Inzing hilft Oberperfuss aus

Die Lifte am Rangger Köpfl sollen sich weiterhin im Kreis drehen. Von einem „STOPP“ ist derzeit keine Rede. Der Gemeinderat Inzing hat sich in der jüngsten Sitzung zum Winter- und Sommererholungsgebiet bekannt, weitere Gemeinden müssen noch über eine finanzielle Beteiligung am neuen Lift zustimmen. RS-Foto: Archiv/Schnöll

Finanzielle Beteiligung an neuem Lift mit 9:6 beschlossen

Inzing wird den Bergbahnen Oberperfuss beim Liftprojekt „Rangger Köpfl – Sektion II“ finanziell unter die Arme greifen. Der Gemeinderat erteilte dazu bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag mit 9:6 seine Zustimmung. Allerdings mit einigen Vorbehalten: Bei einer Einmalzahlung in Höhe von 136.000 Euro muss garantiert sein, dass der Liftbetrieb die nächsten zehn Jahre weiterläuft, und es muss im Aufsichtsrat ein Mitspracherecht durch einen Vertreter der finanziell beteiligten Umlandgemeinden geben. 

Das Ranggerköpfl war und ist nicht nur der Hausberg der Oberperfer und Ranggener, sondern auch der der Inzinger. Viele Dorfbewohner haben dort das Skifahren erlernt. So sind zum Beispiel beim Kinderskikurs zu Weihnachten und jeden Samstag beim Skitraining des ASV Inzing zwischen 30 und 40 Kinder aus dem Dorf auf der Piste. Geschätzt werden vor allem die Überschaubarkeit und die relativ günstigen Liftpreise. Um den Liftbetrieb am Rangger Köpfl aufrecht erhalten zu können, muss der in die Jahre geratene Schlepplift zwischen Stiglreith und Sulzstich (Liftsektion II) erneuert werden. Die Gesamtkosten werden mit rund 4,4 Millionen Euro beziffert. Geld, das weder die Bergbahnen Oberperfuss noch die Gemeinde Oberperfuss als 100-Prozent-Eigentümerin alleine aufbringen können.  Der Finanzierungsplan sieht deshalb neben der Beteiligung des Tourismusverbandes „Innsbruck und seine Feriendörfer“ und des Landes Tirol auch eine Beteiligung der umliegenden Gemeinden vor. Insgesamt 800.000 Euro sollen diese Gemeinden zum Liftprojekt beitragen. Einem nach Größe und Entfernung errechneten Aufteilungsschlüssel nach, trifft es die Gemeinde Inzing einmalig 136.000 Euro bzw. in den nächsten zwölf Jahren 12.000 jährlich. Gegenleistung der Bergbahnen Oberperfuss: zehn Jahre lang gibt es Freikarten für offizielle Schulveranstaltungen sowie für organisierte Skitage und Skiwochen von örtlichen Sportvereinen für Kinder bis zum zehnten Lebensjahr.

GARANTIEN. Der Inzinger Gemeinderat konnte sich bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag zu einer finanziellen Beteiligung durchringen. Neun Gemeindeparlamentarier sprachen sich dafür, sechs dagegen aus. Der positive Beschluss ist allerdings an einige Bedingungen geknüpft. Bevor das Geld fließt muss eine verbindliche Finanzierungszusage zumindest aller größeren Umlandgemeinden vorliegen, die Gesamtfinanzierung muss durch weitere Beteiligte (Gemeinde Oberperfuss, Land Tirol, TVB, Unternehmen, Private etc.) abgesichert sein, zudem muss bei einer Einmalzahlung von 136.000 Euro als Garantie, dass der Liftbetrieb die nächsten zehn Jahre weitergeführt wird, eine Rückzahlungsgarantie bzw. eine grundbücherliche Sicherstellung durch die Gemeinde Oberperfuss vorliegen. Und die Gemeinde Inzing verlangt auch nach einem Aufsichtsratsmitglied, das von den Umlandgemeinden gestellt wird.

RICHTIGER SCHRITT. „Dem Beschluss gingen intensive und auch berechtigte Diskussionen voraus. Vor allem der jährliche Abgang beim Inzinger Schwimmbad, der sich jenseit des 50.000-Euro-Bereichs bewegt, stand da im Raum. Inzing betreibt seit Jahrzehnten auch für die Umlandgemeinden das Freibad und trägt den Abgang alleine. Dass da ein finanzieller Zuschuss zu einem Liftprojekt in Oberperfuss zu Diskussionen führt, ist mehr als nur verständlich“, erklärt Inzings Bürgermeister Josef Walch. Er ist sich aber sicher, dass Inzing richtig entschieden hat. „Es ist wichtig, dass die Bergbahnen zum Naherholungsgebiet am Rangger Köpfl erhalten bleiben!“ In den Gemeindenstuben von Zirl, Kematen und Völs wird demnächst die Frage nach einer Finanzierungsbeteiligung gestellt. Für Spannung ist gesorgt.

Bürgermeister Josef Walch: „Diskussionen berechtigt!“ RS-Foto: Schnöll