – stets auf Augenhöhe geführt werden. Aktuell stehen im Bezirk 133 Pflegebetten zur Verfügung, gebraucht werden 167. Hier sieht Aurel Schmidhofer auch die Gemeinden in den Regionen in der Pflicht. „Eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit ist das Um und Auf. Potential liegt, denke ich, auch darin, dass gerade die Bereiche Kurzzeitpflege und betreutes Wohnen so lange von den Gemeinden aufgefangen werden könnten, bis eine stationäre Pflege nicht mehr zu umgehen ist. Wir haben Ressourcen, wir müssen sie aber auch nutzen“, ist sich der Verbands-obmann sicher.
Ausblick. LR Tilg blickt durchaus optimistisch in die Zukunft. „Das Bezirkskrankenhaus Reutte ist gut aufgestellt, dennoch ist eine ständige Weiterentwicklung notwendig. Wir werden uns in näherer Zukunft auch mit dem Ausbau der tagesklinischen Struktur befassen.“
Prioritäre Themen seien vor allem die Gewährleistung der Überleitungspflege und die Entlastung des Pflegepersonals. Auch würde vertsärkt darangegangen, ein Maßnahmenbündel zu entwickeln, um dem Landärztemangel entgegenzuwirken. Hier soll vor allem mehr Gewicht auf die Allgemeinmedizin und die Schaffung von Lehrpraxen in allen Tiroler Bezirken gelegt werden. Die Regionen müssen mit Kassenärzten, Therapeuten und Pflegekräften versorgt sein.
Damit diese gedeihliche Arbeit im Gesundheits- und Pflegebereich erfolgreich fortgesetzt werden kann, hofft LR Bernhard Tilg, dies auch weiterhin im Team von Landeshauptmann Günther Platter tun zu können. So sei es auch der Wunsch des Landeshauptmannes.